Angespielt: Gears of War 4 - Willkommen zurück, alter Freund

Der Spagat betrifft natürlich auch das Gameplay. Hier allerdings muss man sagen, dass die Entwickler eher den sicheren Weg gegangen sind und die Neuerungen sehr dezent ausfallen, vielleicht sogar zu dezent. Denn mit Ausnahme einiger weniger neuer Bewegungen (darunter das Rüberzerren eines Gegners, wenn man hinter einer Mauer kauert) und neuen Waffen ist das Gameplay praktisch unverändert. Gears of War 4Spoiler: Marcus Fenix' Tomaten in diesem Schuppen überleben nicht

Gameplay? Gears of War eben

Man sieht sofort an der Anzahl möglicher Deckungen, dass ein Kampf bevorsteht, kauert sich dahinter und beschießt die zumeist in Wellen auftauchenden Gegner. Gears-Spieler werden sich sofort zu Hause fühlen. Das Ganze kann man als klassisch bezeichnen, schließlich ist diese Art des Gameplays das Markenzeichen von GoW. Gelegentlich wünscht man sich zwar, dass man diese Spielweise etwas aufgebohrt hätte, aber man kann nur spekulieren, was passiert wäre, wenn The Coalition versucht hätte, das Gears-Rad neu zu erfinden. Insofern bleibt hier nur das Zwischenfazit: Die Gefechte von GoW4 sind actionreich wie eh und je und machen schlichtweg Spaß. Ein Taktik-Shooter war Gears schließlich nie.

Für etwas Abwechslung sorgen immer wieder vorkommende Passagen, bei denen sonstige Action zu bewältigen ist, dazu zählt beispielsweise eine rasante Fahrt auf Motorrädern samt wildem Kampf gegen ein Flugzeug. Das lockert die Angelegenheit immerhin etwas auf, im Vordergrund stehen aber dennoch klar die herkömmlichen Gefechte.

Zu den Neuerungen gehören einige neue Waffen wie die leichte Maschinenpistole Enforcer, die leistungsstarke Shotgun-Variante Overkill oder die Sniper-ähnliche Embar. Bahnbrechend verändern diese das Spiel nicht, sind aber zweifellos eine gute Ergänzung des bisherigen Arsenals.

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Die Grafik ist gut bis sehr gut, der ganz große Aha-Effekt bleibt allerdings aus. Dazu kommen einige wenige Schwächen in der B-Note, darunter die gelegentlich etwas unsauberen Texturen. Als störend kann man das aber kaum bezeichnen, da man ohnehin dank der Dauer-Action kaum Zeit hat, Sightseeing zu betreiben. Denn diese kleinen Makel treten eher dann auf, wenn auf dem Bildschirm besonders viel los ist. Das erwähnte Ausbleiben des Ahas liegt zum Teil auch am nicht vollständig realistischen Grafikstil, GoW hatte ja schon immer einen Hang zum Comic-haften, auch wenn das nicht ganz das richtige Wort ist.


Multiplayer

Die Kampagne stellt für viele GoW-Spieler nur das Aufwärmen für die Hauptveranstaltung dar, nämlich den Multiplayer. Der Mehrspielermodus ist und bleibt für viele Gamer das eigentliche Herzstück von Gears of War. Denn kaum ein anderes Third-Person-Spiel war in der Lage, so dynamische, dramatische und eben unterhaltsame Gefechte zu liefern.

Und GoW4 kann diese Tradition sicherlich fortsetzen, jedenfalls in unserem ersten Eindruck. Warum nur "erster Eindruck"? Weil wir an dieser Stelle keine Beta-Eindrücke einfließen lassen wollen und die Server-Population in der Pre-Release-Phase naturgemäß nur klein war. Da GoW4 aber eine besonders große Vielfalt an Multiplayer-Varianten (Warzone, Team Deathmatch, Dodge Ball, King of the Hill, Guardian, Arms Race) bietet, war es schwierig, sich eine aussagekräftige Meinung zu bilden.

Deshalb werden wir diesen Test nach der Veröffentlichung aktualisieren und Eindrücke auf "freier Wildbahn" nachreichen. Grundsätzlich zeichnet sich aber ab, dass Gears of War 4 die Tradition eines starken Multiplayers fortführen kann und man auch nach dem Durchspielen der Kampagne noch viele viele Stunden im Mehrspielermodus verbringen kann.


Horde 3.0

Ebenfalls ein Spielspaß-Garant ist der bereits aus den Vorgängern bekannte Horde-Modus, dieser hat in GoW4 die Versionsnummer 3.0 bekommen. Hier können bis zu fünf Spieler gemeinsam gegen Gegner-Wellen kämpfen. Neu ist hier ein Klassensystem, man hat nun als Soldat, Scharfschütze, Aufklärer, Heavy oder Engineer bestimmte Fähigkeiten bzw. Stärken und Schwächen. Es gibt maximal 50 Wellen, alle zehn ist ein Boss zu erledigen. Hilfreich ist auch, dass man bei Horde 3.0 auf den Fabricator zugreifen kann und sich diverse Hilfsmittel wie Geschütztürme oder Hindernisse "ausdrucken" kann.

Fazit

Mit Gears of War 4 gelingt es Microsoft, zu den Stärken alter Tage zurückzukehren, es lässt uns den mittelmäßigen dritten Teil und das miserable Judgement-Prequel gerne vergessen. Das betrifft, soweit wir das aus erwähnten Gründen im Vorfeld beurteilen können, Multiplayer und Horde 3.0, beides macht vor allem gemeinsam mit Freunden jede Menge Spaß.

Dass GoW4 keinen Innovationsblumentopf gewinnt, wird den einen oder anderen zu Kritik veranlassen, uns störte das aber nicht im Geringsten. Das Spiel ist wie ein Wiedersehen mit einem alten Freund. Dass der dieselben Witze reißt wie immer und auch die gleichen Geschichten erzählt, mindert nicht die Freude.

Insofern kann man zwar The Coalition durchaus vorwerfen, nicht mutig und innovativ genug zu sein. Wir hingegen freuen uns auf noch viele Stunden rustikal-blutiger Action. Kurzum: Willkommen zurück, Gears.
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