Action-Spiele steigern Risiko für ernste Erkrankungen des Gehirns

Künstliche Intelligenz, Ki, Gehirn, Denken, Kopf Bildquelle: Saad Faruque (CC BY-SA 2.0)
Wer viel Zeit mit verschiedenen derzeit populären Computerspielen verbringt, kann zwar seine räumliche Orientierung verbessern, muss aber wohl auch mit einem höheren Risiko leben, an Alzheimer oder anderen Störungen des Gehirns zu erkranken. Das zeigt eine aktuelle Untersuchung.
Das Problem besteht darin, dass ein Training des Gehirns nicht nur dazu führt, dass bestimmte Bereiche wachsen und mehr Leistung für die jeweilige Fähigkeit bereitstellen können. Im Gegenzug bilden sich andere Regionen zurück, was mit der Zeit zu ernsthaften Problemen führen kann. Und genau auf diesen Effekt konnten Forscher von der University of Montreal jetzt Hinweise finden.

Dafür wurden Testpersonen mit der Aufgabe betraut, in einer virtuellen Umgebung nach Gegenständen zu suchen. Während dessen erfassten die Wissenschaftler, welche Gehirnregionen aktiv sind. Und hier zeigten sich deutliche Unterschiede zwischen Teilnehmern, die regelmäßig Action-Spiele verwenden, und solchen, die dies nicht tun.

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Für gewöhnlich sorgt der Hippocampus für die räumliche Orientierung. Dabei handelt es sich um eine - evolutionär gesehen - alte Region unseres Gehirns, die auch verschiedene andere Funktionen steuert, die unsere Vorfahren schon besaßen, bevor logisches Denken überhaupt nur ansatzweise in Betracht kam. Auch die Grundlagen von Gefühlen sind hier beispielsweise angesiedelt.

Wer aber regelmäßig Action-Games spielt und gelernt hat, in diesen gut zu sein, arbeitet nicht mit dem Hippocampus. Die entsprechenden Funktionen übernimmt hier der Nucleus caudatus, der zum Großhirn gehört und damit zu den neueren Hirnregionen, die besser in der Lage sind, neue Dinge zu lernen. In der Untersuchung zeigte sich, dass bei der Orientierung im virtuellen Labyrinth bei über 80 Prozent der Probanden der Nucleus caudatus aktiv war - hingegen nur bei knapp 40 Prozent jener, die sonst keine oder nur selten Action-Games spielen.

Bestätigt wurden damit erneut ältere Studien, nach denen sich das Orientierungsvermögen und die visuellen Fähigkeiten durch das Training in Shootern verbessern. Allerdings ist dies laut den Forschern nicht der einzige Effekt. Denn es gilt inzwischen auch als erwiesen, dass Menschen, die häufiger mit dem Nucleus caudatus arbeiten, eine reduzierte Leistungsfähigkeit des Hippocampus erwerben.


"Das bedeutet, dass Personen, die viel Action-Spiele nutzen, weniger Widerstandsvermögen beim Hippocampus haben können", erklärte Gregory West von der Uni Montreal. Das führt zu einem erhöhten Risiko neuronaler Erkrankungen. Belegt ist dies beispielsweise für Alzheimer und Demenz, da die fragliche Region aber auch für Gefühle wichtig ist, gilt dies auch für Depressionen. Weitergehende Untersuchungen sollen hier in der kommenden Zeit zu mehr Klarheit führen - doch die aktuellen Ergebnisse führen bereits dazu, dass die beteiligten Wissenschaftler sich um die zukünftige Entwicklung zahlreicher Jugendlicher sorgen, die mit Anfang 20 bereits zehntausende Stunden mit Action-Spielen verbracht haben. Künstliche Intelligenz, Ki, Gehirn, Denken, Kopf Künstliche Intelligenz, Ki, Gehirn, Denken, Kopf Saad Faruque (CC BY-SA 2.0)
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