JPEG-Standard-Gruppe will DRM-System in ihr Bildformat einbauen

Drm, Digital Rights Management, DefectiveByDesign Bildquelle: DefectiveByDesign
Als sich das JPEG-Komitee, also die Standardisierungs-Gruppe hinter einem der populärsten Bildformate im Netz, gestern in Brüssel traf, wurde ernsthaft die Idee einer Integration von DRM-Technologien diskutiert. Unwidersprochen blieben diese auf der Veranstaltung allerdings nicht.
Schon vor einigen Monaten veröffentlichte das JPEG-Komitee erste Vorschläge zu dem Thema, wobei allerdings unklar war, ob diese jemals ernsthaft in Erwägung gezogen werden. Nun allerdings sind diese tatsächlich in der Diskussion um die zukünftige Entwicklung des Standards angekommen. Als Ziel wird definiert, den Nutzern mehr Kontrolle darüber zu geben, wie ihre Inhalte im Netz Verbreitung finden.

Dabei greift die Gruppe verschiedene Diskussionen auf, die in den letzten Jahren geführt wurden. So steht nicht nur der Schutz von Urheberrechten zur Debatte, die bei Musik und Videos eine zentrale Rolle einnahmen. Es geht auch darum, den Schutz von Persönlichkeitsrechten zu verbessern - etwa wenn private Fotos in Social Networks hochgeladen werden. Hier will man eine unkontrollierte Verbreitung verhindern. Der Nutzer selbst soll also bereits im jeweiligen Bild definieren können, wer dieses zu sehen bekommt und wie es weiter verwendet werden kann.

Widerspruch von der EFF

Auf dem gestrigen Treffen hatte aber auch Jeremy Malcolm von der Bürgerrechts-Organisation Electronic Frontier Foundation (EFF) die Möglichkeit, einen Gegenstandpunkt zu erläutern. Dieser legte noch einmal die Probleme dar, die DRM-Systeme mit sich bringen. Denn diese verhindern nicht nur die unauthorisierte Nutzung, sondern schränken auch völlig legale Verwendungen ein - so können geschützte Bilder beispielsweise nicht mehr im Zuge des im US-Urheberrecht so wichtigen Fair Use-Prinzips genutzt werden. Und auch als Bildzitate für eine Berichterstattung über bestimmte Inhalte sind sie dann unbrauchbar. Hinzu kommen die bereits von anderen Medien bekannten technischen Probleme.

Malcolm widersprach aber nicht nur einer DRM-Integration, sondern lieferte auch alternative Ansätze, mit denen die wichtigsten Ziele im Grunde auch erreicht werden können. So wäre es beispielsweise möglich, im Standard relativ einfach die Verwendung von digitalen Signaturen und eine Verschlüsselung von Metadaten zu definieren.

Denn bisher verwirft beispielsweise Facebook automatisiert alle Metadaten in einem Bild, um die Privatsphäre von Nutzern zu schützen und beispielsweise Standort-Informationen nicht mitzuliefern. Dabei werden allerdings auch Daten zu Urheberschaft und zu Lizenzbedingungen mit gelöscht. Sinnvoller wäre es hier seiner Ansicht nach, dem Nutzer die Möglichkeit einzuräumen, Meta-Daten gestaffelt zugänglich zu machen. Es wäre dann an den jeweiligen Plattformen und nicht am Bildformat, auch die Zugänglichkeit zu steuern - ähnlich, wie es Facebook beispielsweise in Form seiner Privatsphäre-Einstellungen schon tut. Drm, Digital Rights Management, DefectiveByDesign Drm, Digital Rights Management, DefectiveByDesign DefectiveByDesign
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