Angriff nicht abwehrbar: IT des Bundestages vor Komplett-Austausch

Deutschland, Bundestag, Parlament, Minister, Plenum Bildquelle: Deutscher Bundestag / Marc-Steffen Unger
Den IT-Experten des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) gelingt es auch nach Wochen nicht, die Malware im Netzwerk des Bundestages in den Griff zu bekommen. Nun ist davon die Rede, die gesamte bestehende IT-Infrastruktur des Parlamentes gegen saubere Systeme auszutauschen.

Infografik: Malware - Wie infiziert ist Deutschland?Malware: Wie infiziert ist Deutschland?
Vor einiger Zeit fiel den Verantwortlichen im IT-Bereich des Bundestages auf, dass größere Mengen Daten aus dem Netzwerk ausgeleitet werden. Seitdem wird daran gearbeitet, die Malware, die dafür verantwortlich ist, von den Systemen zu entfernen - was bisher aber nicht von Erfolg gekrönt war. Daher kam man nun zu der Einschätzung, dass das Bundestags-Netz nicht mehr gegen den Angriff verteidigt werden kann und aufgegeben werden muss, berichtet der Recherche-Verbund aus NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung. Das BSI habe demnach bereits eine Empfehlung an die Bundestagsverwaltung gegeben, das Netzwerk neu aufzubauen.

Zum jetzigen Zeitpunkt hat man offenbar nicht einmal eine Überblick, ob noch immer Daten nach außen fließen. Ausgeschlossen werden könne dies nicht, erklärten Personen, die unmittelbar in das Geschehen eingebunden sind. Nach den bisherigen Erkenntnissen war es den Angreifern gelungen, den Verzeichnisdienst des Bundestages unter ihre Kontrolle zu bringen. An diesen sind rund 20.000 Rechner der Abgeordneten und Mitarbeiter des Parlamentes angebunden, zu denen so Zugriff bestand.

Weiterhin gelang es den Tätern, Administratoren-Rechte im Netzwerk zu erlangen. Daher gestaltet es sich schwierig, genau nachzuvollziehen, was weiterhin geschehen ist - denn mit den entsprechenden Rechten lassen sich Spuren recht gut verbergen. Die Analyse des Angriffs geht derweil trotzdem weiter und neben dem BSI sind die entsprechenden Angestellten des Bundestages sowie auch Spezialisten einer süddeutschen IT-Firma eingebunden.

Über den aktuellsten Stand der Erkenntnisse werden die Mitglieder der Bundestags-Kommission für den Einsatz neuer Informations- und Kommunikationstechniken (IuK-Kommission) am heutigen Tag durch den BSI-Präsidenten Michael Hange informiert. Den Abgeordneten soll darüber hinaus seit der letzten Woche ein entsprechender Bericht vorliegen, der als geheim eingestuft wurde.

Sollte die Entscheidung tatsächlich dahingehend gehen, dass das Netzwerk neu aufgebaut werden soll, wäre der Bundestag in Sachen IT wohl über Wochen weitgehend lahmgelegt. Hier war bereits die Rede davon, die parlamentarische Sommerpause vorzuziehen. Das BSI und das Bundesamt für Verfassungsschutz vermuten hinter dem Angriff einen ausländischen Geheimdienst, da dieser über die Möglichkeiten verfügen würde, eine so ausgefeilte Attacke durchzuführen. Belege hierfür wurden aber bisher noch nicht vorgelegt. Deutschland, Bundestag, Parlament, Minister, Plenum Deutschland, Bundestag, Parlament, Minister, Plenum Deutscher Bundestag / Marc-Steffen Unger
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