Vergiftete Atmosphäre: Linux-Kernel-Entwicklerin wirft endgültig hin

Linux, Kernel, Sarah Sharp Bildquelle: Sarah Sharp
Die Motivation, weiterhin wichtige Beiträge zur Weiterentwicklung des Linux-Projektes zu liefern, ist bei Sarah Sharp sichtbar auf dem Tiefpunkt angekommen. Die bekannte Kernel-Entwicklerin hat jetzt endgültig einen Schlussstrich gezogen und ihren Ausstieg aus dem Team erklärt.
Die Atmosphäre im persönlichen Umgang miteinander bewegt sich offenbar nicht nur in Social Networks häufig auf unschönem Niveau. Auch in den Kreisen jener, die sich oft auch auf die guten alten Zeiten berufen, in denen das Netz noch ein kuscheliger kleiner Kreis war, sieht es offenbar nicht anders aus. Aus Sharps Äußerungen geht hervor, dass sie schlicht keine Lust mehr hat, sich neben der freiwilligen Entwicklungsarbeit auch noch mit dem schlechten Benehmen ihrer Kollegen auseinandersetzen zu müssen.


Die Sache kommt keineswegs aus heiterem Himmel. Sharp versuchte schon mehrfach, den persönlichen Umgang zwischen den Kernel-Entwicklern zu verbessern und für ein respektvolles Miteinander zu werben. Erfolg hatte dies aber wohl nicht. Infolgedessen hat sie schon seit dem letzten Jahr nach und nach Aufgaben abgegeben und keine neuen mehr übernommen.

Zuletzt blieb nur noch ihre Kerntätigkeit übrig, die ihr aber offensichtlich auch einige Bauchschmerzen bereitet. "Meine aktuelle Arbeit an der Userspace-Grafik würde es erfordern, gelegentlich Kernelpatches einzureichen - aber ich weiß, dass ich, bevor ich etwas sende, es erst einmal mindestens einen Tag vor mir herschieben würde, weil ich vor dem potenziell toxischen Hintergrundrauschen in der Interaktion der Kernel-Community zurückschrecke", beschreibt sie ihre Lage.

Auf konkrete Personen wollte Sharp nicht eingehen. Allerdings gilt es als offenes Geheimnis, dass das Problem bis an die Spitze des Kernel-Teams geht. Linux-Gründer Linus Torvalds, der die Kernel-Entwicklung noch immer leitet, soll bei Kritiken immer wieder auch auf eine persönliche und unangenehme Stufe abrutschen, wenn er Code oder bestimmte Entscheidungen der Entwickler als nicht gut genug wahrnimmt. Auch aus den Kommentaren zu Sharps Beitrag geht hervor, dass sich der Umgang der meisten Entwickler untereinander kaum ändern wird, wenn der Chef immer wieder selbst als negatives Beispiel vorangeht.

Wie Sharp ausführte, geht es ihr keineswegs darum, dass in der Kernel-Community alle in Watte gepackt werden. Kritiken seien zwingend notwendig. "Ich brauche Kommunikation, die auf technischer Ebene brutal, aber von persönlichem Respekt geprägt ist. Ich brauche Leute, die mein Verhalten korrigieren, wenn ich etwas falsch mache (sei es technisch oder sozial) - aber ohne mich als Person herabzuwürdigen. Wir sind menschlich. Wir machen Fehler und wir korrigieren sie", so die Entwicklerin. Linux, Kernel, Sarah Sharp Linux, Kernel, Sarah Sharp Sarah Sharp
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