Anonymous-Bürgerwehr schlägt bei #OpParis wahllos um sich

Hacker, Logo, Anonymous, Vereinigung Bildquelle: Anonymous
Die selbsternannten Kämpfer für das Gute, die unter dem Anonymous-Emblem im Internet gegen die Daesh beziehungsweise die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) vorgehen wollen, zeigen einmal mehr, warum die Bildung einer Art Bürgerwehr eher eine schlechte Idee ist.
Nach den Terroranschlägen in Paris erklärten Personen in gewohnt pathetischen Videos, nun online zum Gegenangriff übergehen zu wollen. Und vermeintliche Erfolge wurden schnell öffentlich gemacht. So erklärte man beispielsweise, bereits tausende Twitter-Accounts stillgelegt oder übernommen zu haben, über die Unterstützer Propaganda für die Daesh betrieben hätten. Sogar konkrete Hinweise auf bevorstehende Anschläge will man gefunden und an die Sicherheitsbehörden weitergegeben haben: Ein Wrestling-Event der WWE in Atlanta sollte als Ziel dienen.

Doch wie Ars Technica berichtet, winkt man bei der US-Bundespolizei FBI ab. Es gebe schlicht keine zuverlässigen Informationen über einen geplanten Angriff. Dies habe die Behörde in einer Stellungnahme auf Nachfrage mitgeteilt.

Wild zusammengewürfelte Account-Sammlung

Und auch eine Überprüfung der Listen von Twitter-Accounts, die stolz veröffentlicht wurden, wiesen zahlreiche falsche Funde auf. Offenbar wurden hier mit einigen Skripten wahllos Konten zusammengetragen, die zumindest irgendwelche Verbindungen zu der Terrororganisation erkennen ließen. Das heißt dann, dass in den Listen auch Accounts landeten, die offensichtlich IS-Anhänger trollen wollten. Und auch Journalisten, die über das Thema recherchierten. Hinzu kamen viele weitere normale Nutzer, die ebenfalls nicht durch Sympathien für die Daesh auffielen.

Der Betreiber des eigens eingerichteten Twitter-Accounts für die so genannte #OpParis räumte nach Kritiken auch ein, dass viele Accounts gar nichts mit dem IS zu tun hätten. "Wir sind nicht zu hundert Prozent sicher, ob die Accounts alle zum IS gehören, aber wir haben auch nicht behauptet, dass das bei allen der Fall ist", hieß es in einer inzwischen wieder gelöschten Nachricht.

Auch bei Twitter ignoriert man Meldungen aus dem Umfeld der Anonymous-Aktion inzwischen komplett. Eine Überprüfung habe zu viele Falschmeldungen gezeigt. Man setze daher lieber wieder auf die eigenen Mitarbeiter mit arabischen Sprachkenntnissen, um entsprechende Konten zu identifizieren und zu sperren. Hacker, Logo, Anonymous, Vereinigung Hacker, Logo, Anonymous, Vereinigung Anonymous
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