Microsoft Lumia 950 XL Test: Hardware top, Qualität & Software flop?

Performance

In Sachen Leistung braucht man sich beim Microsoft Lumia 950 XL wirklich keine Gedanken machen, denn sie steht dank des hier verwendeten Qualcomm Snapdragon 810 stets in reichlichem Umfang zur Verfügung. Der Octacore-SoC hat vier sparsame ARM Cortex-A53- und vier leistungsstarke ARM Cortex-A57-Kerne. Diese takten jeweils mit maximal 1,5 beziehungsweise 2,0 Gigahertz und werden zudem von der Adreno 430 Grafikeinheit unterstützt.

Um die beim Snapdragon 810 oft kritisierte Wärmeentwicklung im Zaum zu halten, setzt Microsoft auf die Integration einer Heatpipe. Richtig, man verbaut wie in einem PC oder vielen Notebooks eine Art Kupferrohr, das mit einem Kühlmittel gefüllt ist und die Hitze von der im unteren Teil des Telefons verbauten CPU weg führt. Die Heatpipe endet im oberen Bereich und geht dort in den Metallrahmen im Inneren des Smartphones über. Auf diese Weise wird die Abwärme der CPU auf das gesamte Gerät verteilt und konzentriert sich nicht an einem Punkt. Auf diesem Weg verhindert man, dass die Schutzmechanismen der CPU gefühlt zu früh greifen und den Chip heruntertakten, was bei anderen Smartphones mit dieser Plattform häufig der Fall war bzw. ist.

Microsoft Lumia 950 XL Teardown (Service-Video)Microsoft Lumia 950 XL Teardown (Service-Video)Microsoft Lumia 950 XL Teardown (Service-Video)Microsoft Lumia 950 XL Teardown (Service-Video)

Zwar wird das Lumia 950 XL bei manchen Aufgaben durchaus recht warm, doch es wird nie wirklich heiß. Andere Geräte hatten hingegen durchaus derartige Probleme, was Microsoft aber anscheinend gut in den Griff bekommen hat. Probleme mit Abstürzen und ähnlichem sollten zumindest wegen einer möglichen Überhitzung hier nicht auftreten - die Gründe für App-Crashes sind meist eher anderswo zu suchen, doch dazu später mehr.

Wenn man die Leistung des Lumia 950 XL zu messen versucht, ist die Auswahl der dafür verwendbaren Benchmarks recht begrenzt. Wir haben mit BaseMark 2.0 getestet, da dieses Benchmark auch für Android- und iOS-Geräte zur Verfügung steht. Dabei erreicht das Lumia 950 XL mit gut 1470 Punkten respektable Werte, die etwa 15 Prozent über dem Niveau des kleineren Bruders Lumia 950 mit dem um zwei Kerne abgespeckten Snapdragon 808 liegen. Zum Vergleich: ein iPhone 6s Plus erzielt mehr als 2200 Punkte, während ein LG G4 knapp an der 1600-Punkte-Marke scheitert - und somit trotz des hier ebenfalls verwendeten Snapdragon 808 höhere Werte als das Lumia 950 XL erzielt. Die Gründe dafür sind wohl in den Unterschieden der verschiedenen Plattformen zu suchen, auch wenn Basemark eigentlich unabhängig davon zu testen versucht.

Siehe auch: Microsoft Lumia 950 XL: Service-Video zeigt "Flüssigkühlung" & mehr

Der Grafiktest mit Basemark X auf mittleren Einstellungen zeigt das Potenzial der Grafikeinheit und wohl auch der CPU. So kamen wir auf gut 32.000 Punkte für das Lumia 950 XL, während es beim kleineren Modell gut 26.000 Punkte waren. Zum Vergleich: das LG G4 erzielt knapp 25.000, mit dem Samsung Galaxy S6 und dessen Exynos 7420 mit integrierter ARM Mali-T760MP8 waren über 36.000 Gummipunkte drin. Die GPU fällt somit zumindest laut dem Benchmark rund ein Fünftel leistungsfähiger aus als beim Lumia 950, was angesichts einer höheren Taktung und einige weiterer besserer Details auch nicht überrascht.

Performance im Alltag

Wenn man das Microsoft Lumia 950 XL im Alltag verwendet, fallen kaum Verzögerungen auf, die auf die Hardware zurückzuführen sind. Alle Animationen laufen flüssig, Listen und ähnliches Scrollen ebenfalls ruckelfrei. Wenn man Apps öffnet, kann es etwas länger dauern, bis diese gestartet sind, doch aktuell ist davon auszugehen, dass dies eher an Windows 10 Mobile liegt als an der Hardware. Verwendet man nämlich die Apps an sich, gibt es keine Verzögerungen oder ähnliches und auch die absolute Mehrzahl der verfügbaren Spiele laufen ohne irgendwelche Macken, so dass das Gerät auch in dieser Hinsicht einen guten Eindruck macht.

Nutzt man das Lumia 950 XL in Verbindung mit dem Microsoft Display Dock HD-500, ist die Performance bei der Verwendung über das per USB Type-C angebundene Dock erstaunlich gut. Es gibt kein Lag oder ähnliches, doch kann es natürlich immer mal wieder etwas dauern, bis Apps geladen sind. Der Grund hierfür ist sicherlich in der Doppelbelastung für den Smartphone-Prozessor, der eben auch nur ein solcher ist und nicht unbedingt für den Desktop-Betrieb auf einem externen Display ausgelegt ist.

Microsoft Lumia 950 XL "Cityman"Microsoft Lumia 950 XL "Cityman"Microsoft Lumia 950 XL "Cityman"Microsoft Lumia 950 XL "Cityman"

Hantiert man mit einer einzelnen App, reagiert diese flüssig und auch auf dem externen Bildschirm ebenso schnell wie auf dem Smartphone selbst. Sobald es jedoch an den Umgang mit mehreren Apps oder auch einer Reihe von Tabs im Browser geht, wird es langsam eng. Gerade aufwändige Werbung auf Websites bremst das Nutzungserlebnis merklich aus, doch alle Videos laufen problemlos, vorausgesetzt, es wird keine Flash-Unterstützung benötigt.

Diese fehlt nämlich gänzlich, so dass man zwar den HTML5-Player von YouTube nutzen kann, aber bei Diensten wie Vimeo keine Chance hat. Word und die anderen Universal-Apps laufen ebenfalls ohne Macken oder Verzögerungen, wenn man sich eben mit dem Multitasking zurückhält. Verzögerungen zwischen Eingaben auf den per Dock oder Bluetooth verbundenen Peripheriegeräten und deren Darstellung auf dem Display, konnten wir kaum nachvollziehen.

Der sogenannte Continuum-Modus, also die Verwendung des Smartphones an einem externen Display mit entsprechend angepasstem Desktop ist auch über drahtlose Verbindungen möglich. Unserer Erfahrung nach, kann es dabei zu kleinen Verzögerungen beim Umgang mit den Bildschirminhalten kommen, doch insgesamt war die Performance auch hier überraschend gut. Eine Begrenzung auf 720p gibt es bei der Auflösung anscheinend anders als von Microsoft-Mitarbeitern kommuniziert nicht - wie beim Dock, ist erst bei Full HD Schluss.


Bei der Nutzung des Smartphones im Continuum-Modus wird die Qualcomm-Plattform merkbar stärker belastet, was zu einem ebenfalls deutlich nachvollziehbaren Anstieg der Gehäusetemperatur führt. Da mehr Energie benötigt wird, sollte man das Lumia 950 XL nur in Verbindung mit dem Display-Dock über längere Zeit verwenden, da sonst der Akku unerwartet schnell leer sein kann. Da das Laden des Akkus bzw. die Stromversorgung mittels USB Typ-C-Kabel direkt vom Dock aus ebenfalls Hitze verursacht, muss man sich im Klaren darüber sein, dass das Gerät relativ warm wird - vermutlich ein weiterer Grund, weshalb Microsoft hier die erwähnte Heatpipe einsetzt.

Die Kameras des Lumia 950 XL bieten eine gute Leistung, wie Ihr auf der nächsten Seite im Detail erfahrt.
Mehr zum Thema: Windows 10 Mobile
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