Risiken des Apple Music-Starts werden auf kleine Musiker abgewälzt

Apple, musikstreaming, Apple Music, WWDC 2015 Bildquelle: Apple
Der Computerkonzern Apple arbeitet intensiv daran, den Musik-Katalog seines neuen Streaming-Dienstes auszubauen. Inzwischen sind auch bei verschiedenen Labels und Musikern, die nicht zu den drei großen Majors gehören, die entsprechenden Lizenzverträge eingegangen - und diese sind alles andere als begeistert.

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Denn bei der Durchsicht der Unterlagen fiel vor allem eine Klausel auf, bei der Apple die Kosten für Marketing-Maßnahmen faktisch direkt den Künstlern aufbürdet. Konkret bedeutet dies folgendes: Um möglichst viele Nutzer überhaupt erst einmal dazu zu bewegen, neben ihrem bereits genutzten Streaming-Anbieter das neue Apple Music zumindest einmal auszuprobieren, offeriert das Unternehmen eine dreimonatige kostenlose Probe-Phase.

In den Lizenzverträgen wird nun festgelegt, dass die Musiker keinen Cent für die Nutzung ihrer Songs erhalten, solange die Hörer sich in den ersten drei Monaten ihrer Mitgliedschaft bei dem Dienst befinden. Seitens des Verbandes unabhängiger Musikunternehmen (VUT) ist man über diese Vertragsgestaltung nicht besonders erfreut. "Wir als VUT begrüßen neue Geschäftsmodelle und weitere Anbieter auf dem Streamingmarkt. Jedoch sind die von Apple angebotenen Vertragsbedingungen völlig unangemessen", erklärte Geschäftsführer Jörg Heidemann.


Apple ist kein Start-up

Der Verband, in dem rund 1.300 Unternehmen und Künstler aus Deutschland organisiert sind und deren Werke rund 35 Prozent der hierzulande genutzten Musik ausmachen, wandte sich in einem offenen Brief an die Konzernführung Apples. Darin betonte man, dass es sich bei Apple immerhin nicht um ein Start-up handelt, das sich erst einmal aus dem Nichts eine Kundenbasis aufbauen müsse, sondern um ein Großunternehmen mit dem aktuell höchsten Börsenwert von rund 700 Milliarden Dollar.

Die fragliche Klausel wird von den VUT-Mitgliedern quasi als Nötigung empfunden, da sie im Grunde keine Chance haben, sich dieser zu entziehen. Denn Apple ist bereits der weltweit größte Verkäufer von Musik und es können sich höchstens sehr erfolgreiche Weltstars leisten, nicht in dessen Katalog aufzutauchen. Daher sieht die aktuelle Situation aus Sicht der Musiker so aus, dass sie die Vorgaben Apples schlicht akzeptieren müssen, wenn sie bei einem Dienst nicht außen vor bleiben wollen, der aller Wahrscheinlichkeit nach, bald zu den Marktführern gehören wird.

In den drei Monaten, die Nutzer bei Apple kostenlos dabei sind, werden diese dann natürlich auf anderen Plattformen weniger Streaming-Klicks generieren, womit dann von dort aus weniger Tantiemen fließen. "Dies kann für unsere Mitglieder und deren Künstlerinnen und Künstler zu erheblichen Umsatzeinbußen bei den Lizenzeinnahmen führen, im Extremfall kann dies existenzgefährdend sein. Wir haben Apple bisher als fairen Partner der unabhängigen Musikbranche wahrgenommen, darum wäre es wünschenswert, dass der Konzern eine faire Lösung mit den unabhängigen Musikunternehmen findet", so Heidemann.

Zum Thema: One more thing…: Streaming-Dienst Apple Music offiziell enthüllt Apple, musikstreaming, Apple Music, WWDC 2015 Apple, musikstreaming, Apple Music, WWDC 2015 Apple
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