Softwarepatente: Entwicklervereinigung macht Druck

Software Eine Vereinigung kleinerer europäischer Softwarefirmen hat das EU-Parlament aufgefordert, sich am 6. Juli gegen Softwarepatente auszusprechen. Die Foundation for a Free Information Infrastructure (FFII) besteht aus 1737 Firmen, die insgesamt mehr ... mehr...

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Gute Sache das dies hier nun als News bekanntgemacht wird. Um zu verstehen was dahinter steckt finde ich folgendes ganz gut erklärt. Quelle www.knoppix.com ZITAT: >> "Softwarepatente" in Europa: Die Gefahr besteht weiter
Demnächst werden das Europäische Parlament und der Ministerrat erneut über die Legalisierung und Einführung der sogenannten "Software-Patente" auch in Europa entscheiden, mit denen bereits in anderen Ländern große Firmen ihre Konkurrenz aus dem Markt drängen. Dies kann dazu führen, dass viele Software-Projekte wie auch KNOPPIX demnächst nicht mehr in Europa weiterentwickelt werden können, da durch bereits jetzt über 30.000 erteilte "Software-Patente" (derzeit noch ohne Rechtsgrundlage) deren Inhabern Monopol- und Lizenzgebührenansprüche auf triviale Dinge wie "Fortschrittsbalken", "Mausklicks in Online-Bestellformularen", "Scrollen in Fenstern" und ähnliches entstehen. Software-Entwickler müssten also zukünftig auch für ihre eigene, vollständig selbst entwickelte Software, die eines dieser Patente möglicherweise verletzt, Lizenzgebühren an den "Software-Patentinhaber" bezahlen, was die Entwicklung neuer innovativer Software für kleine und mittelständische Unternehmen de facto unmöglich machen kann (ganz abgesehen vom Aufwand bei der Recherche und den Kosten der Rechtshilfen, um überhaupt festzustellen, welche "Software-Patente" verletzt werden könnten, wenn man die eigenen Entwicklungen weiterhin vertreiben möchte). Im Gegensatz zu echten Patenten auf technische Erfindungen sind "Software-Patente" im von der Kommission vorgeschlagenen Richtlinenentwurf Monopolansprüche auf Geschäftsideen und Verfahren, auch ganz ohne eine konkrete technische Implementierung.

Mehr über die Problematik unter http://www.nosoftwarepatents.com/
 
Vorallem finde ich das Jeder sich dort eintragen sollte ! Denn es trifft nicht nur die Programmierer die die Programme schreiben, denn Jeder der gern FreeWare mag möchste sicherlich auch weiterhin nichts dafür Zahlen! Aber selbst Software die Geld kosten würden sicherlich teurer werden. Ich denk mal das sollte Jedem eine digiale Unterschrift (sprich Name und eMail Adresse) wert sein __> http://www.nosoftwarepatents.com/de/m/help/email.html
 
@_Fire_Dragon_: Recht haste - bin dabei
 
@_Fire_Dragon_:
Befürchte nur das wird nicht mehr viel bringen. Wenn überhaupt hilft es vielleicht wenn man mal persöhnlich vorbei schaut.
http://wiki.noepatents.eu.org/index.php/StbDemoCoaches

 
Mitmachen sollte jeder - jedoch sehe ich auch, dass hier einmal mehr gegen alle Interessen der freien Marktwirtschaft und der Bürger in Brüssel entschieden wird. Die Lobbyisten mit dem Geld der großen IT Firmen, welche davon profitieren, haben sicher genügend des Geldes unter die sogenannten Volksvertreter gebracht. Leider wird das dann dazu führen, dass sehr viele Open Source und Freeware Projekte eingestellt werden und damit kommerzielle Software wieder stärker in den Vordergrund tritt. Gleichzeitig wird dann die Raubkopiererquote wieder steigen und die Themen des Kopierschutzes, der Online Überwachung und -Aktivierung ganz oben auf der Tagesordnung landen. So wird sich der Kreis schließen und die Großen der Branche sind die einzigen Gewinner und wir alle die Verlierer.
 
Meine volle Unterstützung! Der Schutz einer Erfindung durch Patent macht nur Sinn, wenn ansonsten langwierige und kostspielige Forschung und Entwicklung, um den gerechten Lohn für die Mühen gebracht würde. Nur so sichert man den Fortschritt. Wenn's jeder sofort kopieren darf, wozu sollte man sich irgendwelche Mühe machen. Schutz durch Patent macht aber überhaupt keinen Sinn, wenn es um so banale Grundsätzlichkeiten geht, daß es einem Denkverbot gleichkäme, sie anderen vorzuenthalten. Das lähmt den Fortschritt. Vor allem wenn die ganzen Patente dann auch noch in die Hände von ein paar wenigen Megakonzernen geraten, die jede gute Idee eines ambitionierten Neulings schon allein durch äußern eines Verdachts auf Patentverletzung mit einer Millionenklage plattmachen könnten und damit ihre jetzt schon beherrschende Stellung im Softwaremarkt für alle Zeiten zementieren würden.
 
Eines kapiere ich nicht: Wenn ich das Patent auf etwas habe und ich niemand erlaube, es zu nutzen, habe ich dann nicht das Monopol darauf und werde von der EU verklagt?
 
ich habe mir vor geraumer zeit den buchstaben "o" patentieren lassen. wenn longhorn herauskommt, werde ich microsoft pro verkaufter cd auf zwei dollar (einer für jedes "o") verklagen. des weiteren beantragt sind patente für den i-punkt, den kringel im @ zeichen und das loch in der mitte von cds. wer zuletzt patentiert, der verliert.
 
@sir-talis: Pech für Open Office, die müssen gleich zweimal bezahlen.
 
@swissboy: open office hilft es auch nicht, den namen abzukürzen "oo" kostet immer noch zwei dolar (^_^) aber im ernst, es ist schon verrückt, was manche firmen alles patentieren lassen wollen: den fortschrittsbalken, den ungleich-operator, tabs, den webshop, die bezahlung im internet per kreditkarte ... sogar der versand von werbematerial gehört dazu. bleint nur zu hoffen, dass auch der liebe spam unter patentrecht fällt und nicht mehr von jedem verschickt werden darf ... (^_^)
 
Hallo Gemeinde,
http://de.openoffice.org
hat eine Pressemeldung herausgegeben, in der recht verständlich auf die Gefahren
der Patentierung von software hingewiesen wird.

MfG

W.Käufler
 
Patente sollten auf zeit gegeben werden. 5 Jahre und dann sollten alle davon profitieren dürfen. Die menschheit bremst sich wegen ihrer sinnlosen habgier doch nur selbst aus.
 
@schwammdrüber: triviale sachen, die in fast jeder software stecken, sollten überhaupt nicht patentiert werden dürfen. im hardware bereich (nach nerd definition alles was keine software ist: elektronik, mechanik, "der rest der welt") sind patente für langjährige und/oder geniale erfindungen schon berechtigt. irgendwie muss die firma ihre entwicklungskosten ja wieder rein bekommen. wäre das nicht möglich, würde der fortschritt auch behindert werden, weil jeder lieber kopiert als selbst zu entwickeln.
 
@schwammdrüber: Bei Softwarepatenten fände ich eine verkürzte Frist von 5 Jahren kein schlechter Kompromiss.
 
@swissboy: Wozu denn ein Kompromiss? Man braucht überhaupt keinen Kompromiss, schließlich gibt es für Software ja bereits das kompromisslos gültige Urheberrecht, welches aber von den Patentrhetorikern immer mal wieder gerne "vergessen" wird, um es so aussehen zu lassen, als würden sie ganz ohne Schutz dastehen.
 
@swissboy: aber das würde bedeuten, dass ab sofort für den zeittraum der nächsten fünf jahre so ziemlich alles von linux über gimp zu open office nicht mehr angeboten werden dürfte. aber das betrifft nicht nur die open source programme, sondern auch jede kleinere softwareschmiede. sollen die für fünf jahre europa verlassen? ich denke, die würden alle pleite machen. ausserdem gäbe es dann keinen firefox mehr, zumindest nicht mit tabs, weil die dann nämlich patentiert sind.
 
@sir-talis: Das Thema hat nichts mit OpenSource zu tun! Diese Darstellung kommt von den Lobbyisten, die immer wieder versuchen, es in diese Ecke zu drücken, um die Situation zu verschleiern. Diejenigen, die den härtesten Nachteil von Softwarepatenten haben, sind mittelständische Unternehmen und Sharewareautoren. Einer Umfrage zufolge, die vom Bundeswirtschaftsministerium in Auftrag gegeben wurde, beabsichtigen 80% der mittelständischen Unternehmen nicht, selbst Softwarepatente einzureichen, weil sie sich diesen Papierkram und diese Bürokratie schlicht und einfach nicht leisten könnten. Patentrecherchen können unglaublich teuer sein, da geht es um Stundenlöhne von mehreren hundert Euro, eine einzige Patentrecherche kann in die Tausende gehen. Daraufhin ist die Umfrage urplötzlich in dunklen Schubladen verschwunden. Diese Unternehmen wären von heute auf morgen im Nachteil. Aber genau diese Unternehmen müssen gefördert werden, weil sie und nur sie Arbeitsplätze schaffen können. Es sollte sich inzwischen wirklich herumgesprochen haben, dass Weltkonzerne das Arbeitsplatzproblem nicht lösen können! Also muss man genau diesen Unternehmen die Regulierung und Bürokratie erleichtern, anstatt zusätzliche Regulierung und Bürokratie einzuführen. Das genaue Gegenteil bewirken jedoch die Softwarepatente.
 
@installer: die problematik, in die dadurch dir kleineren betriebe kommen, ist mir bekannt (und ist mit "kleinere softwareschmiede" in re4 von mir auch genannt worden) aber das open source nichts damit zu tun hat, bzw. davon unberührt bleiben würde, kann ich nicht glauben. wie soll denn noch open source entwickelt werden, wenn man dafür mehr anwälte als programmierer braucht? mal abgesehen von den ganzen open source programmen, die jetzt schon existieren und dann gegen patente verstossen würden, kann open source dadurch nur sowieso nur verlieren. ps: der artikel im spiegel ist recht interessant und auch ganz unterhaltsam geschrieben (^_^) mal wieder typisch für das europa-parlament: die stimmen ab und wissen gar nicht genau worüber...pps: klaus knopper scheint sein projekt knoppix ebenfalls durch softwarepatente gefährdet zu sehen, zitat: "Dies kann dazu führen, dass viele Software-Projekte wie auch KNOPPIX demnächst nicht mehr in Europa weiterentwickelt werden können,..."
 
@sir-talis: Nein, es ging nicht darum, dass OpenSource nicht betroffen sei, stimmt auch gar nicht, es ist sehr wohl betroffen, sondern vielmehr darum, dass dies nicht der Mittelpunkt der Argumentation sein sollte. Es kann der Argumentation sogar schaden, allzuviel Bezug auf OpenSource zu nehmen, weil dadurch der falsche Eindruck entsteht, es ginge nur um freie Projekte, die in der Sicht mancher Leute sowieso nur eine geringe wirtschaftliche Bedeutung haben. Herr Knopper hat bestimmt die allerbesten Absichten mit dem, was er auf seiner Webseite schreibt, es ist aber nicht ganz klar, ob das auch wirklich hilfreich ist. Das Wichtigste sind Unternehmen, die vor Ort Auftragssoftware entwickeln, eben solche Unternehmen, deren Namen man nicht kennt und die man typischerweise in den Gelben Seiten findet. Die beschäftigen nämlich Menschen und wären im Gegensatz zu Weltkonzernen theoretisch in der Lage, sogar einen Teil des Arbeitsmarktproblems zu lösen, wenn, ja wenn man ihnen keine unnötigen Belastungen zumuten würde. Im Endeffekt sind Softwarepatente einfach nur eine Belastung, weil sie Verwaltungsaufwand verursachen und es im Falle einer Verletzung für Unternehmen, die eine bestimmte Größe nicht überschreiten, ganz einfach zu teuer ist, sich zu wehren, kleine Unternehmen würden also in jedem Fall draufzahlen und wären zusätzlich in einer Art und Weise angreifbar, in der sie es jetzt noch nicht sind. Es kommt leider viel zu oft vor, dass das OpenSource-Argument zu stark in den Mittelpunkt gerückt wird, obwohl es ja eigentlich völlig richtig ist, es darf aber keinesfalls die anderen Gefahren unterdrücken oder gar den Ball den Lobbyisten zuschieben, die es dann so ummünzen, als wären nur Freizeitprogrammierer negativ betroffen. Ich sage das übrigens als recht überzeugter OpenSource-Befürworter.
 
@installer: da kann ich dir voll zustimmen. wenn ich mein diplom habe, möchte ich nicht bei microsoft als nummer 0815 von 4711 unter vertrag genommen werden und auf die rente hoffen, sondern würde gerne in einer innovativen firma anfangen und mich eventuell später selbstständig machen. aber nicht nur, dass mit den kleineren firmen interessante arbeitgeber aus dem lande verschwinden würden, der verlust wäre auch nicht gut für die infrastruktur, die nach und nach von weltkonzernen beherrscht würde. hoffen wir, dass die damen und herren im eu-parlament sich ein bild von den hintergründen gemacht haben. in dem sinn, keep watching: (°_°)
 
Ein sehr lesenswerter Artikel zum Thema: http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,363386,00.html - Die Abstimmung ist morgen, es hängt eigentlich alles von der EVP ab (das ist die europäische CDU). Die wissen noch gar nicht, wie sie abstimmen werden, noch vor zwei Wochen wussten sie es komischerweise ganz genau, aber vielleicht sind in der Zwischenzeit noch ein paar Geschenke angekommen.
 
Der neuste Artikel "Softwarepatente: Parlamentsmehrheit gegen die EU-Richtlinie zeichnet sich ab" bei heise verspricht eventuell gute Neuigkeiten zum Thema: http://www.heise.de/newsticker/meldung/61410
 
In der zweiten Lesung gab es eben gerade ein klares Nein im Parlament. Damit ist die Richtlinie abgelehnt.
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