Microsoft: Neue Verschlüsselung für Arbeit mit hochsensiblen Daten

Medizin, Medikamente, Tabletten, Pillen Bildquelle: e-MagineArt.com / Flickr
Der Software-Konzern Microsoft will mit dem Einsatz homomorpher Verschlüsselungs-Verfahren viele Probleme im aktuellen Umgang mit medizinischen Daten lösen. Das Problem dabei: Die fraglichen Methoden sind bisher eher noch in Form theoretischer Konzepte vorhanden.
Im medizinischen Sektor sind in den letzten Jahren - wie in vielen anderen Bereichen - zahlreiche neue Technologien aufgekommen, mit denen die Arbeit verbessert werden kann. Diagnosen lassen sich schneller und sicherer erstellen und Medikamentierungen genauer auf jeden Patienten anpassen.

Allerdings steigt durch die zunehmende Vernetzung der medizinischen Systeme auch der Bedarf an Datensicherheit - was bisher ein riesiges Problem darstellt. Immer wieder gibt es warnende Berichte von Sicherheitsforschern, die eklatante Schwachstellen ausmachen. Daher wird vor allem ein Verschlüsselungsverfahren benötigt, das die Informationen vor unbefugten Blicken schützt, die Arbeit aber auch nicht komplizierter macht als nötig.

Verschlüsselt und doch nutzbar

Microsoft will dieses Problem mit einer homomorphen Verschlüsselung lösen, berichtete Softpedia. Diese bietet den Vorteil, dass Entwickler Anwendungen entwickeln können, die auf den kodierten Informationen ebenso mathematische Operationen durchführen können, wie sie es mit dem Klartext täten. So lassen sich Ergebnisse erzielen, ohne dass ein direkter Zugang zu den Daten an sich nötig wäre. Das würde es dann auch möglich machen, mit den sensiblen Daten aus dem medizinischen Bereich auf den Cloud-Diensten der großen Anbieter zu arbeiten.

Solche kryptographischen Verfahren wurden speziell für Systeme entwickelt, die zwar miteinander arbeiten müssen, sich aber eigentlich nicht vertrauen können. In der Praxis stehen entsprechende Methoden aber bisher nur in Ansätzen zur Verfügung, da sie sehr komplex sind und einen höheren Rechenaufwand erfordern als sinnvoll ist.

Microsoft hat es sich aber zum Ziel gesetzt, Software-Module bereitzustellen, die sich im medizinischen Bereich problemlos einsetzen lassen. Simple Encrypted Arithmetic Library (SEAL) heißt das erste Ergebnis der Arbeiten in dem Bereich. Aktuell bietet dieser bereits die Möglichkeit, genetische Daten verschlüsselt vorzuhalten und sie dabei trotzdem für verschiedene Anwendungen in der Bioinformatik nutzbar zu machen.

Der Software-Konzern kündigte an, die Algorithmen von SEAL offen zur Verfügung zu stellen. In Kürze soll die bereits entwickelte Software unter Open Source-Lizenzen freigegeben werden und direkt nutzbar sein. Microsoft hat dabei natürlich das Interesse, dass in der Folge Cloud-basierte Anwendungen entstehen, die auch auf die eigene Azure-Infrastruktur zurückgreifen.

Microsoft Research: Manual for Using Homomorphic Encryption for Bioinformatics Medizin, Handheld, Tricorder, X-Prize Medizin, Handheld, Tricorder, X-Prize X-Price
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