Nintendo Switch im Test: Eine gute Konsole, die mehr sein könnte

Joy-Con zu Hause

Außerdem liefert Nintendo eine Halterung mit, in die beide Joy-Cons geschoben werden und dadurch ein großer Controller entsteht. Dieser liegt auch gut, wenngleich nicht perfekt in der Hand. Besser gesagt sind die Buttons etwas zu dicht beieinander, so könnte etwa zwischen dem rechten Stick und dem B-Button mehr Platz sein, da man beim Betätigen des Knopfes immer wieder am Stick anstößt.

Apropos Buttons: Hier sollte Nintendo dringend eine Möglichkeit nachreichen, die Belegung systemweit oder in den Spielen frei belegen zu können. Denn bei The Legend of Zelda: Breath of the Wild (BotW) kann die typisch asiatische Nutzung der Buttons auf der rechten Seite einen zur Weißglut treiben. Denn in Japan wird in der Regel der rechte Knopf (A) zum Bestätigen und der untere (B) zum Verlassen verwendet, im Westen ist es üblicherweise genau umgekehrt. Wer jahre- und jahrzehntelang auf die westliche Methode konditioniert wurde, der wird zu kämpfen haben, denn verändern lässt sich bei Zelda nur der Sprungknopf (von X nach B). Nintendo SwitchDie Buttons (vor allem A und B) beim rechten Joy-Con sind nicht frei konfigurierbar Der aus den Joy-Cons zusammengesetzte Controller spielt sich auch bequem. Gamer, die viel oder vor allem zu Hause sitzen, sollten aber durchaus die Anschaffung des Pro-Controllers in Erwägung ziehen, dieser ist für lange Spiele-Sessions sicherlich die vernünftigere und bequemere Wahl.

Fliegender Wechsel

Bequem ist übrigens auch der "fliegende Wechsel" vom angedockten Zustand in den Mitnehmmodus: Hier kann man sich das Tablet tatsächlich schnappen und gleich weiterspielen, zu einem Reboot oder einer sonstigen Verzögerung kommt es nicht. Das einzig Nötige ist das etwaige Umstecken der Joy-Cons.

Etwas problematisch ist der Transport. Denn an sich ist die Tablet-Einheit stabil, der Bildschirm soll aber Berichten zufolge recht kratzanfällig sein - selbst ausprobiert haben wir das aber nicht. Deshalb sei allen eine Zubehörtasche empfohlen, die viel unterwegs sind. Doch derzeit ist die Auswahl noch stark begrenzt, Nintendos eigene ist nicht lieferbar, ebenso wie jene der meisten Dritthersteller. Das wird sich mit der Zeit sicherlich ändern, derzeit muss man aber noch zu Behelfslösungen greifen.

Tipp: Perfekt auf die Switch vorbereitet: Zubehör für die Nintendo-Konsole

Der Touchscreen der mobilen Einheit bietet zwar eine ausreichende Helligkeit, er hat uns aber dennoch nicht vollends beim mobilen Einsatz überzeugt, da der Bildschirm doch verhältnismäßig stark spiegelt. Der Akku hält übrigens in etwa drei Stunden. Das ist kein neuer Rekord, kann aber als Branchenstandard bezeichnet werden.

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Zur Hardware muss man schließlich auch noch anmerken, dass die Joy-Cons eine signifikante Macke haben: Denn bei der linke Einheit klagen viele Nutzer über mehr oder weniger schwerwiegende Verbindungsprobleme (bei den Redaktionsgeräten funktionierte diese aber ohne Probleme). Diese dürften mit einer nicht ganz glücklichen Platzierung der Bluetooth-Komponente zusammenhängen. Bisher gibt es hier auch noch keine zufriedenstellende Lösung, es wäre jedenfalls wünschenswert, wenn der Hersteller das möglichst einfach mit einem Firmware-Update beheben kann.


Die Spiele

Es ist eigentlich schon fast eine Übertreibung von Launch-Spielen in der Mehrzahl zu sprechen. Denn eigentlich gibt es nur eines, nämlich The Legend of Zelda: Breath of the Wild. Denn 1-2 Switch kann und muss man ausklammern, das ist eine Sammlung an Mini-Games für die Bewegungssteuerungsfunktion der Joy-Cons.

Bei 1-2 Switch sind zwar einige Spiele besser, andere schlechter, unter dem Strich fühlen sich die meisten aber höchst merkwürdig an. Da man sich dabei in die Augen schauen muss, fühlt es sich höchst seltsam an, beispielsweise Tischtennis gegeneinander zu spielen und kein echtes optisches Feedback auf einem Display zu bekommen.

Zelda und sonst nichts

The Legend of Zelda: Breath of the Wild ist natürlich ein völlig anderes Kaliber, für viele ist es das beste Spiel aller Zeiten. Ob wir auch soweit gehen wollen? Nun, es ist sicherlich ein mehr als nur ausgezeichnetes Spiel, aber das beste?

Nicht den geringsten Zweifel gibt es jedoch, dass das neue Zelda über Wochen faszinieren kann, wenn man Rollenspielen nicht völlig abgeneigt ist. Wer mit Zelda jedoch gar nichts anfangen kann und sich trotzdem eine Switch zulegen will, der hat ein Problem. Zwar gibt es eine Handvoll kleinerer Games, Breath of the Wild ist aber das einzige AAA-Spiel. Weder Nintendo noch ein großer Publisher haben ein zweites Spiel im Angebot, das eine echte Alternative darstellen würde.


Gefährliche "Strategie"

Das ist eine überaus gefährliche Strategie (wenn es denn eine ist) seitens Nintendo, dennoch wird sie vermutlich aufgehen. Denn die Zahlen der ersten Tage zeigen, dass Switch sich verkauft wie geschnitten Brot. Dennoch sollte sich Nintendo mit Nachschub beeilen, denn die Gefahr besteht sehr wohl, dass die Besitzer nach dem Durchspielen von Breath of the Wild Switch weglegen und sich wieder anderen Plattformen zuwenden.

Schade ist auch, dass Nintendo nicht die Chance genützt hat, die "virtuelle Konsole" für Download und Emulation alter Games zum Start anzubieten. Denn damit hätte man auf einen Schlag etliche Klassiker, mit denen man die Wartezeit auf ein neues Super Mario und vergleichbare Kaliber verkürzen könnte. Derzeit ist die Zukunft der Virtual Console völlig offen, Nintendo hat sich dazu bisher kaum in die Karten schauen lassen - auch nicht, ob bereits früher gekaufte Games importiert werden können.

Es gibt auch andere Kleinigkeiten, über die man sich wundern kann und muss: So ist beispielsweise völlig unverständlich, warum Nintendo nach wie vor auf die so unpraktischen Freundescodes setzt. Immerhin gibt es einige Funktionen, die das Finden von Freunden erleichtern sollen, aber grundsätzlich haben derartige Codes im Jahr 2017 nichts mehr verloren.

The Legend of Zelda: Breath of the Wild The Legend of Zelda: Breath of the Wild The Legend of Zelda: Breath of the Wild The Legend of Zelda: Breath of the Wild
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Fazit

Ein abschließendes Urteil über Nintendo Switch fällt uns letztlich doch irgendwie schwer. Denn man hat an so mancher Stelle das Gefühl, dass die Konsole etwas unfertig ist. Das betrifft allerdings nicht die Hardware. Diese ist zwar nicht sonderlich elegant und präsentiert sich optisch eher als High-Tech-Kinderspielzeug, beim Spielen ist uns das aber herzlich egal gewesen.

In Sachen Software hätte sich Nintendo aber gerne noch ein paar Monate Zeit nehmen können. Denn die Benutzeroberfläche wirkt sehr reduziert, hier hat man mitunter das Gefühl, dass für so manche zusätzliche Funktion einfach keine Zeit mehr war. Und wir vermissen vor allem die virtuelle Konsole.

Mehr Zeit hätte Nintendo aber vor allem für Spiele benötigt. Denn mit einem einzigen "echten" Game zu starten - auch wenn dieses Zelda heißt und mehr als überzeugen kann - ist enttäuschend. Denn sobald man genug von BotW hat, fehlt einfach der Nachschub und man fällt vermutlich in ein Motivationsloch. Dieses hängt aber damit zusammen, dass man gerne Switch weiterspielen würde, weil die Konsole eben überzeugen kann.

In Summe ist Switch ein gelungenes Comeback der Japaner, dessen einziger Makel ist, dass man an zahlreichen Stellen spüren kann, wie viel mehr möglich gewesen wäre.


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