EU muss Softwarepatent-Regelung überarbeiten

Software Nachdem das EU-Parlament bereits am 2. Februar (wir berichteten) fast einstimmig beschlossen hatte, daß die Regelung für Softwarepatente neu erarbeitet werden soll, hat dies nun auch die Koferenz der Präsidenten bestätigt. mehr...

Diese Nachricht vollständig anzeigen.

Jetzt einen Kommentar schreiben
 
obwohl's nonsense ist, wird's solange versucht, bis es endlich genehmigt wird. man muss halt in der politik nur hartnäckig bleiben. irgendwann findet sich schon einer, der keine ahnung hat und es genehmigt.
 
@HarryK: deswegen war ja auch die Künast im Agrar- & Fischereiausschuss ( kein Scherz ) dafür zuständig. Soviel dann zum modernen Europa.....
 
*Zustimm...*
 
Mal eine gute Nachricht, in einem leider trotzdem aussichtslosen Kampf...
 
Hmh um was geht es eigentlich genau in diesen Softwarepatente Gesetz und was für Punkte enthält es und wieso sind soviele Spieler dagegen?
 
@Keemo: Zwei Klicks hätten dich hierhin gebracht: http://www.heise.de/newsticker/meldung/55878 - da findest du die Anwort auf deine erste Frage. Und wie du darauf kommst, dass nur "Spieler" dagegen sind, zeigt, dass du mit diesem Thema anscheinend tatsächlich noch nie konfrontiert wurdest. Die Softwarepatente betreffen vor allem Software-Entwickler, auch OpenSource-Projekte sind dadurch "bedroht". Doch was schreibe ich das alles? Du hast ja jetzt den Link :)
 
@Keemo: da geht's darum, dass sich manche leute vorstellen so sachen wie "doppelklick auf maus" (=M$) oder "highlight eines suchergebnisses in einem dokument" (=Google) patentieren und dann dafür die grosse kohle absahnen zu können. grobes beispiel: M$ "erfindet" die startleiste mit einem "Start" button links unten und linux darf's nicht nachmachen.
 
@Keemo: Besonders bekannte Beispiele sind die Patente auf Fortschrittsbalken (gehört IBM) und Karteireiter (gehört Adobe). Klick doch mal im Adobe Acrobat Reader auf "Help" und dann auf "About Adobe Acrobat Reader" und dort auf "Patents and Legal Notices". Da wirst Du sehen, dass diese Software durch mindestens 50 Patente auf derartige "Erfindungen" geschützt ist, einfach nur ekelhaft. Ebenfalls sehr aggressiv ist Amazon. Die haben sich die Idee, Waren im Internet so zu verkaufen, dass zum Kaufen nur ein Mausklick benötigt wird, patentieren lassen. Das ist aber nicht alles, auch die Anzeige verwandter Artikel in einer Artikelbeschreibung hat sich Amazon patentieren lassen. Ein ganz besonders krasser Vorfall hat sich letzte Woche in Japan ereignet, weil die in Japan marktführende Textverarbeitung namens Ichitaro einen Button enthält, der die Hilfefunktion aufruft. Matsushita hat sich die Idee, die Hilfefunktion in einem Programm durch einen Button aufzurufen, vorher patentieren lassen und Ichitaro verklagt. Daraufhin hat ein japanisches Gericht entschieden, dass alle Japaner sämtliche Exemplare dieser Textverarbeitung vernichten müssen, weil sie die Patente von Matsushita verletzt. Das muss man sich so vorstellen, als müssten alle Deutschen von heute auf morgen per Gerichtsbeschluss sämtliche Exemplare von Word vernichten, falls Word irgendein Patent verletzen sollte. Kurz gesagt, es ist ein einziges Trauerspiel. Warum die Abgeordneten dagegen sind, dürfte jetzt hoffentlich klar sein.
 
Diese Softwarepatente sind ein einziger Murks. Beispiel: Der Autor des GZip-Kompressionsalgorithmus (das ist der Algorithmus, mit dem heutzutage fast alle Daten, die über das Internet verschickt werden, komprimiert sind) hat nach eigenen Angaben mehr Zeit mit der Patentrecherche als mit der Implementation verbracht. Dabei hat er eine sehr pikante Entdeckung gemacht: Es gibt gleich zwei Patente, die einen Sachverhalt beschreiben, der mathematisch beweisbar unmöglich ist, nämlich die Kompression von Zufallsdaten. Das ist gleich doppelt pikant, weil unmögliche Dinge erstens nicht patentierbar sind und zweitens ein- und dieselbe Sache niemals doppelt patentiert sein darf. Das zeigt, wie unsinnig so ein Gesetz ist, weil es schlicht und einfach nicht funktioniert. Besonders bitter wären Softwarepatente für selbständig erwerbstätige Sharewareautoren, die können sich nämlich im Gegensatz zu global agierenden Konzernen wie IBM, Adobe, Amazon oder Microsoft keine eigene Rechtsabteilung leisten und ständen somit von heute auf morgen ohne Existenzgrundlage da, weil das Risiko, ohne eigene Rechtsabteilung Software zu entwickeln, viel zu groß wäre. Wenn die Softwarepatente kommen, sollte man am besten gar keine Gedanken mehr an eine Existenz als Sharewareautor verschwenden, das finanzielle Risiko wäre dann nämlich unkalkulierbar. So vernichtet man Arbeitsplätze! Übrigens gibt es in den USA, wo Softwarepatente genau wie in Japan leider legal sind, schon Unternehmen, die den ganzen Tag nichts anderes tun, als Patente zu generieren und dann zu klagen, beispielsweise dieser Laden hier: http://www.forgent.com/ - die haben früher mal Software entwickelt, dann haben sie aber gemerkt, dass sich das nicht mehr lohnt und dass es viel profitabler ist, einfach nur zu klagen, bis zum Abwinken. Alle Entwickler wurden entlassen und durch Juristen ersetzt, auf der Webseite liest man überall nur "Patents, Intellectual Property, Infringement Lawsuit", aber nichts über Software, einfach widerlich. Wollen wir das hier in Europa? Ich nicht!
 
ihr seid ja freaks, muss man schon sagen!
aber recht muss man euch auch geben. (:
 
koferenz, würd sagen da fehlt ein "n"..., würd mich wundern wenn das diesmal was vernünftiges bei rumkommt, naja is auch ne scheisse sache, die werden eh immer die dummen sein ^^
Kommentar abgeben Netiquette beachten!

Video-Empfehlungen