CERN: 60 Techniker müssen tausende toter Kabel finden

Google, Street View, Wissenschaft, CERN, Lhc, Large Hadron Collider, Teilchenbeschleuniger Bildquelle: Google Street View
Er gehört zu den komplexesten Maschinen, die je von der Menschheit gebaut wurden: Der Teilchenbeschleuniger am internationalen Forschungszentrum CERN in der Schweiz. Um ihn für weitergehende Experimente aufzurüsten, müssen die Techniker nun aber eine Sisyphos-Arbeit vollziehen.

LHCFinde das tote Kabel!
Über die Jahre gab es immer wieder Umbauten. Zahlreiche Messinstrumente wurden hinzugefügt, umgruppiert und wieder entfernt. Dabei blieben immer wieder auch diverse Kabel zurück. Nun steht aber ein größeres Upgrade der Instrumente an und es ist schlicht nicht mehr genug Platz da, um deren Verbindungen noch ordentlich verlegen zu können. Daher sollen nun erst einmal alle Kabel gefunden und entfernt werden, die ohnehin keine Funktion mehr haben.

Der geneigte Technik-Freund kennt das Problem sicherlich im Kleinen: Mehrere Computer und diverse zusätzliche Geräte haben hinter dem Schreibtisch ein großes Kabel-Wirrwarr hinterlassen, bei dem sich auf den ersten Blick kaum sagen lässt, welche Leitung zu welchem Gerät gehört - oder ob sie überhaupt noch irgendwo angeschlossen ist. Es gilt also nach und nach die Kabel zu entwirren - immer mit dem Versprechen an sich selbst, dass man zukünftig nichts mehr durcheinander bringen wird.

Am CERN haben die Techniker in der nächsten Zeit im Grunde das Gleiche zu tun - nur eben in viel größerem Maßstab. Nach dem aktuellen Erkenntnis-Stand geht es in der Anlage um rund 9.000 Kabel, die keinen Zweck mehr erfüllen, Platz wegnehmen und den Anschluss neuer Instrumente behindern. Das ist schon eine ordentliche Menge - und hinzu kommt natürlich das Problem, dass die Leitungen inmitten einer noch viel höheren Zahl von Kabeln gefunden werden müssen, die wichtige Funktionen erfüllen und keinesfalls einfach irgendwo herausgezogen werden dürfen.

LHCLHCLHCLHC

"Das macht die Sache so kompliziert - jeder Fehler kann riesige Probleme beim nächsten Neustart des Beschleunigers verursachen", erklärte Sébastien Evrard, der die Reinigungs-Gruppe leitet, dem US-Magazin Vice. Sein Team besteht immerhin aus 60 Leuten, die sich jetzt in drei großen Bereichen auf die Suche machen, die zukünftig wieder die großen Experimente des Large Hadron Collider (LHC) mit Partikelströmen versorgen sollen.

Gänzlich hilflos stehen sie dabei nicht da - denn bei dem Projekt gibt es durchaus sehr gute Dokumentationen. Trotzdem ist es natürlich nicht gerade trivial, ein auf dem Papier als obsolet gekennzeichnetes Kabel auch in der Maschinenanlage selbst korrekt zu identifizieren. Wenn sie erfolgreich sind, funktioniert letztlich die Anlage nicht nur wie zuvor, sondern kann endlich auch wieder mit neuen Instrumenten bestückt werden. Die nächsten großen Experimente sollen im Jahr 2019 losgehen. Google, Street View, Wissenschaft, CERN, Lhc, Large Hadron Collider, Teilchenbeschleuniger Google, Street View, Wissenschaft, CERN, Lhc, Large Hadron Collider, Teilchenbeschleuniger Google Street View
Diese Nachricht empfehlen
Kommentieren82
Jetzt einen Kommentar schreiben


Alle Kommentare zu dieser News anzeigen
Kommentar abgeben Netiquette beachten!

Jetzt als Amazon Blitzangebot

Video-Empfehlungen

WinFuture Mobil

WinFuture.mbo QR-Code Auch Unterwegs bestens informiert!
Nachrichten und Kommentare auf
dem Smartphone lesen.

Folgt uns auf Twitter

WinFuture bei Twitter

Interessante Artikel & Testberichte

WinFuture wird gehostet von Artfiles

Tipp einsenden