Angespielt: Halo 5 - Multiplayer entschädigt für wirre Kampagne

Für Abwechslung sorgen aber glücklicherweise immerhin die diversen Fahrzeug-Passagen, da man kurze, aber spaßige Abschnitte in Gleiter, Warthog, Panzer oder Mech absolviert.

Apropos Schwierigkeitsgrad: Heroisch kann mitunter recht knackig sein, normal ist dagegen zu einfach. Wer nicht zum ersten Mal ein Halo-Spiel zockt oder generell Shooter-Neuling ist, der sollte gleich von Anfang an höher als normal einstellen.

Nach acht bis (gemütlich) zehn Stunden hat man die Kampagne durch und hat zumindest mehr Ahnung von der Story als am Anfang und Zwischendurch. Und man kann zwar nicht leugnen, dass man unter dem Strich ganz gut unterhalten worden ist, aber ebenso nicht, dass man auch einigermaßen enttäuscht ist.


Multiplayer

Doch für einen großen Teil der Halo-Gemeinde ist die Kampagne ohnehin nur dazu da, um für den entscheidenden Part warm zu werden: den Multiplayer. Und hier macht 343 Industrie vieles, wenn nicht sogar alles richtig. Denn nicht nur Profis wird hier etwas geboten, auch Gelegenheitsspieler kommen auf ihre Kosten.

Arena: Der Tod kommt von oben (und links, rechts und unten)

Multiplayer-Pros steuern am besten die Arena an und erleben dort klassische 4vs4-Gefechte auf kleinen und übersichtlichen Maps. Die Modi sind dabei im Grunde ebenfalls vertraut, es gibt Deathmatch-Varianten (Solo, Team), Capture the Flag und ähnliches.

Arena, auch als Friedhof für Neulinge und ältere WinFuture-Redakteure bekannt, ist gnadenlos, da man es hier mit Gamern zu tun hat, die wissen, was sie tun und auch aus gefühlten fünf Kilometern mit ihrer Magnum perfekt treffen.


Kriegsgebiete als neues Highlight

Neues Prunkstück des Halo-Multiplayer-Erlebnisses ist das Kriegsgebiet, hier finden sich 24 Spieler, also zwölf jeweils auf roter und blauer Seite, zusammen, um mehrstufige Gefechte auf riesigen Karten auszutragen. Das Ganze ist eine Mischung auf PvP und PvE, da man nicht nur gegen das andere Team kämpft, sondern es auch mit NPCs und regelmäßigen Mini-Bossen zu tun bekommt.

Das spielt sich sehr dynamisch, da nicht nur zentrale Orte auf der Karte eingenommen werden müssen, auch der Einsatz gegen Computer-gesteuerte Gegner ist lohnenswert, da auch das Punkte (1000 müssen erreicht werden, alternativ kann ein Sieg auch durch die Einnahme des gegnerischen Kerns, also der Startbasis errungen werden) bringt.

Halo 5: GuardiansHalo 5: GuardiansHalo 5: GuardiansHalo 5: Guardians
Halo 5: GuardiansHalo 5: GuardiansHalo 5: GuardiansHalo 5: Guardians

Die Massenschlachten der Warzones haben durchaus MMO- und MOBA-Anleihen und sind für knallharte Multiplayer-Puristen womöglich zu chaotisch, zu unorganisiert und zu weitläufig. Für weniger geübte Spieler sind sie indes ein Segen, da auch sie in den Kriegsgebieten etwas zu tun bekommen und das Gefühl haben, etwas für das Team zu leisten - auch dann, wenn sie selbst nicht auf so viele Spieler-Kills kommen. Aber sie können auch NPCs erledigen, Stellungen einnehmen und verteidigen, damit bekommen sie das Gefühl, nicht völlig nutzlos zu sein.

Die bisher drei Warzone-Maps sehen zwar nicht ganz so gut aus wie die Einzelspieler-Gebiete, spielen sich aber absolut flüssig und sind technisch sehr sauber. Auch das Karten-Design scheint gut gelungen zu sein, ein finales Urteil kann man hier aber wohl erst nach vielen Stunden Spielzeit fällen.


Fazit

Halo 5 bietet viel Licht, aber eben auch viel Schatten. Letzteres meint natürlich vor allem die schwache Kampagne, bedeutet aber auch nicht, dass man dabei nicht unterhalten wird. Und man darf auch nicht vergessen, dass auch Bungie das Storytelling nicht erfunden hat und Halo schon immer einen Hang zum wirren Geschichtenerzählen hatte.

Was aber anfangs ein "Ich hab's nicht kapiert, aber irgendwie war es trotzdem cool" zur Folge hatte, ist inzwischen schlichtweg zu viel, da etliche Sekundärquellen (Comics, Serien, Bücher etc.) vorausgesetzt werden.

Ein negativer Aspekt ist dabei auch, dass der Master Chief inzwischen eine Nebenrolle einnimmt. Denn Halo ist und bleibt der Spartan mit der Nummer 117. Denn auch der Master Chief konnte Story-Schwächen abfangen, auch hier nach dem Motto: "Keine Ahnung, aber egal, denn fuck yeah, ich bin der Master Chief!"


Spieler, die sich Shooter in erster Linie wegen des Einzelspielerteils kaufen, ziehen ohnehin fast immer den Kürzeren, denn meistens haben Multiplayer-Gamer deutlich länger Spaß mit einem Titel. So auch bei Halo 5, denn dieser Teil ist auch exzellent gelungen. Und da sollten sich auch weniger Geübte versuchen, da die Warzones auch ihnen Spaß bereiten können.

Ein allumfassendes Urteil fällt bei Halo 5: Guardians entsprechend schwer, zu stark hängt es davon ab, was man von einem Shooter erwartet. Wer alles aus dem Halo-Universum nur so aufsaugt, wird mit der dünnen und wirren Story keine Probleme haben. Alle anderen können sich gerne auf das Pornofilm-Motto berufen: die sieht sich auch keiner wegen der Handlung an. Bei Multiplayer-Spielern mit Hang zu Halo oder Sci-Fi allgemein ist es weitaus einfacher: kaufen.
Mehr zum Thema: Halo
Diese Nachricht empfehlen
Kommentieren20
Jetzt einen Kommentar schreiben


Alle Kommentare zu dieser News anzeigen
Kommentar abgeben Netiquette beachten!

Jetzt als Amazon Blitzangebot

Ab 00:00 Uhr F-Secure Internet Security - 1 Jahr / 1 Computer
F-Secure Internet Security - 1 Jahr / 1 Computer
Original Amazon-Preis
22,99
Im Preisvergleich ab
22,99
Blitzangebot-Preis
18,48
Ersparnis zu Amazon 20% oder 4,51

Preisvergleich für Halo 5

Tipp einsenden