Microsoft Surface 3 im Test: Ein gutes Tablet hat seinen Preis

Ordentliche Kameras - für ein Tablet

Die Kameras des Surface 3 sind überraschend gut, denn Microsoft verbaut auf der Rückseite einen 8-Megapixel-Sensor mit Autofokus, während die Frontkamera immerhin 3,5 Megapixel Auflösung bietet. Dementsprechend gut fällt die Fotoqualität bei dem neuen Tablet aus, denn man kann mit der rückwärtigen Cam durchaus mal ein paar Fotos machen und sie zur Not als Ersatz für eine richtige Kamera oder zumindest die Smartphone-Cam verwenden. Man muss dann nur damit leben, dass man vielleicht etwas komisch beäugt wird, wenn man mit dem Tablet fotografiert...

Die Bildqualität kann im Grunde durchaus überzeugen, so dass das Surface 3 offensichtlich eine der bisher besten Tablet-Kameras mitbringt. Verglichen mit einer "richtigen" Digitalen Spiegelreflexkamera sind naürlich deutliche Abstriche zu machen, vor allem wenn es um Aufnahmen mit etwas beeinträchtigten Lichtverhältnissen geht. Die Kamera neigt dann wie jede Smartphone-Cam zum schnellen Auftreten von deutlich erkennbarem Bildrauschen, doch letztlich sollte die Surface-Cam ohnehin nur für Schnappschüsse dienen. Surface 3Frontkamera des Surface 3 mit 3,5 Megapixeln Die Frontkamera kann durchaus überzeugen, liefert sie doch ohne Probleme auch in Full-HD-Auflösung ordentliche Aufnahmen. Auch hier muss man dafür sorgen, dass genügend Licht zur Verfügung steht, denn sonst beginnt das Bild schnell zu rauschen. Auch mit der Kamera auf der Rückseite sind 1080p-Videos ohne weiteres möglich, wobei diese natürlich wegen des fehlenden Bildstabilisators schnell verwackeln.

Surface 3Surface 3Surface 3Surface 3

Lautsprecher: Guter Sound aber etwas zu leise

Das Microsoft Surface 3 hat einmal mehr zwei Lautsprecher links und rechts des Displays spendiert bekommen. Diese sind ganz außen am Rand untergebracht und haben dort anscheinend sogar etwas Resonanzraum, so dass das Surface 3 für ein Tablet eine sehr gute Soundkulisse bieten kann. Damit die dennoch sehr kleinen Lautsprecher nicht überlastet werden und der Sound somit "zerreist", hat Microsoft offenbar für eine Begrenzung gesorgt, denn die beiden Speaker sind nicht gerade laut. In lauten Umgebungen müssen die Lautsprecher des Surface 3 somit schnell passen, während sie im Heimbetrieb in leiser Umgebung gerade beim Videokonsum eine gute Figur machen. Surface 3Die Lautsprecher des Surface 3 liefern einen guten Klang, sind aber zu leise

Akkulaufzeit: MicroUSB als Spaßbremse & Laufzeitverlängerer

Der Akku des Surface 3 besitzt eine Kapazität von 28,4 Wattstunden und ist somit deutlich kleiner als der immerhin 42 Wh fassende Stromspeicher des Surface Pro 3. Weil das "kleine" Surface-Tablet aber eben mit einem sparsameren Atom-SoC daherkommt, kann es eine längere Laufzeit erreichen als sein großer Bruder.

Wir kamen bei normaler Verwendung im Alltag - bestehend aus reinem Desktop-Betrieb mit dem Chrome-Browser und rund 20 geöffneten Tabs, einem Text-Editor, gelegentlicher Bildbearbeitung für die Verwendung in Nachrichtenartikeln, Spotify-Stream im Hintergrund und der Wiedergabe einiger YouTube-Videos auf gut 5,5 Stunden konstante Laufzeit. Dabei war das Display des Surface 3 stets auf rund 70 Prozent seiner Helligkeit justiert. Surface 3MicroUSB-Port zum Laden: Fluch und Segen zugleich Während unser Nutzungsstil den Atom-Chip des Tablets oft an seine Grenzen bringt, gerade weil Chrome nicht gerade ressourcenschonend ist, dürften die meisten "normalen" Anwender bei ihrer Verwendung des Surface 3 durchaus längere Laufzeiten erreichen. Im WLAN-Test mit einem Script, das im Abstand von 30 Sekunden jeweils eine neue Website aufruft, kamen wir beim Surface 3 bei ebenfalls auf rund 70 Prozent Helligkeit eingestelltem Display auf gut sieben Stunden Laufzeit. Bei der Videowiedergabe mit gleicher Helligkeit hielt das Microsoft-Tablet knapp neun Stunden durch - ein durchaus ordentlicher Wert. Im Alltag sollte man mit dem Gerät zum Beispiel in der Uni eigentlich gut durch den Tag kommen.

Es gibt allerdings einen Kritikpunkt, der dafür sorgt, dass man seinen Tag mit dem Surface 3 gut planen sollte. Microsoft verbaut wie erwähnt lediglich einen MicroUSB-Port für die Stromversorgung und nicht etwa einen separaten Stromanschluss. Das Netzteil des Surface 3 bietet zwar mit 13 Watt etwas mehr Leistung als ein normales 2A-Smartphone-Netzteil, doch dies reicht natürlich lange nicht aus, um das Tablet im Betrieb zügig aufzuladen.

Weil das Gerät unter hoher Last gern mehr als 10 Watt benötigt - gerade wenn die Display-Helligkeit im Desktop-Betrieb auf das Maximum gestellt ist - bleibt nicht mehr viel Power zum Laden des Akkus übrig. Nutzt man das Gerät aktiv, dauert es bis zu neun Stunden, bis der Akku wieder 100 Prozent seiner Kapazität erreicht. Es empfiehlt sich also, dass Surface 3 nachts regelmäßig an sein Netzteil zu hängen, damit der Akku voll geladen ist. Ist dies nicht der Fall, kann es tagsüber vorkommen, dass, wenn man spontan auf Akkubetrieb umschalten will, dieser dann aber nicht sonderlich lange möglich ist, weil der Stromspeicher zuvor nicht ausreichend geladen wurde. Surface 3Akku-Pack als laufzeitverlängernde Maßnahme Übrigens lädt das schwache Netzteil das Tablet auch im abgeschalteten Zustand nicht gerade schnell. Rund vier Stunden dauert es, bis der Akku wieder voll ist, wenn man das Tablet nicht nutzt. Immerhin kann das Netzteil mit seinem USB-Kabel bei Bedarf auch zur Stromversorgung anderer Geräte verwendet werden, was durchaus eine gute Idee ist. Weil hinter dem Europa-Adapter ein normaler zweipoliger Eingang vorhanden ist, kann das mit rund 1,8 Metern Länge etwas knapp bemessene Kabel so mit einem zusätzlichen zweipoligen Kaltgerätekabel bequem verlängert werden - gerade auf Reisen vielleicht doch ganz praktisch.

Andererseits hat der MicroUSB-Anschluss auch einen kleinen aber interessanten Vorteil: Weil das Surface 3 auf diesem Weg auch mit einem Akku-Pack mit Strom versorgt werden kann, lässt sich das Gerät auch unterwegs ohne Steckdose mit Energie versorgen, auch wenn natürlich weiterhin die bereits genannten Einschränkungen gelten. Verwendet man eine ordentlich dimensionierte Power-Bank, lässt sich die Laufzeit aber eben erheblich verlängern. Investiert man also 20 bis 40 Euro für ein Battery-Pack mit mehr als 10.000mAh und 2,1 Ampere lassen sich mal eben bis zu 20 Stunden Gesamtlaufzeit aus dem Surface 3 herausholen. Damit dürfte dann auch der längste Arbeitstag oder Langstrecken-Trip zu bewältigen sein.

Software: Windows 8.1 in Reinform

Anders als beim Surface 2 und dem Surface RT läuft auf dem Surface 3 dank der nun verwendeten x86-Plattform auch ein ganz normales Windows 8.1. Das Betriebssystem verhält sich hier wie auf jedem anderen Windows-Tablet auch, man muss sich also an den Startscreen mit seinen Live-Tiles und die neuen Universal-Apps gewöhnen. Einzig in Verbindung mit OneNote gibt es eine Spezialfunktion, nämlich die Möglichkeit, das Gerät über den Stylus und seinen entsprechenden Button direkt in OneNote starten zu lassen, um Notizen anzufertigen. Surface 3Auch im Hochformat macht das Surface 3 eine gute Figur

Fazit: Tolles Tablet für alle, die wissen was sie brauchen

Abschließend lässt sich sagen, dass Microsoft mit dem Surface 3 einmal mehr ein Beispiel dafür liefert, wie man sich in Redmond das ideale Tablet mit Windows 8.1 und künftig auch Windows 10 vorstellt. Das Gerät bietet ein sehr gutes Display im optimalen Format, das dank Ständer und Tastatur tatsächlich auch als Ersatz für ein Notebook dienen kann - allerdings aufgrund der beschränkten Leistung eher als Ersatz für ein Netbook. Für Office- und Web-Aufgaben ist das Surface 3 ausreichend "motorisiert" und kann mit einer ordentlichen Laufzeit überzeugen. Mit dem Stylus wird das Gerät zum Multitalent, das für Zeichnungen und Notizen so gut verwendet werden kann wie kaum ein anderes Windows-Tablet.

Verarbeitung und Qualitätseindruck liegen wie bei den anderen Surface-Modellen auf einem hohen Niveau, doch dies hat auch seinen Preis. Das Preis-Leistungsverhältnis ist beim Surface 3 aufgrund des hohen Einstiegspreises von knapp 600 Euro und vor allem des teuren Zubehörs - 150 Euro für ein Tastatur-Cover sind einfach zuviel - nicht optimal, allerdings gibt es auch kein vergleichbares Tablet für weniger Geld. Wer nicht auf den Geldbeutel achten muss und ein langlebiges Tablet mit fast perfektem Zubehör sucht, kann getrost zum Surface 3 greifen - vor allem wenn man es lüfterlos haben will und nicht die deutlich höhere Leistung des Surface Pro 3 benötigt.

Wie schon bei den früheren Surface-Modellen kann von Laptop-Ersatz allerdings nicht uneingeschränkt die Rede sein, vor allem wenn man die geringere Leistung berücksichtigt. Dennoch lässt sich eine fast einwandfreie Kaufempfehlung aussprechen, wenn da nicht der hohe Preis wäre. In der dritten Generation macht das Surface 3 nun definitiv einen ausgereiften Eindruck, auch dank der Abkehr von der gescheiterten ARM-Variante von Windows und den inzwischen sehr tauglichen Intel-Atom-Prozessoren.

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