Eine Ära geht zu Ende: Die letzten Mittelwellensender schalten ab

Radio, Frequenz, UKW, Mittelwelle Bildquelle: C.P.Storm (CC BY 2.0)
Freunde der antiken Radio-Technik - die durchaus einige Pluspunkte auf ihrer Seite hatte - müssen in letzter Zeit mit einem rasanten Verfall des Angebots leben. Die meisten Sendungen auf Mittelwelle sind bereits eingestellt worden. Am Wochenende folgt nun das Angebot des öffentlich-rechtlichen WDR.
Die Sendeanstalt betrieb bis jetzt noch zwei Mittelwellensender in Bonn und Langenberg. Hier waren noch Programme zu hören, die auf den inzwischen recht durchoptimierten Programmen für die große Masse der Zuhörer keinen Platz hatten. Dazu gehörten volle Übertragungen von Fußball-Spielen oder auch komplette Live-Übertragungen von Bundestags- und Landtags-Sitzungen auf WDR Event. Hinzu kam der Verkehrsinformationskanal (VERA), die durchgängig nur ständig aktualisierte Verkehrsmeldungen brachte.

In der Nacht von Sonntag auf Montag um 2.00 Uhr ist nun Schluss. Die Sendeanlagen werden dann heruntergefahren. Das heißt allerdings nicht, dass auch die Angebote eingestellt werden. Diese lassen sich zukünftig als Livestream im Internet, terrestrisch über DAB+, über das digitale Satellitenradio (DVB-S) sowie über Kabel (DVB-C) empfangen. Verzichten muss nur der Hörer, der die Angebote auf einem alten Radiogerät zu schätzen wusste.

Schon seit Jahren wird ein Mittelwellensender nach dem anderen abgeschaltet. Denn Hörer sind auf dem Frequenzbereich ohnehin inzwischen ziemlich selten geworden. Viele modernere analoge Radioempfänger unterstützen schon nur noch UKW und viele, die Mittelwelle noch empfangen können, vermeiden dies wegen der nicht mehr zeitgemäßen Tonqualität. Einem Weiterbetrieb steht auch der hohe Stromverbrauch der Sender entgegen.

Ressourcen für DAB+

Die durch die Abschaltung frei werdenden Gelder müssen die öffentlich-rechtlichen Anstalten in den Ausbau ihres Angebots für das Digitalradio DAB+ stecken - so will es die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten (KEF). Dabei ist fraglich, ob sich die Technologie wirklich durchsetzen wird. Denn UKW ist bisher der absolute Standard und wenn dieser eines Tages tatsächlich einmal wegfallen sollte, könnten die Mobilfunknetze stark genug sein, um einen kompletten Wechsel auf das Streaming zu ermöglichen.

Mit der Mittelwelle verschwindet nun aber auch eine Möglichkeit, kulturelle Vielfalt zu erleben. Denn insbesondere Nachts, wenn die Reflexion der Ionosphäre besonders gut war, pflanzten sich die Sender in dem Frequenzbereich teils um die halbe Welt fort. Wer nun Radiostationen von weit her hören will, muss dafür seinen Internet-Anschluss nutzen. Radio, Frequenz, UKW, Mittelwelle Radio, Frequenz, UKW, Mittelwelle C.P.Storm (CC BY 2.0)
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