Huawei P9 Lite Test: So geht ein fast perfektes Smartphone für 300 Euro

Software

Huawei verwendet bei seinen Smartphones grundsätzlich die hauseigene Benutzeroberfläche EMUI, die hier in Form der neuesten Version 4.1 zum Einsatz kommt. Die Basis bildet das aktuelle Android 6.0 "Marshmallow", man ist also in Sachen Software auf dem absolut neuesten Stand. Natürlich sind somit auch die mit Android 6.0 eingeführten Neuerungen wie etwa Google Now on Tap auf dem Gerät nutzbar, es gibt aber, wie bereits im Speicher-Teil erwähnt, ein paar Einschränkungen, denn nicht alle Features haben es auch in Huaweis Android-Interpretation geschafft.

Huawei ändert das Design grundlegend und greift tief in die Optik ein - im Grunde ist Android 6.0 nur noch in einigen wenigen Bereichen des Systems überhaupt anhand eines anderen Aussehens zu erkennen. Wer nicht unbedingt auf Stock-Android steht, macht mit der Huawei-Oberfläche aber nichts falsch - wobei dies natürlich von der persönlichen Vorliebe abhängt. Ich persönlich mag die zahlreichen Anpassungen, darunter auch das angepasste Notification-Center mit seiner Timeline-Ansicht, die Schnelleinstellungen und die diversen kleinen Werks-Apps, die den Nutzungsalltag einfacher machen.

Huawei P9 LiteHuawei P9 LiteHuawei P9 LiteHuawei P9 Lite
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Das Design der Oberfläche sorgt natürlich bei manchen Anwendern für starke Erinnerungen an die Software eines gewissen Herstellers mit Apfellogo. Darüber hinaus sieht das Interface jedoch sehr gut aus, wenn man mal von den mit Hintergründen versehenen Icons absieht. In dieser Hinsicht lässt sich mit einem einfachen Trick jedoch Abhilfe schaffen, wie Kollege Daniil Matzkuhn von TBLT.de in einem Video demonstriert hat. Der Umstand, dass Huawei einen eigenen Datei-Manager, einen gut funktionierenden E-Mail-Client und sogar einen eigenen Kalender mitliefert, ist durchaus zu begrüßen. Leider kann man sie nicht deinstallieren, wenn man lieber andere oder die von Google ohnehin erzwungenen Apps verwenden möchte.

Kritisch sind auch die diversen vorinstallierten Spiele von Gameloft und anderen Werbepartnern zu sehen - diese Praxis sollte Huawei wirklich dringend aufgeben, doch dazu habe ich ja bereits im Speicher-Abschnitt etwas gesagt. In Sachen Performance gibt es nichts zu meckern, wobei manche Aktionen durchaus etwas schneller zu erledigen sein könnten. So ist zum Beispiel das Einstellungsmenü zweigeteilt, so dass man erst auf "Erweiterte Einstellungen" tippen muss, um wirklich tiefer in den Settings herumzuspielen.
Huawei P9 LiteMuss das sein? Zig 'unötige'... Huawei P9 Lite...vorinstallierte Apps und Spiele
Für manche Anwender kann die Oberfläche durchaus etwas überladen wirken, weil Huawei wie bei vielen asiatischen Herstellern üblich eine riesige Zahl von Veränderungen vornimmt. Praktischerweise sind die meisten dieser Anpassungen jedoch durchaus sinnvoll, so dass sie zumindest meinen persönlichen Alltag in den meisten Fällen bereichern. Es gibt allerdings einen Kritikpunkt, den Huawei noch immer nicht ganz in den Griff bekommen hat, doch dazu mehr im folgenden Abschnitt zum Thema Akku.

Akku

Huawei setzt wie üblich auf weitreichende Stromsparmaßnahmen, um die Laufzeit seines P9 Lite zu verbessern. Mit einem eigens dafür geschaffenen Akku-Manager kann der Anwender selbst festlegen, welche Apps beim Wechsel in den Standby-Modus "überleben" dürfen - und welche rigoros beendet werden. Das Ganze funktioniert im Normalfall durchaus gut, weil man inzwischen soweit ist, dass die meisten bekannten Apps nicht eingeschränkt werden.

Gerade bei Messengern und anderen Apps, die häufig Notifications liefern, kann der Stromsparzwang dann doch störend wirken. So wird der Jabber-Client Xabber regelmäßig trotz entsprechender Freigaben einfach beendet. Beim normalen P9 hat man inzwischen gegengelenkt, so dass zu hoffen ist, dass dieses Problem möglichst rasch auch bei den anderen aktuellen Smartphones des chinesischen Herstellers der Vergangenheit angehören wird.
Huawei P9 LiteHuaweis Stromspartechnik greift... Huawei P9 Lite...teilweise zu agressiv ein
Der Akku des Huawei P9 Lite ist laut Herstellerangaben 3000mAh groß und somit für ein Gerät dieser Größe recht üppig dimensioniert. Tatsächlich ist der Akku in Kombination mit dem im 16-Nanometer-Maßstab gefertigten und somit etwas sparsameren Prozessor durchaus in der Lage, eine ordentliche Performance abzuliefern.

So läuft das Gerät unter absoluter Volllast gut fünf Stunden durch, wobei die Helligkeit des Displays bei rund 75 Prozent eingestellt war. Dies ist ein sehr ordentlicher Wert, der bereits andeutet, dass das Smartphone recht ordentliche Akkuleistung hat. Im "Dauerlauf", also im Idle-Betrieb mit aktivem Display, aktivem WLAN und einer 4G-Verbindung aber ohne Bluetooth und NFC kommt das Gerät auf rund 25 Stunden Laufzeit. Im Schnitt ist also von rund 15 Stunden Dauernutzung bei gelegentlicher Verwendung auszugehen.

Im Nutzungsalltag kam ich persönlich mit dem Huawei P9 Lite bestens über die Runden - das heißt, durch den Tag. Trotz rund vier Stunden Screen-On-Time, ständigem Abruf von mehreren Email-Konten im 15-Minuten-Takt, Facebook- und Jabber-Messaging-Apps im Hintergrund, rund einer Stunde surfen im WLAN und gelegentlichen Anrufen von bis zu einer Stunde Dauer, lag der Akku-Ladestand nach einem rund 16 Stunden langen Tag am Abend noch immer bei rund 30 Prozent. Damit wäre ich sicherlich noch bis zur Mittagszeit des nächsten Tages gekommen.

Der eigentlich für ein 300-Euro-Smartphone der oberen Mittelklasse sehr gute Akku, wird beim P9 Lite leider nicht mit einem Quick-Charge-Netzteil geladen. Zwar unterstützt das Gerät die Verwendung leistungsstärkerer Netzteile mit zwei Ampere und 10 Watt Leistung, doch das bei unserem Testgerät mitgelieferte Netzteil ist ein einfaches 1A-Netzteil mit fünf Watt, das dann doch ungewöhnlich lange brauchte, um den Stromspeicher wieder voll aufzuladen. Ob auch die Retail-Geräte mit einem solchen schwachen Netzteil verkauft werden, wissen wir nicht. Huawei P9 LiteHuawei P9 Lite: Viel Potenzial, um den Erfolg des Vorgängers zu wiederholen

Fazit

Das Huawei P9 Lite ist eines der besten Smartphones, die aktuell im Preisbereich um die 300-Euro-Marke zu bekommen sind. Der Hersteller liefert ein solides Paket aus guter Verarbeitung, Metallrahmen, gutem Display, ausreichend Leistung und ordentlicher Laufzeit sowie guter Kamera zu einem vergleichsweise günstigen Preis. Tatsächlich muss man bei Huawei sogar fürchten, dass das noch attraktiver gewordene Lite-Modell dem Flaggschiff P9 die Kunden wegschnappt - was wohl auch der Grund dafür sein dürfte, dass man das Gerät "nicht an die große Glocke hängt", sondern eher "leise" in den Markt starten lässt.

Während das Telefon für 299 Euro ein durchaus attraktives Angebot darstellt und gerade in der schwarzen Version (ja, ich will sie haben) auch noch sehr schick anzusehen ist, gibt es natürlich einige Alternativen. So sind Geräte wie das Vorjahres-Flaggschiff Huawei P8 (mit fast identischer Ausstattung, aber etwas kürzerer Laufzeit und älterer Android-Version für 299 Euro), das ebenfalls von Huawei produzierte Honor 7, Sonys Xperia Z3+ oder auch das Google Nexus 5X bzw. das Motorola Moto X Play und das Galaxy S5 Neo und Lenovos ZUK Z1 bereits zum gleichen oder gar deutlich niedrigeren Preisen zu haben.

Angesichts des harten Konkurrenzkampfs bleibt abzuwarten, wie lange Huawei den Preis des P9 Lite auf dem zum Start angesetzten Niveau halten kann, bevor deutliche Preisnachlässe anstehen. Dennoch ist den Chinesen mit diesem Telefon ein sehr gutes Produkt gelungen, das sich vor der Konkurrenz keineswegs verstecken muss und die Latte im Bereich der Mittelklasse noch einmal ein ganzes Stück höher gelegt hat. Von mir gibt es daher eine klare Kaufempfehlung, denn das Gesamtpaket kann bisher wirklich überzeugen.
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