Gewalttäter Sport: Speicherung ohne Urteil rechtens

Datenschutz Fußball-Fans müssen damit rechnen, weiterhin auch dann in der zentralen Datenbank "Gewalttäter Sport" gespeichert zu werden, wenn ihnen keine Tat nachgewiesen werden konnte. mehr...

Diese Nachricht vollständig anzeigen.

Jetzt einen Kommentar schreiben
 
Soviel zum Rechtsstaat und zur Unschuldsvermutung. Gut das es noch weitere Instanzen gibt. Auch wenn ich die Datenbank für "Gut" erachte, so darf niemand dort eingetragen werden, der nicht nachweislich schuldig ist.... wie gesagt, in Deutschland gilt die Unschuldsvermutung und spätestens das BVerfG wird das eh kippen (wie so vieles was die Politiker in letzter Zeit entschieden haben)!
 
@Scaver:" In dem Fall ging es um einen Kläger, der nachweislich zu einer Gruppe von Hannover 96-Fans gehörte, die bei einem Regionalliga-Spiel im Jahr 2006 über eine Absperrung kletterte und vor den gegnerischen Fanblock lief. Anschließend wurden aus der Gruppe heraus Pyrotechnik gezündet und zumindest ein Gegenstand in Richtung der Rivalen geworfen" Sorry, aber die haben es doch drauf angelegt, oder meinst du nicht? Ich finde das solche Leute die andere Menschen Verletzten wollen, nichts im Stadion zu suchen haben. Und Sportlich ist das eh nicht...
 
@Jack21: Er klettert über einen Zaun und kommt deswegen in die Kartei "Gewalttäter Sport"? Ein Stadionverbot wäre angemessen gewesen.
 
@Stonert: Meines erachtens wäre beides angemessen. Stadionverbot und Aufnahme in die Datei!
 
@Stonert: Ich könnte mir vorstellen das die Kartei "Gewalttäter Sport" genau das bedeutet - deutschlandweites Stadionverbot. Wäre dann halt ein unglücklich gewählter Name. Lustig aber, dass alle gleich mal in die Kartei verschoben werden, die dabei waren - wenn sowas passiert ist das ja meistens der komplette Fanblock. Muss man sich mal vorstellen, dass alle HARDCORE Fans eines Vereines auf einmal verloren gehen, weil sie ja alle nicht mehr ins Stadion dürfen :D
 
@monte: Neben dem Deutschlandweiten Stadionverbot, muss er sich bei bestimmten Spielen in Deutschland (Länderspieln, Derbys...) bei seiner Polizeistation einfinden damit er nicht hingehen kann. Dazu kommt noch das Ausreiseverbot bei bestimmten Spielen im Ausland.
Also schon ein bißchen mehr als keine 96er Spiele mehr...
z.B. Ne Arbeit mit Wochenendeinsätzen oder Schichtarbeit kann er jetzt wohl knicken, auch den urlaub muss er nun nach dem Fussballkalender ausrichten usw.

Und das wegen übern Zaun springen?
 
@Stonert: Hä was? Das funktioniert so? Krass, das würde ich nichtmal jemandem der wirklich gewalttätig war zumuten. Wer braucht denn da noch über China schimpfen - wir machen es ja scheinbar genau so -.-
 
@monte: Ich weiß garnicht was es da zulachen gibt? Traurig, aber wenn es jemanden mal selber unschuldig erwischt hat, denkt man anders darüber nach.
 
@PirateSGD: also wenn er zu einer gruppe gehört hat die gewalt ausüben wollte dann ist das doch auch schon verboten. man darf keine verbrechen planen und da er mit zu der gruppe gehörte die ja sogar gewalt ausgeübt hat würde ich sagen gilt da eher "mit gegangen, mit gehangen" ich hab auch schon paar hinter die löffel gekriegt weil ich zugesehen habe wie mein cousin kirschen geklaut hat oder beim klingelmännchen spielen, das is doch ganz normal das wenn man als gruppe agiert jedes einzelne mitglied potentiell verdächtig ist. zu bedenken ist dabei auch, dass er ja nicht dafür ins gefängnis kommt oder andere erhebliche restriktionen bekommt. wenn 3 leute eine bank überfallen und einer davon nur mit rein geht und quasi zu schaut wird der auch mit verknackt...
 
@PirateSGD: Wenn man mit einer gewalttätigen Gruppe eine Absperrung überwendet muss man sich nicht wundern wenn man zu denjenigen gezählt wird. Wenn diese Leute z.B. andere zu Tode prügeln ist es nur gerechtfertigt wenn man Versammlungen dieses Gesindels unterbindet.
 
@pvenohr @DataLohr

Ok, meine aussage bezog sich nicht direkt auf das Beispiel sondern eher allgemein. Mich hat es noch nicht erwischt, aber ich kenne Beispiele, da würde man im Leben nicht daran denken, in so einer Datei zu landen. Beispiel: Mannschaft steigt auf, die leute wie du und ich zieht es natürlich zum Feiern auf den Rasen, man feiert mit der Mannschaft, Polizei kesselt ein und Personalien werden aufgeschrieben. Zack, bist du in der Datei. Dann soll mir noch jemand sagen, das er in dem Moment, wenn man aufgestiegen ist, daran denkt, nicht über den Zaun zu klettern....
 
@PirateSGD: Was du beschreibst wäre eine ganz andere Situation. Selbst ein Idiot kann in Regelfall unterscheiden ob die Leute Gewalt ausüben wollen oder ob sie einfach nur etwas feiern wollen (Und die eingesetzten Polizisten sind für sowas auch noch speziell geschult). Oder würdest du den Aufstieg deines Lieblingsclubs mit dem Werfen von Ziegelsteinen feiern?
 
@pvenohr: Nein, natürlich nicht, aber das beschriebe habe ich schon selber erlebt. Und da ist es egal, ob die Polizisten geschult sind oder nicht. Aber um mal wieder ein Ende zu finden. Es kann jeden treffen, und dann aus so einer Datei rauszukommen ist mega schwierig.
 
@PirateSGD: Nach Ablauf von 5 Jahren müssen die Personenbezogenen Daten gelöscht werden.
 
@uk82: Du glaubst auch das Zitronenfalter Zitronen falten würden?
 
@Fusselbär: Für den Glauben sind die Religionen zuständig. Hier die entsprechende Info zu meiner Aussage: http://tinyurl.com/3a8ddto
 
@Jack21: Ich lese den Beitrag so: "Dem Betroffenen konnte die Staatsanwaltschaft allerdings nicht nachweisen, eine dieser Taten selbst begangen zu haben." Das bedeutet für mich, es ist nicht sicher, ob er etwas geworfen hat, es ist nicht sicher, ob er überhaupt über den Zaun geklettert ist. Er gehörte lediglich einer Gruppe von H96-Fans, die über den Zaun geklettert sind. Ob mit oder ohne den Kläger geht aus diesem Text hier nicht hervor. Das würde den ganzen Fall aus meiner Sicht sogar noch brisanter machen.
 
@bgmnt: Lies mal den Sachverhalt von der Seite auf die der Link im Text verweist, darin steht das er die Absperrung überklettert hat. Auszug:"Der Kläger ist Anhänger des Fußballvereins Hannover 96. Im Mai 2006 besuchte er ein Regionalliga-Spiel im Leine-Stadion in Letter. Kurz nach Spielbeginn betrat der Kläger mit einer Gruppe von etwa 30 bis 40 Anhängern von Hannover 96 das Stadion, überkletterte die Absperrung und lief vor den gegnerischen Fan-Block. Aus der Gruppe wurden zwei bis drei Feuerwerkskörper, ein Bengalfeuer und ein fester Gegenstand - möglicherweise ein Stein - geworfen. Nach Zeugenberichten lief der Kläger mit an der Spitze der Gruppe."
 
@Scaver: Sehe ich genau so. Die Richter gehören sofort ihres Amtes enthoben. Wie kann man nur ein derart krasses Fehlurteil fällen?
 
@Scaver: Die Alternative wäre, Zuschauer in Fußballspielen gänzlich zu verbieten. Dann brauchen wir kein Polizeigroßaufgebot mehr, es gibt keine Verletzte mehr und keine Sachschäden. Es kann doch nicht sein das sich gewaltbereite Hooligans in der Masse verstecken und sich damit dem staatlichen Entzug entziehen. Mag ja sein das durch solche Regelungen Freiheiten verloren gehen, allerdings sehe ich da ein ausgewogenes Verhältnis zu der Sicherheit die da gewonnen wird. Nebenher konnte der Herr ja zumindestens schonmal einer Gruppe gewaltbereiter Hannover 96-Fans zugeordnet werden, vielleicht sollte man auch schon darauf achten mit welchen Menschen man sich umgibt, wenn man nicht plötzlich einer Straftat bezichtigt werden möchte.
 
"In dem Fall ging es um einen Kläger, der nachweislich zu einer Gruppe von Hannover 96-Fans gehörte, die bei einem Regionalliga-Spiel im Jahr 2006 über eine Absperrung kletterte und vor den gegnerischen Fanblock lief."

Wenn er so dumm sein muss über die Absperrung im stadion zu klettern dann geschieht es ihm ganz recht.
 
Man sollte bei diesem Fall noch mal deutlich darauf hinweisen, dass diese Verordnung erst vor zwei Tagen in Kraft getreten ist. Wahrscheinlich hätte man im vorliegenden Fall den 96-Fan ohne Verordnung aus der zentralen Datenbank löschen müssen, aber das hat wohl der Innenminister erkannt und hat noch schnell die Verordnung auf den Weg gebracht. Diese Verordnung gilt wohl auch noch für andere "zentrale Datenbanken" denen man eben mal schnell eine "Rechtsgrundlage" verpasst hat.
 
Wer schon son Scheiß macht und überhaupt über die Absperrung klettert und Richtung Gegner läuft brauch sich dann nicht zu wundern. Wenn du den Fluchtwagen fährst kannste auch nicht auf unschuldig plädieren, wenn dein Kollege den Wachmann erschossen hat. Ich finde solche Randalierer sollten drin bleiben und dementsprechend gebrandmarkt sein mit Stadionverbot etc
 
Ich finde es gar nicht schlecht, dass hier ein Zeichen gegen gewalt im Stadion gesetzt wird. Meiner Meinung nach artet es in den letzten Jahren immer mehr aus in unseren Stadien.
 
@niko86: Richtig. Sobald Dynamo Dresden ein Heimspiel hat, fällt der Zoobesuch mit der kleinen Tochter aus, denn der Zoo liegt nur einen "Steinwurf" vom Stadion entfernt. Von einem Besuch des Spiels mal ganz zu schweigen... Eigentlich erschreckend, dass die Freizeitplanung mit dem Spielplan einer Fußballmannschaft abgeglichen werden muss. Als Kind waren Stadionbesuche für mich immer ein Erlebnis, da ging es noch um den Sport. Schade, dass eine Minderheit der Fans (die gewaltbereite Gruppe) den ganzen Sport in Verruf bringen... trotzdem ist die Aushebelung der Unschuldsvermutung heftig - stehen dann ja auf einer Stufe mit potentiellen Terroristen oder anderen Gruppierungen, auf die der Verfassungsschutz ein Auge wirft.
 
@Tyndal: die Aushebelung der Unschuldsvermutung finde ich auch bedenklich, aber ich sehe kaum Möglichkeiten sonst an solche Leute ranzukommen
 
@Tyndal: ist es denn kein terrorismus wenn man sich in gruppen zum krawall machen organisiert?
 
Was für ein Unrechtsstaat! Obwohl dem Mann keine Gewalttat nachgewiesen wurde, bald wieder ab ins KZ? Ist doch völlig klar wohin solcher Unrechtstaat stramm marschiert! Derartige Unrechtshandlungen sind allzu offensichtlich die Vorbereitung für weiteres Unrecht, genauso wie damals Judenerfassungen mit Hollerith Maschinen. Mir persönlich ist ja Fußball total egal, aber Schurkenstaaten sind es nicht.
 
@Fusselbär: Da gibts schon seit ziemlich langer Zeit einen Paragraphen im StGB, der Vermutlich irgendwie in einem Zusammenhang mit dieser präventiven Nummer steht: "§ 231 StGB Beteiligung an einer Schlägerei". Auch hier gilt: "Mit gehangen, mit gefangen". In so fern würde dies das vorbeugende Äquivalent zum Straftatbestand darstellen.
 
@karstenschilder: Ein typisches Merkmal von Unrechtsstaaten die Sippenhaft, oder umgangsprachlich ausgedrückt: "mitgegangen, mitgefangen, mitgehangen" Sippenhaft gehört aber nicht in einem Rechtsstaat. Im Dritten Reich, dem Unrechtsstaat, da war allerdings derartige Unrechtsjustiz durchaus üblich. Die Hollerith Maschinen wirkten im Schurkenstaat mit, um die Daten zusammenzufassen für die "Endlösung" der "Judenfage".
 
Irgendwie laufen alle in der falschen Rille. Für Stadien gelten Hausordnungen. Ein Verstoß dagegen ist und bleibt ein Verstoß. Ob da jemand noch zusätzlich straffällig wird oder werden will, ist eine völlig ander Nummer!
Der Verstoß gegen die Hausordnung ist dokumentiert, bewiesen und hat Konsequenzen.
Steigt bei mir jemand über den (Garten)Zaun, hat das auch Konsequenzen.
 
hmm..gilt jetzt der spruch: die polizei, dein feind und staats mafia? anders kann man das gar nicht komentieren, es ist NICHT rechtsstaatlich was mit dier datei geschied. die verbrecher heute tragen uniformen und schwarze roben? den eindruck muss man immer mehr gewinnen!
 
@MxH: Ganz so ist es nicht! Die Verbrecher tragen Anzug, die Roben träger und Uniformierten sind lediglich die Lakaien des Systems. Das sind Beamte und haben ihr Gewissen bei Amtsantritt in die Tonne geworfen.
Kommentar abgeben Netiquette beachten!

Video-Empfehlungen

WinFuture Mobil

WinFuture.mbo QR-Code Auch Unterwegs bestens informiert!
Nachrichten und Kommentare auf
dem Smartphone lesen.

Folgt uns auf Twitter

WinFuture bei Twitter

Interessante Artikel & Testberichte

WinFuture wird gehostet von Artfiles