Motorola Moto G5 Plus im Test: Mehr Geld für kaum mehr Features

Frontkamera

Auf der Front weist das Moto G5 Plus die gleiche Kamera auf wie das Moto G5: Selfies werden also mit 5 Megapixel aufgenommen, das Objektiv weist einen Blendenwert von mäßigen f 2,2 auf und anstelle eines Autofokus kommt ein Festfokus zum Einsatz. Die Qualität entspricht deshalb auch exakt derjenigen des kleinen Brüderchens: akzeptabel, aber nicht spitze.
Test Motorola Moto G5 Plus

Hauptkamera

Auf dem Papier hat sich nicht sehr viel getan: Anstelle der 12,98 Megapixel des Moto G5 bannt das Moto G5 Plus 12,19 Megapixel auf den Sen­sor. Das darf man ver­nach­lässi­gen. Wichtiger sind vielmehr die Un­ter­schie­de im Klein­ge­druck­ten: So haben die Chinesen dem Plus ein licht­star­kes Ob­jek­tiv mit einer f1.7-Blende statt 2.2 spendiert, die Linse schattet so also weniger ab.

Außerdem sind die Pixel auf dem Sensor eine ganze Ecke größer, nämlich 1,4 statt 1,1 Mikrometer - fangen also ebenfalls deutlich mehr Licht ein. Das Resultat macht sich auch prompt beim Test des Blitzes bemerkbar: Obwohl die zweifarbigen LEDs des Plus lediglich 33 Lux anstelle der 60 Lux der einzelnen, weißen LED des Moto G5 liefern, wirken Blitzaufnahmen nahezu identisch, mitunter sogar eine Spur heller.

Darüber hinaus kommt beim Plus ein Dual-Pixel-Autofokus zum Einsatz, es werden also erheblich mehr Dioden auf dem Fotosensor zum Phasenabgleich verwendet. Bedeutet: Der Autofokus zieht erheblich schneller und präziser scharf. Das merkt man auch in der Praxis: Wo das Moto G5 sich bis zu drei Sekunden Zeit lässt, schießt das Moto G5 Plus meist in weniger als einer halben Sekunde scharf, selbst unter ungünstigen Bedingungen dauert es nie länger als eine Sekunde. Und bei manchen Motiven kommt es genau auf diese zwei Sekunden an.

Das macht sich außerdem in der Schärfe bemerkbar: Wo das Moto G5 mitunter nicht perfekt den Fokus findet, produziert das Plus knackige Fotos wie man sie sich wünscht. Farben, Kontraste und Dynamik gefallen durch die Bank weg, mit (Auto-) HDR natürlich noch etwas besser.

Positiv fällt zudem auf, dass sich nicht einmal am Himmel nennenswerte Artefakte oder Fehlpixel finden lassen. Perfekt sind die Aufnahmen dennoch nicht, denn die Details lassen hier und da noch ein wenig zu wünschen übrig. Aber das fällt nur bei starker Vergrößerung oder an großen Bildschirmen auf.
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Bei mittelmäßigen Lichtbedingungen hat das Plus wiederum die Nase vorn: Auch hier sucht man nach einem optischen Stabilisator ("OIS") ver­ge­bens - obwohl manch älteres Modell wie das Samsung Galaxy A5 (2016) für derzeit unter 280 Euro derlei mitbringt -, doch aufgrund der bes­seren Lichtausbeute reichen meist kürzere Ver­sch­luss­zei­ten, was Verwacklern entgegenwirkt.

Bei schlechten Lichtverhältnissen dreht das Plus dann enorm auf und fängt damit Details ein, die beim G5 völlig absaufen. Im Gegenzug wird aber auch das Bildrauschen sehr stark, das beim G5 noch akzeptabel ausfällt. Man kann sich darüber streiten, welches Ergebnis besser ist.

Unterm Strich können die Aufnahmen des Moto G5 Plus weitgehend überzeugen, mangels optischem Stabilisator bleiben die Ergebnisse unter schlechten Lichtbedingungen jedoch Smartphone-typisch mäßig, trotz lichtstarker Komponenten.

Es reicht aber zu einem "Gut", während sich das Moto G5 mit einem "Befriedigend" bescheiden muss. Das Vorjahresmodell Moto G4 Plus bleibt indes mit einem Punkt in Führung: Dessen 16-Megapixel-Bilder weisen noch eine Spur mehr Details auf. Test Motorola Moto G5 Plus Test Motorola Moto G5 Plus

Video

Bewegtbilder nimmt der Proband auf der Front in Full HD auf, mit der Hauptkamera als erstes Modell der G-Serie mit maximal 3840 x 2160 Pixel ("Ultra HD", "4K") auf. Bereits in Full HD (1920 x 1080 Pixel) schlägt sich das Moto G5 Plus erfreulich ordentlich: Da liefern manch andere Konkurrenten deutlich unschärfere Clips ab.

Dennoch verwaschen manche Details und ein leichtes Grieseln lässt sich nicht übersehen, aber man kann sich damit arrangieren. Jedenfalls ist das schon mal deutlich besser als beim G4 Plus ("ausreichend"). In Ultra HD legen Schärfe und Details naturgemäß ganz erheblich zu, da grieselt auch nichts mehr und die Details bleiben nahezu vollständig erhalten. Da kommt richtig Freude auf!

Zumal der Autofokus erfreulich stabil bleibt und nicht unnötig nachzieht. Allein der Stereo-Ton könnte etwas besser ausfallen, Umgebungsgeräusche werden nicht immer optimal abgeschirmt, doch aufgrund der sonst überzeugenden Leistung kann man da ruhig ein Auge zudrücken. In der Videowertung kassiert das Moto G5 Plus daher ein glattes "Sehr gut". Das Moto G5 kann aufgrund des permanent pumpenden Autofokus nicht mithalten ("mangelhaft"). Test Motorola Moto G5 Plus Test Motorola Moto G5 Plus

Audio

In der Abteilung Musik ist alles wie beim Moto G5: Mono-Lautsprecher, UKW-Radio, kein Headset im Lieferumfang. Am Kopfhörerausgang erzeugt der Kandidat auch den exakt identischen Klang wie sein kleiner Bruder, den Bässen fehlt es mithin nur wenig, den Höhen schon etwas deutlicher an Frequenzgang. Letztere sind deshalb nicht ganz so präsent und spritzig wie im Optimalfall. Aber es reicht zu einem strammen "Gut" in der Audionote, punktgleich mit Moto G5 und Moto G4 Plus. Test Motorola Moto G5 Plus Test Motorola Moto G5 Plus

Mehr Metall

Herrscht beim Moto G5 noch Kunststoff-Feeling vor, wirkt das Moto G5 Plus mit seinem Metallrahmen ringsum doch gleich ein ganzes Stück wertiger. Wie auch beim kleinen Bruder besteht allerdings der Rücken ebenfalls aus Aluminium, allerdings handelt es sich nicht um einen Unibody.

Die einzelnen Bauteile wurde aber sorgfältig aneinandergefügt, da gibt es keine nen­nens­wer­ten Spalt­maße, Staub hat allein in der Hör­mu­schel und beim USB-Port Chancen. Wie beim G5 steht der Me­tall­rah­men ein wenig über, um das Dis­play­glas zu schützen.

Ähnliche Größe

Die Maße von rund 74 x 150 x 8,2 Millimeter unterscheiden sich nur geringfügig von den 73 x 144 x 9,2 Millimetern des Moto G5, so wie auch das Gewicht von 155 statt 150 Gramm. Das gilt ebenso wie für den Vergleich mit dem Vorjahresmodell Moto G4 Plus, das auf 77 x 153 x 7,8 Millimeter bei 153 Gramm kommt. Alle drei G-Varianten spielen mithin in derselben haptischen Liga.

Natives Android

Wie beim G5 handelt es sich um Android 7.0 als Betriebssystem und Motorola verzichtet auf eine eigene Nutzeroberfläche: Das lässt auf schnelle Updates hoffen. Einzig die App "Moto" gönnen sich die Chinesen als Anpassung: Hierüber werden etliche Gestensteuerungen sowie das "Infos-Display" realisiert. Die Handhabung entspricht daher exakt jener des Moto G5, weshalb für alles Weitere auf dessen Test verwiesen wird.

Auf Seite 3 erfahren Sie, welches Fazit wir gezogen haben. Auch wie sich die Testwerte zusammensetzen sind beschrieben.
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