Bundestag in Quarantäne: Netzzugang nur noch über Filter-Software

Deutschland, Bundestag, Parlament, Minister, Plenum Bildquelle: Deutscher Bundestag / Marc-Steffen Unger
Die Abgeordneten des Deutschen Bundestages werden sich jetzt erst einmal damit abfinden müssen, dass ihr Zugang zum Web stark eingeschränkt wird. Dabei handelt es sich um eine Reaktion auf den aktuellen Angriff auf das Bundestags-Netz, bei dem Malware Daten in bisher ungekanntem Ausmaß an Unbefugte nach Außen schleuste.

Infografik: Malware: Wie infiziert ist Deutschland?Malware: Wie infiziert ist Deutschland?
Da es nicht möglich ist, den Abgeordneten und ihren Mitarbeitern im Parlament den Internet-Anschluss komplett abzuklemmen, ohne sie beträchtlich in ihrer Arbeit zu behindern, wird nun erst einmal eine Filter-Software zwischengeschaltet, berichtet das Nachrichtenmagazin Der Spiegel in seiner am Montag erscheinenden Ausgabe.

Die Software funktioniert nach dem Ausschluss-Verfahren. Auf der Blacklist seien demnach mehr als hunderttausend Seiten gelistet, die nun von den Bundestags-Rechnern aus nicht mehr erreichbar sein werden. Dabei handelt es sich in der Regel um Angebote, die in der Vergangenheit bereits dadurch aufgefallen sind, dass über sie Malware verbreitet wurde.

So ist anzunehmen, dass hier nicht nur der Zugang zu Webservern blockiert wird, die ohnehin eher dem unseriösen Segment zuzuordnen sind. Es dürften sich hier beispielsweise auch verschiedene Seiten befinden, die auf Standard-Software wie WordPress basieren. Hier reagieren Kriminelle häufig auf Sicherheitslücken und nutzen diese aus, um ihre Malware möglichst über Seiten zu verbreiten, bei denen die Nutzer keinen Argwohn hegen.

Die Bereitstellung und Wartung der Filter-Software obliegt dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Erfolgt von einem Rechner im Bundestags-Netz ein Zugriff auf eine der gelisteten Webseiten, wird dieser nicht nur blockiert, sondern auch protokolliert.

Seitens der Abgeordneten findet man sich mit der Maßnahme wohl erst einmal ab - aber nur, wenn es eine vorübergehende Lösung bleibt. "Es ist mit dem freien Mandat unvereinbar, dass eine Regierungsbehörde entscheidet, auf welche Informationen Abgeordnete zugreifen dürfen, und diese Kommunikation zudem protokolliert", so der netzpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Lars Klingbeil.

Zum Thema: Angriff nicht abwehrbar: IT des Bundestages vor Komplett-Austausch Deutschland, Bundestag, Parlament, Minister, Plenum Deutschland, Bundestag, Parlament, Minister, Plenum Deutscher Bundestag / Marc-Steffen Unger
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