Kinox.to: Gründer verurteilt - doch die Rätsel bleiben bestehen

Streamingportal, Videostreaming, Kinox.to Bildquelle: Kinox.to
Im Prozess gegen den führenden Kopf hinter dem Streaming-Portal Kinox.to hat das Landgericht Leipzig jetzt eine längere Haftstrafe verhängt. Laut der Entscheidung soll der 29-jährige Arvit O. die nächsten drei Jahre und vier Monate hinter Gittern verbringen.
Das Verfahren wurde damit schneller abgeschlossen als gedacht. Ursprünglich waren 19 Verhandlungstage anberaumt, womit sich der Prozess bis ins kommende Jahr gezogen hätte. Zwischen Staatsanwaltschaft, Verteidigung und Gericht gab es allerdings eine Verständigung, wodurch nun gestern das Urteil gesprochen wurde.

In dem Prozess wurde der Verlauf der Sache nach und nach rekonstruiert. Letztlich stellte es sich so dar, dass Arvit O. bereits an dem schon vor Jahren geschlossenen Portal Kino.to mitarbeitete. Als die Behörden diese Plattform dichtmachten, habe er eine Datenbank-Kopie angefertigt und kurze Zeit später den Klon aufgesetzt. Hierfür wurde er vom Gericht der gewerblichen Verwertung urheberrechtlich geschützter Werke in 2.889 Fällen für schuldig befunden.

Hinzu kamen zwei Fälle von Computersabotage. Hier hatte der Verurteilte die Plattformen zweier Konkurrenten angegriffen, damit diese nicht länger erreichbar sind. Das sollte Kinox.to mehr Nutzer zuspülen. In das Urteil floss weiterhin ein Fall von Nötigung ein, der noch auf die Zeit von Kino.to zurückging. Hier wurde ein Ehepaar, das längere Zeit für die Freischaltung neuer Links auf der Plattform zuständig war, zur Herausgabe ihres Notebooks gezwungen, nachdem sie beim Betreiber des usprünglichen Portals in Ungnade gefallen waren.

Die Verständigung zwischen den beteiligten Parteien lief im Grunde darauf hinaus, dass der Beschuldigte ein Teilgeständnis ablegte und auf der anderen Seite einige weitere Vorwürfe und die mit ihnen in Zusammenhang stehenden Ermittlungen fallengelassen wurden. Das dürfte auf der einen Seite dazu beigetragen haben, die Beweise in den vorgebrachten Punkten wirklich abzusichern und schaffte dem Angeklagten andererseits das Risiko einer noch höheren Strafe vom Leib.

Aktuelle Betreiber bleiben verborgen

Auch die Verurteilung des Gründers von Kinox.to ändert aber nichts daran, dass das Portal weiterhin online ist und beständig aktualisiert wird. In diesem Zusammenhang wird noch nach zwei Brüdern gefahndet, die allerdings abgetaucht sind. Im Laufe des Verfahrens kam hier aber noch eine weitere Person ins Spiel, über die bisher nichts weiter bekannt ist. Diese soll sich im Laufe der Zeit in das Projekt Kinox.to hineingedrängt und letztlich die Kontrolle übernommen haben.

Arvit O. verweigerte weitergehende Angaben über diese Person - offenbar aus Angst vor dieser, wie das Gericht feststellte. Das dürfte auch der Grund sein, warum der ehemalige Kino.to-Betreiber sich weigerte, hier mit einer Aussage weiterzuhelfen. Dies legt die Vermutung nahe, dass auch hinter Kinox.to inzwischen Teile der organisierten Kriminalität aktiv sind, die bereits seit einiger Zeit auch mit Torrent-Portalen arbeiten - vor allem um Nutzer anzulocken, denen Malware untergeschoben werden kann.

Zum Thema: Torrent-Portale verdienen 70 Mio. $ durch Malware-Verbreitung Streamingportal, Videostreaming, Kinox.to Streamingportal, Videostreaming, Kinox.to Kinox.to
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