LTE-U: Qualcomms LTE-Erweiterung droht WLANs auszubremsen

Mobilfunk, Lte, Antenne, Sendemast Bildquelle: Telefonica
Der Mobilfunkstandard LTE soll um eine Technologie erweitert werden, die den Mobilfunkern helfen soll, ihre Funkzellen zu entlasten. Dafür holen sie sich Frequenzen aus jenen Bereichen, die nicht fest reserviert sind. Allerdings kann dies in der Praxis dazu führen, dass WLANs ausgebremst werden.
LTE-U heißt die Technik, die von Qualcomm entwickelt wurde und von verschiedenen Seiten kritisch gesehen wird, berichtet das Magazin NetworkWorld. Das U steht dabei für die Verwendung, unlizenzierter Frequenzbereiche. Mit dem Verfahren soll es Mobilfunk-Betreibern möglich werden, die Datenverbindungen der Nutzer in der direkten Umgebung ihrer Sendeanlagen auf solche Spektren auszulagern und allen weiter entfernten Kunden so mehr Kapazitäten bereitzustellen.

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Vor allem im 5-Gigahertz-Band soll LTE-U dabei funken - also jenem Bereich, das auch von sehr vielen WLAN-Geräten genutzt wird. Laut Qualcomm stellt das aber kein Problem dar, da man in die Technologie Verfahren eingebaut habe, die verhindern sollen, dass sich die beiden Anwendungen in die Quere kommen und Interferenzen die WLAN-Performance beeinträchtigen.

Die Praxis zeigt Probleme

In der Praxis zeigt sich allerdings, dass dies nur sehr bedingt funktioniert. So zeigte sich bei Untersuchungen durch Google, dass LTE-U und ein WLAN sich durchaus in die Quere kommen, wenn sie auf der gleichen Frequenz funken. Das Problem besteht darin, dass LTE-U wesentlich kürzere Backoff-Zeiten hat als die WiFi-Technik und sich dadurch sehr schnell die verfügbare Bandbreite zu Eigen macht. Die Folge seien drastische Einbrüche bei den Übertragungsgeschwindigkeiten im WLAN.

Daher wächst aus verschiedenen Richtungen der Widerstand gegen die Einführung der Technologie - einige Netzbetreiber in den USA wollen LTE-U beispielsweise bereits im nächsten Jahr starten. Das Lager der Gegner reicht dabei von Verbraucherschützern bis hin zu Festnetz-Betreibern, für die WLAN-Hotspots ein gutes Zusatzgeschäft sind.

Laut Michael Calabrese vom Open Technology Institute haben sich Qualcomm und seine Partner bei der Entwicklung der Technologie recht geschickt um tiefergehende Auseinandersetzungen über das Verfahren herumgemogelt. Die Funk-Technologien für die lizenzierten Spektren werden von der 3GPP standardisiert, für die unlizenzierten Bereiche ist die IEEE zuständig. Da LTE-U ein wenig zwischen diesen Stühlen sitzt, wurde es kurzerhand bei keinem der beiden Organe eingebracht und im Alleingang von Qualcomm und unter einiger Mithilfe von Ericsson umgesetzt. Mobilfunk, Lte, Antenne, Sendemast Mobilfunk, Lte, Antenne, Sendemast Telefonica
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