Torrent-Porn: Copyright-Trolle agierten noch dreister als gedacht

Porno, Erotik, Frau, Girl Bildquelle: AnderssonLinnea
In den USA ist ein ungewöhnlicher, jahrelanger Rechtsstreit um BitTorrent-Downloads jetzt zu seinem Ende gekommen. Am Schluss stand die völlige Kapitulation der Anwälte, die eigentlich gegen Filesharing-Nutzer vorgehen wollten und letztlich selbst zu den Angeklagten wurden.
Vor einem Bundesgericht im US-Bundesstaates Minnesota haben die Chefs der Kanzlei Prenda Law gestern ein volles Schuldeingeständnis abgegeben, berichtete das US-Magazin Ars Technica. Und dieses ist noch viel weitreichender, als die ersten Vorwürfe, die zum Auftakt des Prozesses vor vier Jahren gegen sie aufkamen. Damals hegte man nur den Verdacht, dass irgendjemand mit Kontakten zur Kanzlei urheberrechtlich geschützte Inhalte über BitTorrent angeboten hat, um Filesharing-Nutzer in eine Falle zu locken und Schadensersatz fordern zu können.

Wie aus dem nun abgelegten Geständnis hervorgeht, betrieb die Kanzlei von John Steele und Paul Hansmeier bei Weitem nicht nur eigene Honeypots. "In mindestens drei einzelnen Fällen in Chicago, Miami und Las Vegas haben Steele und Hansmeier Porno-Darstellerinnen angeheuert und verschiedene kurze pornografische Filme produziert", heißt es in den Gerichtsunterlagen. Anschließend wurde auf diese über eine eigens dafür eingerichtete Firma das Copyright registriert.

Filme hatten nur einen Zweck

Aus dem Geständnis geht weiterhin hervor, dass es nie den Plan gab, diese Videos auf normalem Weg zu vermarkten. Sie dienten ausschließlich dem Zweck, über Pirate Bay verbreitet zu werden. Anschließend wurden die Nutzer, die den jeweiligen Clip herunterluden, verfolgt und auf Schadensersatz verklagt. Das war letztlich wesentlich lukrativer, als herkömmliche Aufträge von regulären Produzenten anzunehmen, da man nicht nur das Anwaltshonorar, sondern eben auch die Schadensersatzzahlungen komplett selbst einstreichen konnte.

Insgesamt konnten sie auf diesem Weg rund 6 Millionen Dollar verdienen, bis ein Beschuldigter mit seinem Anwalt und Hilfe der Pirate Bay-Betreiber Verdacht schöpften und die Fassade mit eigenen Recherchen zum Einsturz brachten. Anfangs wurde die ganze Sache von den Anwälten noch komplett geleugnet - auch unter Eid. Letztlich knickte aber Steele ein und bot sich als Kronzeuge an. Mit der Zusage, die Bundesbehörden bei der vollständigen Aufklärung des Falles und aller Beteiligten zu unterstützen, dürfte er mit einer vergleichsweise milden Strafe davonkommen. Porno, Erotik, Frau, Girl Porno, Erotik, Frau, Girl AnderssonLinnea
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