Werbe-Netzwerk trackte Standorte von 1 Mrd. Smartphone-Nutzern

Navigation, In-Location Alliance, Indoor-Ortung Bildquelle: searchingmobile.com
Das Werbenetzwerk InMobi hat es mit dem Tracking von Nutzern wesentlich zu weit getrieben und muss nun eine Geldstrafe zahlen. Das Ganze kann im Grunde als Warnschuss angesehen werden, die neuen Möglichkeiten von Mobilgeräten ohne Zustimmung der Anwender nicht zu missbrauchen.

Infografik: TelefonwerbungTelefonwerbung
Die US-Handelskommission FTC hatte ein Verfahren gegen das Unternehmen eröffnet. Dieses endet nun mit dem Ergebnis, dass das Unternehmen knapp eine Million Dollar Strafe zahlen muss. Dass es bei diesem Betrag blieb, war wohl auch der Bereitschaft der Firma zu verdanken, die kritisierte Praxis abzustellen und ihr Geschäftsmodell umzubauen. Das bedeutet letztlich auch, dass eines der Haupt-Features, mit dem die Firma um Aufträge warb, nicht mehr in bisheriger Form eingesetzt werden kann.

InMobi offerierte in erster Linie standortbezogene Werbung. Das sollte eine sehr zielgruppenorientierte Auslieferung an die Nutzer von Mobilgeräten ermöglichen. Geschäfte eines Einkaufszentrums konnten so beispielsweise Kunden mit Sonderangeboten in die Filiale locken, die sich ohnehin bereits in der direkten Umgebung aufhielten.

Um dies zu ermöglichen, griff das Unternehmen schlicht auf die Möglichkeiten zur Standorterkennung zurück. Anhand der WLAN-Netze in der Umgebung konnte sehr genau bestimmt werden, wo sich ein Smartphone-Besitzer gerade aufhielt. Und um die Analysen zu den einzelnen Nutzern noch zu verfeinern, wurden die ermittelten Daten auch gespeichert. So ließ sich dann beispielsweise ermitteln, welche Nutzer sich häufig in einem bestimmten Geschäft aufhielten - was eine andere Ansprache erforderlich machte, als bei jemandem, der nur zufällig und einmalig in einer bestimmten Gegend ist.

Zustimmung von einer Milliarde Nutzern?

InMobi hatte zuvor versichert, nur die Standort-Daten von Nutzern zu tracken, die dem vorher zugestimmt hätten. Allerdings konnte man sich bei der FTC nicht vorstellen, dass das Unternehmen hunderte Millionen Nutzer dazu gebracht hat, explizit einer Werbefirma zu erlauben, Bewegungsprofile über sie anzulegen. Der Verdacht, dass auch reihenweise Anwender getrackt wurden, die dem nicht zugestimmt haben, erhärtete sich bei weitergehenden Untersuchungen.

Der Code des InMobi-Werbenetzwerkes ist den Angaben zufolge in mehrere tausend, teils recht populäre Smartphone-Apps integriert. So schaffte es das Unternehmen, rund eine Milliarde Nutzer weltweit mit seinen standortabhängigen Anzeigen zu beliefern. Besonders problematisch sieht die US-Behörde dabei die Tatsache an, dass der Anzeigen-Code auch in vielen Appss zu finden ist, die sich offensichtlich vor allem an Kinder richten. Die Firma muss nun alle unerlaubt erhobenen Daten löschen und über die kommenden 20 Jahre hinweg regelmäßige Datenschutz-Prüfungen über sich ergehen lassen.

Download
W10Privacy - Mehr Datenschutz für Windows 10
Navigation, In-Location Alliance, Indoor-Ortung Navigation, In-Location Alliance, Indoor-Ortung searchingmobile.com
Diese Nachricht empfehlen
Kommentieren13
Jetzt einen Kommentar schreiben


Alle Kommentare zu dieser News anzeigen
Kommentar abgeben Netiquette beachten!

Jetzt als Amazon Blitzangebot

Ab 00:00 Uhr WISO steuer:Sparbuch 2017 (für Steuerjahr 2016 / Frustfreie Verpackung)
WISO steuer:Sparbuch 2017 (für Steuerjahr 2016 / Frustfreie Verpackung)
Original Amazon-Preis
23,99
Im Preisvergleich ab
?
Blitzangebot-Preis
19,98
Ersparnis zu Amazon 17% oder 4,01
Nur bei Amazon erhältlich

Video-Empfehlungen

WinFuture Mobil

WinFuture.mbo QR-Code Auch Unterwegs bestens informiert!
Nachrichten und Kommentare auf
dem Smartphone lesen.

Folgt uns auf Twitter

WinFuture bei Twitter

Interessante Artikel & Testberichte

Tipp einsenden