Brasilien vs. WhatsApp: 72-Stunden-Sperre platzt mitten in die Krise

Logo, Messenger, whatsapp Bildquelle: WhatsApp
Wer aktuell über WhatsApp Nutzer erreichen will, die sich in Brasilien aufhalten, wird voraussichtlich keinen Erfolg haben. Aufgrund einer gerichtlichen Anordnung sind die Provider des Landes verpflichtet, den Messaging-Dienst für einen Zeitraum von 72 Stunden zu sperren.
Vorausgegangen war dem ein Streit darum, ob die Strafverfolgungsbehörden in einem Ermittlungsverfahren Zugriff auf die Kommunikation eines Nutzers erhalten, berichtete das US-Magazin TechCrunch. In früheren Fällen ging es meist um Nutzerdaten und Verbindungsprotokolle - also Informationen darüber, mit wem eine bestimmte Person kommunizierte. In der aktuellen Sache sieht dies aber anders aus.

Die gerichtliche Anordnung dreht sich um die Inhalte der Chats selbst. WhatsApp argumentiert hier, dass man schlicht nicht in der Lage sei, diese den Behörden zu geben. Denn die Verbindungen zwischen den Nutzern unterliegen schon seit einiger Zeit einer Ende-zu-Ende-Verschlüsselung und man benötigt schon Zugriff auf eines der beteiligten Endgeräte, um an den richtigen Schlüssel und damit die Inhalte zu kommen. Auf den Servern von WhatsApp liegen die Nachrichten hingegen nur in kodierter Form vor.

Allerdings kommt die harte Haltung der brasilianischen Justiz auch nicht aus dem luftleeren Raum. WhatsApp hatte sich in der Vergangenheit schon mehrfach geweigert, Anordnungen nachzukommen, denen man beispielsweise in den USA mit hoher Wahrscheinlichkeit entsprochen hätte. Teils, so beklagten die Behörden, erhielt man nicht einmal eine Antwort. Aus brasilianischer Sicht fühlte man sich schlicht in einer Form zweitklassig behandelt, wie man es noch aus der Kolonialzeit kennt, und reagierte entsprechend empfindlich.


Sperrung zum schlechtesten Zeitpunkt

Unter den Nutzern in Brasilien läuft derweil die Verständigung hin zu einem Ausweichen auf andere Messenger. Wer kann, benutzt Apples iMessage, da auch dieses mit einer Ende-zu-Ende-Verschlüsselung arbeitet. Android-User weichen hingegen vor allem auf Telegram aus, bei dem das Unternehmen allerdings in der Standard-Konfiguration Zugriff auf die Inhalte der Chats hat.

Die aktuelle Sperre hat allerdings gerade in der aktuellen Situation eine weitergehende Bedeutung, da sie für viele Brasilianer zu einem sehr ungünstigen Zeitpunkt kommt. Während das Land in Erwartung der Olympischen Sommerspiele eigentlich langsam aber sicher in eine gute Stimmung kommen sollte, ist die Bevölkerung stattdessen mit einer tiefen politischen Krise beschäftigt. Präsidentin Dilma Rousseff muss sich nun einem Amtsenthebungsverfahren stellen. WhatsApp bleibt in dieser Zeit rund hundert Millionen Nutzern in Brasilien als Kommunikations-Plattform versperrt.

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WhatsApp für Android: APK-Version
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