Bilanzen gefälscht? - Managerin erhebt schwere Vorwürfe gegen Oracle

Oracle, Softwarekonzern, Datenbanken Bildquelle: Oracle
Um den Software-Konzern Oracle könnte sich in der nächsten Zeit ein handfester Bilanzierungs-Skandal drehen - wenn denn eine ehemalige hochrangige Managerin aus der Buchhaltung des Konzerns mit wahren Vorwürfen vor Gericht zieht. Die Aktionäre rechnen zumindest damit.
Die Ex-Mitarbeiterin Svetlana Blackburn hatte den Stein in der vergangenen Woche ins Rollen gebracht. Nach ihrer Entlassung hatte sie Klage gegen das Unternehmen eingereicht. Der Vorwurf: Sie sei entlassen worden, weil sie beim frisieren der Finanzberichte der Cloud-Sparte Oracles nicht habe mitmachen wollen.

Wie sie in der Klageschrift ausführte, hätten ihre Vorgesetzten sie angewiesen, Millionen von Dollar für zu erwartende Umsätze in die Bilanzen hineinzurechnen. Es habe allerdings keine existierenden Vorgänge gegeben, die auf tatsächlich bevorstehende Einnahmen hätten schließen lassen. Das Oracle-Management habe von ihr verlangt, "quadratische Daten in runde Löcher zu stecken", berichtete NBC News.

Das Wort "Betrug" vermied sie in ihrer Klageschrift - was sinnvoll ist, da es sich um einen ziemlich komplexen Sachverhalt handelt. Denn es ist nach den geltenden Bilanzierungsregeln nicht besonders einfach, die Umsätze mit Cloud-Diensten ordentlich zu verbuchen. Denn hier müssen teilweise schon Dienstleistungen in die laufenden Bücher aufgenommen werden, die gerade erst gebucht wurden und bei denen noch nicht feststeht, in welchem Umfang sie tatsächlich genutzt werden. Geschweige denn, dass bereits Gelder geflossen wären.

Aktionäre klagen auch

Auf der anderen Seite sind Cloud-Dienste aktuell ein riesiges Trend-Thema. Und die diversen Unternehmen, die in dem Bereich tätig sind, versuchen, ihr Cloud-Geschäft möglichst gut darzustellen, um die Anleger bei Laune zu halten. Letztere reagierten nun entsprechend drastisch auf die aktuellen Vorwürfe. Nur wenige Tage nach Blackburn reichte auch eine Gruppe von Aktionären Klage gegen den Konzern ein, in der vorsorglich schonmal Schadensersatzforderungen geltend gemacht werden, falls der Aktienkurs infolge der ganzen Sache signifikant abstürzt. Nach Blackburns ersten Äußerungen ging es bereits um mehrere Prozentpunkte nach unten.

Seitens des Konzerns weist man die Vorwürfe natürlich komplett zurück und wies darauf hin, dass die Klägerin nicht einmal ein Jahr lang für Oracle tätig war. Die Kündigung sei ihr wegen unzureichender Leistungen ausgesprochen worden - was immer dies auch heißen mag. Oracle, Softwarekonzern, Datenbanken Oracle, Softwarekonzern, Datenbanken Oracle
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