Bald kürzere Widerrufsfristen bei Online-Auktionen

Recht, Politik & EU Ab dem 11. Juni gelten für Teilnehmer bei Online-Auktionen kürzere Widerrufsfristen. Darauf hat die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen hingewiesen. mehr...

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Hmm find ich jetzt nicht so tragisch, 14 Tage sind doch auch bei normalen Online Käufen (also Amazon/ect.) standard, und meiner Meinung nach auch ausreichend lange.
 
Moment, ich dachte, ohne diese Belehrung hat man eine unbegrenzte Widerrufsfrist?
 
@zwutz: Schon, aber die Belehrung kann ja auch irgendwann zwischen unmittelbar nach Auktionsende und Abschluss der Zahlung erfolgen...
 
@zwutz: Zitat Wiki: Die Widerrufsfrist beginnt frühestens dann zu laufen, wenn der Verbraucher eine wirksame Widerrufsbelehrung erhalten hat. Das bedeutet, dass ohne ordnungsgemäße Widerrufsbelehrung ein Widerruf unbefristet möglich ist. Erfolgt die Belehrung erst nach Vertragsschluss, verlängert sich die Widerrufsfrist auf einen Monat.
 
Was ist daran neu???
 
@ViNyY: Ähm Text haste schon gelesen?!?
 
@ViNyY: Ja klar aber ich glaube ich hab da was falsch verstanden
 
@ViNyY: Les dir mal o7 durch. Dort habe ich versucht, die Änderung verständlich darzustellen. Es ist eine juristische Feinheit, die ein Nichtjurist ohne Hilfestellung eigentlich gar nicht erkennen kann. Aber lass dich nicht entmutigen: Hier hat es offensichtlich niemand erkannt, also stehst du nicht allein da. Die Minus-Klicker haben sich nur selbst kräftig in die Tasche gelogen. Aus den Angaben im Artikel selbst kann man auch gar nicht (korrekt) herauslesen, was jetzt tatsächlich anders ist.
 
Finde ich persönlich gut! 14 Tage sind eine lange Zeit um den Artikel zu testen und den Idioten die sich z.B. Schneeketten kaufen um einmal im Jahr in den 14 tägigen Winterurlaub zu fahren und den dann einfällt, upps ich kann die Ketten ja zurück geben, wird das Leben jetzt etwas schwerer gemacht!
 
@bigprice: aber bei wertminderung muss der verkäufer ja nicht den vollen preis erstatten. man darf die sachen ja eigentliche nur begutachten und so "testen", wie es im laden auch möglich wäre.
 
@moniduse: Bei Schneeketten zählt ja oft nur das "dabei haben". Wie oft braucht man die denn in einem normalen Skiurlaub schon. 14 Tage finde ich aber auch ausreichend um sich den Kauf nochmal zu überlegen.
 
@Sebastian83: Wenn ich das schon lese "den Kauf zu überlegen" Sowas sollte man sich VOR der Bestellung überlegen oder glaubst Du der gemeine Onlinehändler hat Zeit für sowas? Das Widerrufsrecht ist dazu da um die Ware auf Beschädigungen, Größe bei Textilien, Farbe usw. zu prüfen, halt auf alles was Dir über das Internet nicht wirklich möglich ist. Aber etwas kaufen um es 13 Tage zu hause liegen zu haben um es sich zu überlegen ist komplett Sinnfrei!
 
@Baderus: Das Widerrufsrecht ist (eigentlich) nicht dafür da, um die Ware auf Beschädigung prüfen zu können. Für Beschädigungen ist eigentlich das Mängelrecht gedacht. Das Widerrufsrecht soll dem Verbraucher, der von einem Unternehmer kauft, die Möglichkeit der Evaluation der Ware eröffnen, wie es bei einem Präsenzgeschäft der Fall wäre.
 
@Flash32: Im Ladengeschäft hat man die Möglichkeit die Ware auf Beschädigungen zu prüfen, genauso wie auf Größe usw. Diese Möglichkeit besteht über das Internet nicht. Sicherlich kann der Kunde bei einem Beschädigtem Produkt von der Pflicht der Magelbeseitigung gebrauch machen, er kann aber auch ganz einfach aus diesem Grund die Bestellung widerrufen. Genau genommen greifen also beide Rechte. Aber das Widerrufsrecht ist nicht dazu gedacht sich etwas wild im Internet zu bestellen und es sich dann zu überlegen ob man das eigentlich haben möchte. Du bestellst ja sicherlich auch keinen Satz Reifen für dein Auto und denkst Dir nach 12 Tagen "ach ich brauch die doch nicht, meine alten halten noch 2 Jahre"
 
@Baderus: Wie aus meinem vorigen Beitrag (scheinbar nicht klar genug) hervorging, bin ich mir bewusst, dass man auch bei Mängeln einfach widerrufen kann. Das ist aber nicht der Grund, warum das Widerrufsrecht geschaffen wurde. Auch die von dir genannte Fallkonstellation ist eigentlich ein Missbrauch des Widerrufsrechts. Man könnte es auch als "Erschleichen von Nutzung" bezeichnen. Es ist ein belastender Nebeneffekt für die Händler, der allerdings leider kaum zu vermeiden ist.
 
@Flash32: Na dann sind wir ja auf einem nenner, denn deswegen rege ich mich ja so auf über die Aussage von Sebastian83 das man es sich ja überlegen kann ob man die Ware behällt. Wenn die Ware eh 2 Wochen beim Kunden ist dann liegt die sicherlich nicht in der Ecke. Entweder ich will was haben und bestelle es, teste dann ob es das ist was ich erwarte, damit wir uns nicht wieder falsch verstehen, im Rahmen wie es auch im Ladengeschäft möglich wäre, und entscheide dann ob ich es behalte oder zurück schicke. Da brauche ich keine 2 Wochen für... Ich bekomme selber nen Hals wenn einen Tag vorm ablauf der Widerrufsfrist Ware zurück kommt und frage mich was die die ganze Zeit damit gemacht haben.
 
Neben ein paar Ungenauigkeiten (die man absolut verstehen kann, da der Artikel einfach und kurz sein muss) hat sich ein doch etwas dickerer Fehler eingeschlichen: "wenn der Bietende ein Verbraucher ist und der Anbieter als Unternehmen eingestuft wird." Der Anbieter muss UnternehmeR sein, nicht ein UnternehmeN. Ein Buchstabe, riesige Wirkung.
 
Hmm hier sind zu viele postive Antworten: Bestimmt war da Geld im Spiel und die Politiker wurden bestochen dass sie den Verbraucher wieder etwas einschränken um den Unternehmen mehr Macht zu geben ;)
 
@sinni800: Hier wurde nur das Widerrufsrecht der Ebay Händler an das Widerrufsrecht der Onlineshop Händler angepasst, nicht mehr und nicht weniger.
 
Ich habe die bisherigen Kommentare nochmal überflogen. Scheinbar wissen die meisten nicht, wo das Problem liegt und was genau geändert wurde. Deshalb versuche ich es nochmal kurz und knapp zu summieren. Ich verspreche auch, nicht mit Paragraphen um mich zu werfen. Es soll nur ums allgemeine Verständnis gehen. Leider kann man hier keine Absätze machen, also nutze ich "_" Zeichen für die optische Gliederung. __ Wir haben grob gesprochen drei Möglichkeiten, was mit der Widerrufsbelehrung sein kann. Erstens: Sie erfolgt überhaupt nicht. In diesem Fall fängt keine Frist an zu laufen (das ist nicht 100%ig richtig, aber ich will mich jetzt nicht in Details verhaspeln). Das war vorher so, und das ist auch nach der neuen Regelung so. _ Zweitens: Die Widerrufsbelehrung erfolgt NACH Vertragsschluss. Hier wird die normale 14-tägige Frist auf einen Monat verlängert, siehe §355 II 2 BGB. _ Drittens: Die Widerrufsbelehrung erfolgt VOR Vertragsschluss. Hier gilt die normale 14-tägige Frist von § 355 II 1, I BGB. __ Jetzt fragen sich die meisten wahrscheinlich (zurecht) "Hä, was ist jetzt anders?". Immerhin kann man ja auf eBay bei seiner Auktion einfach ne Widerrufsbelehrung reinklatschen. Ja, kann man. Nur muss die Belehrung in Textform (§126b BGB) vorliegen. Diesen Ansprüchen genügt das eBay-Geschreibsel aber nicht. _ Ergebnis: Es wird aktuell bei eBay regelmäßig erst NACH Vertragsschluss belehrt. Folge: 1 Monat Widerrufsrecht, §355 II 2 BGB. Dies scheint aber unbillig, da der Unternehmer ja überhaupt keine MÖGLICHKEIT hat, vor Vertragsschluss ordentlich zu belehren. Deshalb räumt ihm der Gesetzgeber jetzt die Möglichkeit ein, ->unverzüglich<- (das kann ich euch jetzt schon sagen, dass das von der Rechtsprechung ziemlich restriktiv ausgelegt werden wird) nach Vertragsschluss noch zu belehren und die 14-tägige Frist auszulösen. __ Ich hoffe, ich konnte die Problematik einigermaßen bürgerfreundlich erläutern. Wer etwas tiefer einsteigen und verstehen will, dem kann ich (wenn gewünscht) einige Fundstellen zu Aufsätzen und Entscheidungen zukommen lassen. Etwas OT, aber man sollte sich als Verbraucher wohl auch mal den Art. 246 EGBGB durchlesen. Dort steht unter anderem, was der Unternehmer so an Infos auszuspucken hat.
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