Filesharing-Jäger Rightscorp steht kurz vor dem endgültigen Ruin

Filesharing, Keyboard, Share Bildquelle: Niklas Wikström / Flickr
Das inzwischen recht berüchtigte Unternehmen Rightscorp, dessen Geschäft aus der Verfolgung und Abkassierung von Filesharern besteht, ist nahezu pleite. Die Einnahmen brachen zuletzt massiv ein, was das Unternehmen tief in die roten Zahlen stürzte - und Besserung ist nicht in Sicht.
In der Firma wurden die ursprünglichen Prozesse der Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen weitgehend automatisiert. Rightscorp scannt ständig verschiedene Plattformen, die zum unrechtmäßigen Tausch urheberrechtlich geschützter Musik und Videos genutzt werden und leitet automatisch Anfragen an die Provider in den USA weiter, mit denen die Identität des Anschlussinhabers hinter einer IP-Adresse ermittelt werden soll. Nach diversen Prozessen geben diese inzwischen auch regelmäßig Auskunft. Anschließend treibt das Unternehmen dann Schadensersatzzahlungen bei den Nutzern ein.

Das Geschäft lohnt sich aber immer weniger. In den Bilanzen für das erste Geschäftsquartal dieses Jahres verbuchte Rightscorp einen Umsatzrückgang um satte 78 Prozent auf nur noch etwas mehr als 68.000 Dollar. Angesichts dessen, dass dem ein Nettoverlust in Höhe von mehr als 780.000 Dollar gegenübersteht, kann man die finanzielle Lage der Firma durchaus als dramatisch bezeichnen.

Seit der Gründung des Unternehmens im Jahr 2011 wurden den Angaben zufolge über 230.000 Fälle von Urheberrechtsverletzungen durchgefochten. Allerdings gibt es immer weniger Erfolge zu feiern. Denn wer heute beispielsweise noch Musik, Filme oder Serien über das Netz austauscht, greift in den meisten Fällen auf Anonymisierungs-Verfahren zurück. Viele Nutzer sind außerdem auf die inzwischen verfügbaren legalen Angebote umgestiegen und verwenden ansonsten Streamhoster, bei denen Rightscorps Methoden ins Leere laufen.

Provider zunehmend unwillig

Hinzu kommt, dass die Provider zunehmend auch wieder aufhören, die Daten ihrer Kunden herauszugeben. Denn die Relevanz des Themas ist in den letzten Jahren deutlich gesunken und Medienunternehmen sind kaum noch daran interessiert, sich auf teure und langwierige Auseinandersetzungen vor Gericht einzulassen. Und Rightscorp selbst kann dies angesichts der finanziellen Lage kaum noch. Da verwundert es kaum, dass die Firma aggressiv reagiert und kürzlich sogar die Idee in den Raum stellte, mutmaßliche Urheberrechtsverletzer mit dem Einsatz von Ransomware zu Zahlungen zu zwingen.

Rightscorp hatte im Februar noch einmal eine Finanzierung in Höhe von 500.000 Dollar bekommen, erklärte aber schon damals, eine weitere Million Dollar zu benötigen, um zahlungsfähig zu bleiben. Laut dem letzten Geschäftsbericht verfügte Rightscorp nun noch über Geldreserven, um bis ins zweite Quartal hinein arbeiten zu können. Dieses ist nun aber schon zur Hälfte vorbei. Es dürfte sich daher eher um Tage als um Wochen handeln, bis offiziell Insolvenz angemeldet werden muss.

Rightscorp bäumt sich auf:
Ransomware soll Urheberrechtsverletzer bestrafen
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