Moto G 2015 Test: Das wasserdichte Alleskönner-Smartphone

Akkulaufzeit satt für die meisten Nutzer

Der Akku fässt beim Motorola Moto G der dritten Generation nun ganze 2470mAh, ist also noch einmal ein ganzes Stück größer geworden als beim Vorgänger. Durch die limitierte Auflösung und den relativ sparsamen Prozessor hält das Gerät damit überraschend lange durch und sollte bei vielen Nutzern auch die vom Hersteller propagierten bis zu zwei Tage Akkulaufzeit erreichen können.

Dies schließt eine aktive Nutzung des Telefons mit rund vier Stunden eingeschaltetem Display und fest auf rund 70 Prozent eingestellter Helligkeit mit ein. Bei uns wurde vor allem im Web gesurft, in 15-Minuten-Abständen mehrere E-Mail-Konten und andere Status-Updates abgerufen sowie mehrere dauerhaft aktive Messenger im Hintergrund eingesetzt. Wer sein Smartphone allerdings weniger häufig wirklich aktiv nutzt, sondern es vor allem im Standby-Modus mit sich führt, wird beim Moto G 2015 vielleicht etwas überrascht sein, weil die Stanby-Zeit etwas kürzer ausfällt als vielleicht erwartet. Mein Moto G der ersten Generation hielt mit dem kleineren gut 2000mAh fassenden Akku gefühlt länger durch, doch dies kann ein trügerischer subjektiver Eindruck sein.
Motorola Moto G (2015) 3. GenerationGut fünf Stunden schafft das Moto G im Akkutest von Geekbench 3
Beim Test mit dem Battery-Benchmark von Geekbench 3 schaffte unser Testgerät mit dauerhaft aktivem Display und einer auf gut 50 Prozent reduzierten Helligkeit gut fünf Stunden, wobei das Telefon während dieser Zeit natürlich dauerhaft belastet wurde. Eigentlich ist dies durchaus ein guter Wert, so dass man sich kaum Sorgen machen muss, dass der Akku nach einem nächtlichen Aufladen nicht von morgens bis abends den Arbeitstag übersteht. Auch am nächsten Tag sollte noch genügend Saft im Stromspeicher sein.

Apropos Aufladen: ein Netzteil legt Motorola bei der in Europa vertriebenen Ausgabe des Moto G offenbar nicht bei, sondern es ist lediglich ein einfaches USB-Kabel im Lieferumfang enthalten. Dies ist allerdings nur für jene Kunden ein Nachteil, für die das Moto G das wirklich erste Smartphone ist - und von ihnen gibt es heute wohl nur noch wenige. Selbst in den Regionen, in denen Motorola ein Netzteil beilegt, handelt es sich dabei nur um ein schwaches Modell mit 0,5A, das weit über vier Stunden benötigt, um den recht großen Akku des Telefons zu füllen. Man ist daher mit einem 2A-Netzteil eines Drittherstellers, das eventuell sowieso bereits im Haushalt vorhanden ist, auf jeden Fall besser beraten, denn damit lässt sich der Akku in gut 2,5 Stunden voll laden.

Leider hält Motorola auch beim neuen Moto G an seiner Strategie fest, den Akku fest im Gehäuse zu verbauen. Dies soll wohl vor allem Fälschungen und daraus resultierende unrechtmäßige Garantieforderungen von Kunden vermeiden. Allerdings reduziert sich dadurch auch die Lebensdauer des Smartphones, denn wenn der Lithium-Ionen-Akku einmal seine Leistung eingebüßt hat, kann er nur mit größerem Aufwand ersetzt werden. Die meisten Kunden dürften dann lieber zu einem neuen Smartphone greifen, statt die Kosten für den Akkutausch aufzubringen.
Motorola Moto G (2015) 3. GenerationDer Akku des neuen Moto G ist... Motorola Moto G (2015) 3. Generation...leider nicht vom User wechselbar

Deutlich bessere Kameras

Endlich, ja, endlich hat Motorola auch bei seinen günstigeren Smartphones ordentlich in die Kamera investiert. Das Motorola Moto G 2015 hat so nun auch erstmals eine 13-Megapixel-Kamera an Bord, die Full-HD-Videoaufnahmen unterstützt. Auf der Front sitzt jetzt immerhin eine 5-Megapixel-Kamera, die für die meisten Selbstporträts und natürlich auch für Videotelefonate ohne weiteres ausreichen dürfte.

Die rückwärtige Kamera bringt einen Dual-LED-Blitz mit, der für ausgeglichenere Hauttöne sorgen soll. Auf einen optischen Bildstabilisator muss man hier verzichten, was in dieser Preisklasse auch keine Überraschung darstellt. Immerhin sind Slow-Motion-Aufnahmen mit 60 Bildern pro Sekunde in 720p-Auflösung möglich und es gibt eine F/2.0-Blende, die theoretisch recht viel Licht zum Sensor dringen lassen dürfte.
Motorola Moto G (2015) 3. GenerationEndlich sind die Kameras... Motorola Moto G (2015) 3. Generation...beim Moto G wirklich brauchbar
Auf dem Papier sind die Verbesserungen gegenüber der enttäuschenden 8-Megapixel-Kamera des Vorgängers und der 5-MP-Knipse aus dem Modell der ersten Generation schonmal vielversprechend und auch in der Praxis schlägt sich das neue Moto G deutlich besser. Mittels einer Schüttelbewegung lässt sich das neue Smartphone auf direktem Weg zur Kamera aus dem Standby holen, wobei ein zweites direkt folgendes Schütteln zur Frontkamera umschaltet.

Bei guter Ausleuchtung sind mit dem Moto G 2015 ordentliche Bilder möglich, wobei eine ausgewogene Farbwiedergabe und eine insgesamt gute Bildqualität anzumerken sind. Die Bildschärfe könnte allerdings besser sein, doch die Software bessert in dieser Hinsicht für eine leichte Qualitätssteigerung recht effektiv nach. Der Detailreichtum könnte dementsprechend zwar höher sein, ist aber dennoch ganz gut. Einzig im Panoramamodus schwächelt die Kamera bei normalen Lichtbedingungen.

Motorola Moto G (2015) 3. GenerationMotorola Moto G (2015) 3. GenerationMotorola Moto G (2015) 3. GenerationMotorola Moto G (2015) 3. Generation
Motorola Moto G (2015) 3. GenerationMotorola Moto G (2015) 3. GenerationMotorola Moto G (2015) 3. GenerationMotorola Moto G (2015) 3. Generation
Motorola Moto G (2015) 3. GenerationMotorola Moto G (2015) 3. GenerationMotorola Moto G (2015) 3. GenerationMotorola Moto G (2015) 3. Generation
Motorola Moto G (2015) 3. GenerationMotorola Moto G (2015) 3. GenerationMotorola Moto G (2015) 3. GenerationMotorola Moto G (2015) 3. Generation

Bei schlechter Ausleuchtung nimmt die Bildqualität erheblich ab, was sich schon beim Wechsel in Innenräume mit Kunstlicht kräftig bemerkbar macht. Der ohnehin nicht sonderlich schnelle oder akkurate Autofokus bekommt dann so seine Probleme, wenn es um scharfe Aufnahmen geht. In der Dämmerung, der Nacht oder in dunklen Innenräumen gibt die Kamera dann erwartungsgemäß mit starkem Bildrauschen und Detailverlust klein bei.
Motorola Moto G (2015) 3. GenerationBeispiel-Fotos: Henryk M. Broder sucht... Motorola Moto G (2015) 3. Generation...eine leckere Zwischenmahlzeit
Der Doppelblitz kann in solchen Situationen zwar immerhin für mehr Schärfe und eine recht gute Farbwiedergabe sorgen, doch generell kann man wohl sagen, dass das Moto G kaum für Aufnahmen mit wenig Licht geeignet ist - auch wenn es natürlich noch deutlich schlechtere Kameras gibt. Der HDR-Modus hinterließ hingegen einen guten Eindruck, lieferte er doch durchaus überraschend ordentliche Bilder, was gerade bei bedecktem Himmel oder generell geringer Ausleuchtung noch brauchbare Aufnahmen ermöglicht.

Begrüßenswert ist, dass Motorola zumindest die Option bietet, den Fokuspunkt frei zu wählen und dabei mittels eines Schiebereglers auch die Belichtung zu verändert. Damit kann man im Notfall noch einmal selbst Hand anlegen und gerade in Szenen mit wenig Licht oder bei ungleichmäßig ausgeleuchteten Motiven noch ein Quäntchen mehr aus der Kamera herausholen.
Motorola Moto G (2015) 3. GenerationPer Schieberegler lässt sich... Motorola Moto G (2015) 3. Generation...die Belichtung auf Wunsch anpassen
Videoaufnahmen sind zwar mit 1080p-Qualität möglich und gelingen so bei viel Licht ganz gut, doch hat das neue Moto G generell mit einer gewissen Überbelichtung zu kämpfen, was gerade helle Flächen praktisch komplett von jedweden Details befreit. Die Qualität geht trotz mangelndem Detailreichtum noch in Ordnung, doch die Mikrofone liefern keinen sonderlich guten Ton. Sie sind mit hoher Lautstärke der Umgebung hoffnungslos überfordert, so dass man lieber keine Konzerte mit dem Moto G besuchen sollte, um das YouTube-Publikum vor verrauschten Aufnahmen mit klirrendem und verzerrtem Sound zu bewahren.

Die Kamera-App ist Motorola-typisch sehr minimal gehalten und zeigt normalerweise nur die Auslöser für Fotos und Videos an. Wischt man vom linken Bildschirmrand herein, erscheint ein übersichtliches aber begrenztes Einstellungsmenü, das wie ein Rad durchscrollt werden kann. Dort lassen sich der Auslöseton und das Aufrufen der Kamera per Schüttelbewegung ebenso deaktivieren wie die Einbettung von Standortdaten, Blitz- und HDR-Modus sowie der spezielle Restlichtmodus, der allerdings kaum Hilfe bei wenig Licht bietet.
Motorola Moto G (2015) 3. GenerationDie Kamera-App hat eine... Motorola Moto G (2015) 3. Generation...simple aber praktische Oberfläche
Außerdem findet sich dort auch eine Funktion für zeitverzögerte Aufnahmen sowie die Qualitätseinstellungen und die Möglichkeit zur Festlegung des Speicherorts. Die genaue Regelung von ISO, Weißabgleich und anderen Details ist hier leider nicht möglich. Insgesamt bietet die Kamera-App von Motorola mehr als man vielleicht auf den ersten Blick bei dem sehr kargen Interface erwarten würde. Die Kamera ist insgesamt im oberen Mittelfeld einzuordnen und dürfte in ihrer Preisklasse sicherlich zu den Besten gehören.

Sound und Konnektivität sowie die Software und unser Fazit findet ihr auf Seite 6 des Moto G 3rd Gen Tests.
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