Microsoft sichert Web-Krypto vorsorglich gegen Quantencomputer ab

Sicherheit, Security, Verschlüsselung, schloss, Heartbleed, Tunnel Bildquelle: Softonic
Quantencomputer gibt es derzeit zwar noch nicht, doch allein die Möglichkeit ihrer baldigen Existenz bereitet Sicherheits-Experten seit geraumer Zeit Sorgen. Unter Federführung von Microsoft wurde eines der meistgenutzten Krypto-Protokolle daher nun gegen Angriffe solcher Maschinen abgehärtet.

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Die Forschung an Quantencomputern läuft auf Hochtouren - immerhin versprechen die theoretischen Grundlagen, dass solche Maschinen verschiedene Probleme, die mit heutigen Computern quasi nicht zu lösen sind, ohne größere Probleme bewältigen könnten. Zu erwarten wären beispielsweise wegweisende Durchbrüche in der Medizin oder Energieversorgung.

Allerdings ist auch klar, dass die heutigen Verschlüsselungsverfahren dann nicht mehr sicher wären. Um verschiedene aktuell eingesetzte Verfahren, bei denen die Schlüssel auf Primfaktoren oder elliptischen Kurven basieren, zu knacken, würde selbst ein heutiger Supercomputer für jeden einzelnen Key eine lange Zeit brauchen. Die komplett andere Mathematik hinter Quantencomputern ließe dies in Sekunden oder noch schneller zu. Dem entsprechend ist es verständlich, dass beispielsweise der US-Geheimdienst NSA 80 Millionen Dollar in die Erforschung der Technologie investiert.

Um dem entgegenzuwirken hat nun ein Team, das sich aus Experten von Microsoft, des Chipherstellers NXP und der Queensland University of Technology das Transport Layer Security (TLS)-Protokoll um ein Verfahren erweitert, das auch Angriffen von Quantencomputern standhalten soll. TLS - auch unter der Vorgängerbezeichnung SSL bekannt - stellt die Basis der meisten verschlüsselten Verbindungen im Internet dar.

Nur etwas langsamer

Das neue Verfahren gibt es nicht nur auf dem Papier, sondern bereits als fertige TLS-Implementierung. Bei Tests zeigte sich, dass die Datenübertragung zwischen Webserver und Browser im Vergleich zu den heute genutzten sichersten Methoden um etwa 21 Prozent verlangsamt wird - was angesichts des besseren Schutzes zu verkraften wäre.

Laut der Microsoft-Informatikerin Krysta Svore, die das Forschungsprojekt leitet, ist es durchaus sinnvoll, bereits jetzt an solchen Verfahren zu arbeiten - auch wenn nicht absehbar ist, dass funktionierende Quantencomputer schon bald verfügbar sein könnten. "Es ist wichtig, vorbereitet zu sein", sagte Svore dem US-Magazin Technology Review. Denn die Erfahrungen zeigen, dass es durchaus ein Jahrzehnt oder länger dauern kann, bis eine neue Krypto-Technologie hinreichend erprobt wurde und auch noch in größerem Umfang in der Praxis Verbreitung findet.

Natürlich besteht derzeit keine Garantie, dass das neue Verfahren einem potenziellen Angriff letztlich standhalten kann - denn selbst verschiedene Technologien, die seit Jahrzehnten eingesetzt und immer wieder untersucht wurden, zeigten gelegentlich noch Schwachpunkte. Das kann also auch bei der nun entwickelten Methode der Fall sein. Daher ist das Projekt auch nicht abgeschlossen, sondern widmet sich weiter der Erprobung und auch der Entwicklung alternativer Mechanismen. Verschlüsselung, Ssl, Key Verschlüsselung, Ssl, Key Public Domain
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