Fire-Fail: Amazon schmeisst sein halbes Hardware-Team raus

Smartphone, Amazon, Fire Bildquelle: BGR
Der weltgrößte Onlinehändler Amazon hat laut einem Bericht einer angesehenen US-Zeitung seine Abteilung für Hardware-Entwicklung kräftig zusammengestrichen. Diverse Mitarbeiter des oft im Geheimen agierenden Amazon Lab126 mussten jüngst gehen, auch weil das im letzten Jahr erschienene Fire Phone sich zu einem riesigen Fehlschlag entwickelt hat.
Wie das Wall Street Journal unter Berufung auf unternehmensnahe Quellen berichtet, wurden in der letzten Zeit "dutzende" Entwickler von Lab126 entlassen, weil Amazon eine Reihe von Projekten entweder ganz eingestampft oder zumindest deutlich zurückgefahren hat. Dazu soll unter anderem das jüngst laut Gerüchten in der Entwicklung befindliche große Tablet gehören, das wahrscheinlich Teil der durchaus erfolgreichen Kindle-Reihe werden sollte. Angeblich sind es die ersten Entlassungen in der elfjährigen Geschichte von Lab126.

Bisher ist unklar, wie viele Mitarbeiter gehen mussten. Insgesamt sind rund 3000 Menschen für Amazons Lab126 tätig. Amazon will seine Hardware-Sparte offenbar neu ausrichten, weil das im Juli 2014 vorgestellte Fire Phone ein grandioser Reinfall war. Das Gerät wies zwar einige interessante Features wie eine 3D-Oberfläche mit Kameras zur Bestimmung der Augenposition des Betrachters auf, basierte aber auf einer damals bereits veralteten Hardware-Plattform und wurde trotz nicht wirklich vergleichbarer Hardware zu iPhone-ähnlichen Preisen eingeführt. Auch die diversen inzwischen erfolgten Preissenkungen halfen nicht, so dass Amazon nach nur drei Monaten bereits 170 Millionen Dollar wegen unverkauften Gerätenn abschreiben musste.

Aufgabe von Smartphones, Konzentration auf neue Projekte

Dass bei Amazons Hardware-Sparte, die unter anderem für die Kindle E-Reader- und Tablets, Fire TV, den Fire TV Stick und den Küchenlautsprecher Echo mit seinem eingebauten Assistenten verantwortlich war, derzeit eine Krise herrscht, deuteten bereits frühere Meldungen an. So hat mit John McCormack erst vor kurzem der zuständige Manager des Teams nach nur sechs Monaten schon zum zweiten Mal in diesem Jahr seinen Hut genommen und arbeitet jetzt für Google.

Amazon hat nun dem Bericht zufolge die weitere Entwicklung von Smartphone-Produkten bei Lab126 vollständig auf Eis gelegt, wobei auch zu hören ist, dass man nun angeblich im Hauptquartier in Seattle an derartigen Projekten arbeitet. Zudem wurde ein geplantes 14-Zoll-Tablet, das als "Project Cairo" bezeichnet wird, ebenso aufgegeben wie die Pläne für ein Gerät namens Shimmer - das Bilder an Wände und auf andere Oberflächen projizieren sollte. Ein sogenannter Smart-Stylus mit dem Projektnamen "Nitro" wird wohl ebenfalls nicht mehr weiterentwickelt - dieses Gerät sollte aus handschriftlichen Notizen digitale Einkaufszettel erstellen können.

Die in Kalifornien angesiedelte Hardware-Sparte soll sich inzwischen hingegen anderen Projekten widmen, darunter ein "Kabinet" getauftes Gerät in Form einer Art High-End-PC. Dieser soll angeblich als eine Art Smart-Home-Zentrale dienen und in der Küche seinen Platz finden, wo er wie der Echo-Lautsprecher Sprachkommandos entgegennehmen könnte, um zum Beispiel neue Güter von Amazons Website zu bestellen. Ein weiteres Vorhaben ist angeblich ein Tablet mit 3D-Display, für dessen Betrachtung keine Brille benötigt wird. Außerdem arbeitet Amazons Hardware-Abteilung dem Vernehmen nach auch noch an der Verlängerung der Laufzeit der Kindle-Reader. Statt bis zu zwei Monaten sollen die Akkus der E-Ink-Lesegeräte künftig bis zu zwei Jahre durchhalten können. Smartphone, Amazon, Fire Smartphone, Amazon, Fire BGR
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