Guardian-Chef warnt Zeitungen vor Abschottung

Wirtschaft & Firmen Alan Rusbridger, Chefredakteur der britischen Tageszeitung 'The Guardian', hat die Presseverlage davor gewarnt, voll auf Paid Content-Kurs zu gehen und den freien Zugang zu ihren Inhalten komplett zu unterbinden. mehr...

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"Die Situation ist nun so, dass viele Leser die Möglichkeit haben, ihre eigenen Urteile zu fällen..." Och, das ist ja zu gnädig
 
Das Zauberwort heißt "Qualitätsjournalismus". Es ist kaum verwunderlich, dass die ehemaligen Leser scharenweise ins Internet abwandern, wenn Sie dort den gleichen Content für lau bekommen und die Zuverlässigkeit, der Umfang sowie die sprachliche Qualität sich nur marginal von gedruckten Werken unterscheiden. In Zeiten in denen mies recherchierte und/oder kopflos bei Wikipedia abgeschriebene Artikel in Printmedien zum Standard geworden sind, ist dieser Trend nicht verwunderlich. Dieser Teil der Abwanderung wird sich auch kaum stoppen lassen, egal ob die großen Verlage die entsprechenden Inhalte online kostenpflichtig gestalten oder nicht, denn diese Art von Content kann von praktisch jedem mit wenig Aufwand produziert werden. Was im Internet (insbesondere außerhalb des PC- und internetbselbstezogenen Bereiches) aber immer noch selten anzutreffen ist, ist dauerhaft hochwertiger, zuverlässiger Content. Content der nicht laufend auf seinen Wahrheitsgehalt überprüft werden muß. Ein Verlag, der derartiges bietet, wird auch in Zukunft keine übermäßigen Probleme haben, da die entsprechende Klientel durchaus zahlungswillig ist - eine Klientel, die auch die (vorhandenen) Vorzüge einer gedruckten Zeitung zu schätzen weiß. Insofern ist in solchen Fällen der zugehörige Internetauftritt auch eine Werbeplattform: Ein Großteil der überzeugten Leser (Vielnutzer) zahlen, der "zufällige" Rest kennt keine Bindung zum Blatt/Verlag und ist daher verzichtbar bzw. über die Werbung finanzierbar oder "läuft über" - und zahlt.
 
@Der Typ ohne Ahnung: Dem kann nur ich vorbehaltlos zustimmen. (+)
 
@Der Typ ohne Ahnung: Dein Nick passt aber nun wirklich überhaupt gar nicht zu deinem Kommentar :) :). (+) Ich gehöre auch zu der Klientel, die sich noch ein Zeitung (aus Papier!!!!!!!!!!) abonniert haben. Es gibt einfach nichts besseres als morgens beim Frühstücken sich über die aktuellen weltweiten Geschehnisse zu informieren. Zusätzlich nutze ich tagsüber unter anderem auch noch deren Online-Angebot, wenn es die Zeit zulässt.
 
@Der Typ ohne Ahnung: (+) auch von mir. Das mit dem "Qualitätsjournalismus" deckt sich ja auch mit der Tatsache, daß Leute, die ihr Geld mit tiefsten Boulevardschund verdienen, wie Murdoch (Fox-News, The Sun) oder der Springer-Verlag (BILD & Co) Probleme mit der Internetkonkurrenz haben, während diese Herr von der Qualitätszeitung "The Guardian" ganz gut damit zurechtkommt.
 
och die armen journalisten
 
In den USA gibt es mittlerweile Journalisten, die ihre Arbeit über Spendengelder finanzieren. Sie stellen den Lesern ein Thema vor, und wenn genügend Spenden eingegangen sind, beginnen sie mit der eigentlichen Arbeit. In Deutschland, wo ja alles möglichst kostenlos sein soll sicherlich unmöglich.
 
@1. Oktober: Genau, und die amerikanischen Verlage haben Print Ausgaben von Zeitungen eingestellt, weil die Amerikaner für Inhalte eher zu zahlen bereit sind ...
Ähnliche Projekte fände ich auch für Deutschland interessant.
 
@William Thomas: Die gedruckte Zeitung halte ich für nahezu mausetot. Ich rätsele immer noch, wer sich das antut. Aber an Arbeit für Journalisten sollte es nicht mangeln. Die kommen an Informationen, an die Blogger niemals kommen werden.
 
@1. Oktober: Solange es keine digitale Alternative zur Zeitung gibt, die ich anfasse kann, und mir keine Kopfschmerzen bereitet, wird sie überleben. Aber entsprechende E-Paper sind ja Prototyptechnisch schon auf dem richtigen Weg.
 
Der Guardian ist ja mal wieder der Oberhammer: anstatt seine Konkurrenten sich weiter selbst ungehemmt ihr eigenes Grab schaufeln zu lassen, warnt der die sogar vor dem Onlinesuizid. Respekt!
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