Apple vs. FBI: Behörde will iPhone jetzt doch allein knacken können

Apple, Iphone, iPhone 5C Bildquelle: Mobilissimo
Eigentlich sollte der Streit zwischen der US-Bundespolizei und dem Computerkonzern Apple nun vor Gericht in die heiße Phase gehen. Doch überraschend wurde die für heute angesetzte Anhörung vertagt - auf unbestimmte Zeit. Das FBI hat offenbar plötzlich einen Joker in der Hinterhand.
Das FBI will eigentlich eine Verfügung durchsetzen, laut der Apple Sicherheits-Features eines iPhones außer Kraft setzen soll, damit die Beamten das Gerät ohne das Risiko eines totalen Datenverlustes knacken können. Wie die Behörde dem Gericht nun aber mitteilte, habe man am Sonntag ein Verfahren gezeigt bekommen, das es vielleicht ermöglicht, in der Sache auf Apples Mithilfe zu verzichten. Das berichtete die Washington Post.

Eine bisher nicht beteiligte Partei soll dem FBI demnach vorgeschlagen haben, die Sperre zu umgehen. Dass dies grundsätzlich möglich sei, sei auch schon demonstriert worden. Allerdings müsse man nun erst einmal testen, ob das Verfahren tatsächlich eingesetzt werden kann, ohne das Risiko einzugehen, dass die Daten auf dem als Beweisstück eingestuften Mobiltelefon dadurch gelöscht werden.

Zahlreiche Hilfsangebote

Apple weigert sich seit Wochen beharrlich, dem FBI in der Sache weitergehend zu helfen als es bisher der Fall war. Denn dies würde praktisch bedeuten, dass man eine Hintertür entwickelt - auf die Behörden dann mit hoher Wahrscheinlichkeit in sehr vielen weiteren Fällen zugreifen wollen und die möglicherweise auch Angriffe von dritter Seite ermöglichen könnte.

Seitdem die Auseinandersetzung öffentlich wurde, soll das FBI ständig Hilfsangebote bekommen haben - die mal mehr, mal weniger glaubwürdig waren. Doch nun scheint sich jemand gefunden zu haben, dessen Ansatz zum Knacken des Gerätes praktikabel erscheint. Bis zum 5. April will das FBI dem Gericht nun mitteilen, ob man nun selbst einen Angriff hinbekommt oder Apple weiterhin zwingen will, zu kooperieren. Der Konzern hatte keine Einwände gegen die Verschiebung. Weitergehende Details zu dem neuen Ansatz und von wem die Hilfe kommen soll, wurden nicht öffentlich gemacht.

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