'Tofino': Mozilla will den Browser neu erfinden, mit Google-Technik

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Der Mozilla-Browser muss sich seit geraumer Zeit mit stagnierenden und zuletzt sogar sinkenden Nutzerzahlen begnügen, während Googles Chrome auf dem Weg ist, auch den Internet Explorer als beliebtesten Browser zu überholen. Jetzt startet Mozilla ein neues Projekt namens "Tofino" und hat dabei kein geringeres Ziel als den Browser neu zu erfinden.
Mozilla begründet sein "Project Tofino" damit, dass sich das Konzept eines Web-Browsers in den letzten 20 Jahren im Grunde kaum verändert hat, weshalb man sich nun daran machen will, "radikale neue Ideen zu erkunden, die über jeden heute existierenden Browser hinausgehen", verkündete Philipp Sackl von Mozilla in einem Blog-Post.
Mozilla Project TofinoErste Skizzen für 'Project Tofino'... Mozilla Project Tofino...erkunden neues Design für Firefox
Zwar habe sich anhand der Browser-Entwicklung gezeigt, dass die vor zwei Jahrzehnten entstandenen Ansätze in Sachen Benutzeroberfläche von höchster Qualität seien, doch gebe es auch jeden Grund anzunehmen, dass das bis heute verwendete Konzept eines Browsers, das ursprünglich zum Lesen von Dokumenten entwickelt wurde, heute nicht mehr ganz den Bedürfnissen des modernen Webs entspricht.

Bei "Tofino" gehe es nun darum, praktisch alle Details eines Browsers zu hinterfragen, seien es Tabs, die Adressleiste oder das Bookmarking-System. Mit dem neuen Projekt wolle man nun erkunden, wie der Browser den heutigen Nutzungsvorgängen angepasst werden kann, um so die bestmöglichen Werkzeuge für die Nutzer anzubieten. Dabei könne sich auch zeigen, dass eigentlich kaum Veränderungen nötig sind, andererseits könne aber auch etwas radikal neues entstehen.

"Tofino" als Sammlung von Experimenten - mit Google-Engine

"Tofino" ist allerdings kein neues Produkt, sondern sei vielmehr eine ganze Serie von Experimenten und Erkundungsvorhaben, um herauszufinden, wie ein Browser aussehen sollte, wenn er nicht 1996 sondern eben 2016 erfunden worden wäre. Man wolle sich daher von den in den letzten Jahrzehnten entstandenen Grundlagen lösen, um neue Lösungen zu finden. Man wisse noch nicht, wie das Ganze letztlich enden werde, so Sackl weiter.

Sein Kollege Mark Mayo kündigte an, dass man auch sonst ganz anders als bisher an das Vorhaben herangehen wolle. Die Beteiligten würden weder die Mozilla-eigenen Mailinglisten verfolgen, noch in anderer Weise in Kontakt mit den Entwickler von Firefox an sich stehen, um sich so frei zu machen, um neue Ideen zu erkunden. Eines der Zeichen dafür, dass man ganz neue Wege gehen will, ist der Umstand, dass das Mozilla-Team für die Entwicklung erster Prototypen nicht etwa die hauseigene Gecko- oder die neue Servo-Engine verwendet.

Stattdessen will man ausgerechnet Electron und React nutzen - so dass "Tofino" vorerst auf der gleichen Engine basiert wie Googles Chrome-Browser und eine für die Entwicklung von Benutzeroberflächen konzipierte JavaScript-Bibliothek, die ursprünglich von Facebook geschaffen wurde.

Nachdem erste Unkenrufe laut wurden, wonach Firefox bzw. Mozilla sich nun von Gecko oder Servo verabschieden und Googles Chrome-Engine verwenden wolle, beeilte sich Mayo, dies zu dementieren - natürlich soll auch weiterhin die Mozilla-eigene Basis verwendet werden. Electron und React dienen vor allem dazu, schnell neue Konzepte erproben zu können, so der Mozilla-Mitarbeiter.

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