Garri Kasparov: KIs sind am Ende gar nicht so schlau wie sie wirken

Künstliche Intelligenz, Ki, Gehirn, Denken, Kopf Bildquelle: Saad Faruque (CC BY-SA 2.0)
Als erster großer Meister, der von einer Künstlichen Intelligenz in seine Schranken gewiesen wurde, sollte Garry Kasparov eigentlich nicht sonderlich gut auf die Technik zu sprechen sein. Statt aber mit in die allgemeine Panikmache einzusteigen, schaut er eher erwartungsfroh auf die kommende Zeit.

Infografik: Künstliche Intelligenz im AufwärtstrendKünstliche Intelligenz im Aufwärtstrend
"Wir sollten nicht beunruhigt sein", erklärte Kasparov gegenüber der britischen BBC. Er selbst hatte einst erklärt, dass er als Weltmeister im Schach nie von einem Computer besiegt werden würde. Einige Jahre später musste er sich dann aber dem IBM-System Deep Blue geschlagen geben. Trotzdem ist er alles andere als beleidigt.

"Das nennt sich Fortschritt", führte er aus. Grundsätzlich stünde die Menschheit vor einem ziemlich großen Entwicklungsschritt. "Erst haben Maschinen die Arbeitstiere und alle möglichen Arten manueller Arbeit ersetzt. Und nun stehen die Maschinen davor, immer mehr niedere Denkaufgaben zu übernehmen. Das ist eine große Sache und passiert sowieso. Wir sollten nicht besorgt darüber sein, sondern es als Tatsache akzeptieren, in die Zukunft schauen und verstehen, wie wir uns darauf einstellen müssen."

Alles nur schnelle Wecker

Denn bei allen großen Erfolgen, die die KI-Forschung in den letzten Jahren feiert, habe man es am Ende doch wieder einfach nur mit Computern zu tun. Und diese haben in jedem Fall ihre Grenzen, auch wenn sie sich zuletzt deutlich nach oben verschoben haben. Für Kasparov, der sich seit seiner Niederlage gegen Deep Blue zu einem Experten in dem Bereich entwickelt hat, präsentiert sich hier nach wie vor ein Konzept, das auf die immer gleichen Muster zurückzuführen ist.

Die Maschine, die ihn damals besiegte, sei alles andere als intelligent gewesen. "Sie war so intelligent wie euer Wecker", sagte er. "Ein ziemlich teurer, ein 10-Millionen-Dollar-Wecker." Deep Blue sei mächtig in Brute Force-Verfahren gewesen, hatte aber nur sehr wenig wirkliches Wissen über Schach. Das so genannte Spiel der Könige habe sich aber als anfällig für Brute Force-Angriffe erwiesen. "Wenn die Hardware schnell genug, die Datenbanken groß genug und die Algorithmen clever genug sind, musste es geknackt werden", so der Schach-Großmeister. Heute könne jede kostenlose Schach-App auf einem Smartphone stärker sein, als Deep Blue damals.


Künstliche Intelligenz, Ki, Gehirn, Denken, Kopf Künstliche Intelligenz, Ki, Gehirn, Denken, Kopf Saad Faruque (CC BY-SA 2.0)
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