Angespielt: Sci-Fi-Civ - Addon bringt endlich "Noch ein Zug"-Feeling

Civilization, Firaxis Games, Beyond Earth, Rising Tide Bildquelle: Firaxis
Civilization im Weltraum: Das war vor der Veröffentlichung von Beyond Earth (BE) die vielversprechende Vorgabe von Entwickler Firaxis. Schon glaubten viele oder vielleicht sogar alle, dass uns ein Alpha Centauri 2 ins Haus steht. Umso größer war die Enttäuschung als BE "nur" ein solides Spiel mit der einen oder anderen Macke war. Das erste Addon will es nun besser machen.

Firaxis-Spiele müssen "reifen"

Wir können alles - außer von Anfang an. Das ist inzwischen der Leitspruch von Firaxis, zumindest für Beobachter von außen. Denn sofort klappt es bei den Strategiespezialisten nur selten, wenn nicht sogar nie. Das bedeutet nicht, dass das von Sid Meier mitgegründete Studio schlechte Spiele macht, ganz im Gegenteil. Aber die Games reifen erst mit ein oder zwei Erweiterungen zu richtigen Klassikern heran.


Das ist bei Civilization 5 schließlich auch nicht anders gewesen. Das war ursprünglich auch "nur" ein gutes Spiel, erst nach zwei Addons wurde es zu einem ausgezeichneten. Deshalb waren die Vergleiche zwischen dem zwei Mal verbesserten Civ 5 und dem originalen Beyond Earth schon immer ein wenig unfair. Wobei natürlich - auch ganz objektiv - betrachtet vieles am Sci-Fi-Civilization zu wünschen übrigließ.

Das begann bei den Anführern der interstellaren Aussiedler: Diese waren bisher austauschbar und beliebig, man konnte praktisch kaum so etwas wie eine Beziehung zur eigenen Fraktion aufbauen, Identifikation gab es nicht. Das hat sich bei Rising Tide deutlich verbessert, da man einige Gameplay-Elemente einführt, mit denen man "seinen" Anführer nach eigenen Vorstellungen formen kann, sie bekommen insgesamt auch mehr Profil. Civilization: Beyond EarthAnführer nun mit mehr Profil Das geschieht u. a. über die neuen Diplomatie-Punkte damit kann man sich diverse Spezialisierungen erkaufen. Dazu kommt, dass man nun auch die Affinität einer anderen Fraktion besser einschätzen kann, was über die neuen Werte für Angst und Respekt gelingt. Von einem Atombomben-abwerfenden Gandhi ist man zwar dennoch weit entfernt, aber eine derartige historische (und bei Gandhi ironische) Nähe wird man naturgemäß nie erreichen können. Der Fortschritt ist hier aber dennoch groß.

Civilization: Beyond EarthCivilization: Beyond EarthCivilization: Beyond EarthCivilization: Beyond Earth

Diplomatie bringt Verbesserungen

Das Diplomatie-Kapital dient aber nicht nur zur Verbesserung des eigenen Anführers, es ist auch die Währung, die man für Verhandlungen mit anderen Fraktionen einsetzt. Wenn man diese (teils tatsächlich sehr nützliche) Boni bekommen will, dann bezahlt man dafür mit den Diplomatie-Punkten, das gilt auch vice versa. Man lernt dabei recht schnell, dass man hier gut haushalten muss und nicht wahllos alles akzeptieren oder vorschlagen kann, sonst droht ein fettes Diplomatie-Defizit oder auch eine übermäßige Stärkung des Gegners.

Wasser(-Stadt) marsch!

Der Titel der Erweiterung, Rising Tide, hängt natürlich mit der zentralen Gameplay-Neuerung zusammen: Denn es ist (wie übrigens auch in Alpha Centauri) nun möglich, Städte auf dem Wasser zu gründen. Diese unterscheiden sich in so mancher Hinsicht von Siedlungen auf dem Festland. Civilization: Beyond EarthPack die Badehose ein So sind die Wasserstädte beweglich, können ihre Grenzen aber nicht Civ-typisch per Kultur erweitern. Die Ausdehnung des Einfluss-Areals läuft über die erstgenannte Bewegung. Denn positioniert man die Stadt auf einem anderen Wasserfeld, dann bleibt das bisherige Territorium erhalten. Das führt natürlich zu neuen taktischen Möglichkeiten und erfordert auch oder gerade von Civ-Veteranen einiges an Umstellung.

Jäger der verlorenen Artefakte

Eine gelungene Ergänzung sind die Artefakte, die man auf dem Alien-Planeten bei "Ausgrabungen" finden kann. Das können menschliche, aber auch außerirdische Gegenstände oder Technologien sein. Diese äußern sich in Form von "Karten" in drei unterschiedlichen Qualitätsstufen. Diese Items, die jeweils bestimmte Boni bringen, lassen sich zu einem Set kombinieren, was einen teilweise satten Status-Boost sowie ein spezielles Gebäude oder eine bestimmte Fähigkeit bringt. Dieses System lädt zum Experimentieren ein und schlägt sogar die Archäologie von Civ 5.

Eine weitere Verbesserung sind die Hybrid-Affinitäten, diese bringen durchaus sinnvolle Kombinationsmöglichkeiten aus Harmonie, Vorherrschaft und Reinheit. Ursprünglich musste man sich auf eine konzentrieren, um das Maximum aus einer dieser "Denkschulen" herausholen zu können. Nun ist es aber eben möglich, diese zu mischen und dennoch zu profitieren, was sich in diversen Verbesserungen der Militäreinheiten äußert.

Technologie-Baum nicht entscheidend verbessert

Optisch leicht überarbeitet wurde der Technologie-Baum oder besser gesagt die "-Spinne". Geholfen hat das aber nur wenig: Denn die Forschungsübersicht ist nach wie vor überaus unübersichtlich und damit auch in der Erweiterung eine der größten Schwächen von Beyond Earth. Civilization: Beyond EarthDer Technologie-Baum ist leider immer noch sehr unübersichtlich Das hängt zwar auch mit den abstrakten futuristischen Forschungsgebieten zusammen, liegt aber in erster Linie daran, dass es schlichtweg schlechtes Interface-Design ist. Hier sollte sich Firaxis überlegen, ob man das bei der (vermutlichen) nächsten Erweiterung nicht von Grund auf neu entwirft. In der aktuellen Form funktioniert es einfach nicht.

Fazit

Es gibt sicherlich nicht wenige, die aus früheren und anfangs beschriebenen Civ- bzw. Firaxis-Erfahrungen erstmal abgewartet haben, sich Beyond Earth zuzulegen. Mit Rising Tide sollten sie das aber langsam tun. Wer das Hauptspiel bereits hat und das Konzept grundsätzlich spannend fand, aber das Spiel dennoch recht bald wieder aufgegeben hat (wie der Autor), der sollte zugreifen.

Denn natürlich wirft Rising Tide das Konzept nicht über den Haufen (einziges "Leider" gilt für den Technologie-Baum), sondern verfeinert es und das eben sinnvoll. Ohne dass man den sprichwörtlichen Finger drauflegen kann: Es macht schlichtweg mehr Spaß und motiviert. Und plötzlich ist es da, das gute alte "Noch ein Zug"-Gefühl, das beim Hauptspiel so gefehlt hat. Civilization, Firaxis Games, Beyond Earth, Rising Tide Civilization, Firaxis Games, Beyond Earth, Rising Tide Firaxis
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