Microsoft Surface 3 im Test: Ein gutes Tablet hat seinen Preis

Display: Bisher beste Bildqualität bei Surface-Tablets

Das Microsoft Surface 3 Tablet hat ein 10,8 Zoll großes Display im 3:2-Format, dessen Auflösung bei 1920x1280 Pixeln liegt. Wie erwähnt macht sich der neue Formfaktor gerade beim Konsum von Webseiten positiv bemerkbar, allerdings sind beim Ansehen von Videos dadurch natürlich ober- und unterhalb des im 16:9-Format gehaltenen Filmmaterials breite schwarze Streifen zu sehen. Dies fiel in meinem Fall im Betrieb nicht negativ auf, denn das Display hat mit rund 800:1 einen recht hohen Kontrast und gute Schwarzwerte zu bieten.

Auch die Helligkeit des neuen Surface-Tablets kann sich mit fast 400 Candela durchaus sehen lassen und fällt somit höher aus als bei vielen anderen Windows-Tablets. Dadurch kann man die Display-Inhalte auch im Freien bei direkter Sonneneinstrahlung noch gut ablesen, auch wenn das Glas-Cover natürlich für reichlich Reflexionen sorgt. Wer gerne im Park oder Café arbeitet, trifft mit dem Surface 3 sicherlich keine schlechte Wahl. Gleichzeitig lässt sich die Helligkeit auch sehr weit hochregeln. Surface 3Display des Surface 3 in der Nahaufnahme Was die Farbwiedergabe des Panels betrifft, gibt es kaum etwas zu meckern, denn alle Farben werden kräftig und mit guter Qualität wiedergegeben. Die Farbdarstellung liegt dabei auf einem sehr guten Niveau, denn sie ist überraschenderweise sogar noch realistischer als beim Surface Pro 3. Sollte man sich also an Bildbearbeitungsaufgaben heranwagen, dürfte das Surface 3 durchaus verlässliche und vor allem auch zu fast 100 Prozent der Realität entsprechende Ergebnisse liefern.

Das sonst bei Tablets durchaus häufig auftretende Problem der sogenannten Lichthöfe - also das Durchscheinen der Hintergrundbeleuchtung des LCD bei schwarzen oder zumindest dunklen Inhalten - fällt beim Surface 3 gering aus. Bei unserem Testgerät waren so gut wie keine Lichthöfe erkennbar, was dafür spricht, dass Microsoft hier ausreichend in ein hochwertiges Panel mit guter Verarbeitung investiert hat.

Stylus: 256 Druckstufen und kein Durchdrücken auf das Display mehr

Offensichtlich fällt die Glas-Abdeckung beim Surface 3 wieder etwas dicker aus, denn anders als beim großen Bruder Surface Pro 3 ist schon deutlich mehr Kraft nötig, bis der optionale Surface-Pen auf das Panel durchdrückt und "Blasen" zu sehen sind. Der Stylus ist technisch betrachtet identisch zu jenem, der bereits beim Pro-Modell verwendet wird.

Er hat somit 256 Druckstufen und gleitet mit seinen austauschenbaren Spitzen sehr komfortabel und sauber über das Cover-Glas des Tablets. Die Taste dient wie schon zuvor als rechter Maus-Button und am oberen Ende sitzt erneut der lilafarbene Druckknopf, mit dem man jederzeit OneNote starten kann, um Notizen vorzunehmen - auch dann, wenn das Tablet gerade im Standby ist.

Der Stift zieht auch beim Surface 3 nur sehr wenig nach und macht die Handschrifteingabe oder das Zeichnen auf diese Weise deutlich natürlicher als bei früheren Surface-Modellen. Natürlich muss jeder Kunde selbst entscheiden, ob der Stylus ihm einen Mehrwert bietet, denn mit knapp 50 Euro ist dafür eine durchaus nicht unbedeutende zusätzliche Investition notwendig. Das Gleiche gilt übrigens auch für das Tastatur-Cover, für das Microsoft hierzulande ganze 150 Euro zusätzlich verlangt - für dieses Geld bekommt man anderswo ein ganzes Tablet oder Smartphone!

Hardware-Spezifikationen im Überblick

Prozessor Intel Atom x7-Z8700 Quad-Core-Prozessor mit 2 MB Cache, 1,6 GHz mit Intel Burst Technologie bis 2.4 GHz
Display 10,8-Zoll ClearType Full HD Plus Display (Auflösung 1920x1280), 3:2 Seitenverhältnis, 10 Finger-Touch-Unterstützung
Akku Bis zu 10 Stunden Akkulaufzeit
Speicher 64 GB, 128 GB
Maße & Gewicht 267 x 187 x 8.7 Millimeter, Gewicht: 622 g
Kamera Hauptkamera: 8,0 Megapixel 1080p mit Autofokus
Front-Kamera: 3,5 Megapixel 1080p
Netzwerk Wi-Fi (802.11 a/b/g/n/ac), Bluetooth 4.0 low energy
Anschlüsse Full-size USB 3.0,
Mini DisplayPort,
microSD Kartenleser,
Micro USB Ladeanschluss,
Headset Zugang,
Cover Anschluss,
Surface 3 (4G LTE): Nano-SIM Kartenslot
Sensoren Umgebungslichtsensor, Näherungssensor, Beschleunigungssensor, Gyroskop, Magnetometer, Digitaler Kompass
Preis 599 Euro für 2 GB RAM & 64 GB Speicher
719 Euro für 4 GB RAM & 128 GB Speicher


SSD: eMMC-Speicher statt schnellem M.2

Das Surface 3 nutzt anders als die "großen" Modelle aus Microsofts Tablet-Sortiment nicht etwa eine via SATA, M.2 oder PCIe angebundene SSD. Stattdessen kommt ein eMMC-Flash-Modul zum Einsatz, was auf die fehlende Unterstützung für andere Standards durch den Atom-Prozessor zurückzuführen ist. Gleichzeitig ergibt sich daraus das Problem, dass die Geschwindigkeit des internen Flash-Speichers keineswegs mit der der anderen Lösungen mithalten kann. Die hier verbaute SSD stammt von Samsung und ist das gleiche Modell, das auch in den ThinkPad-Tablets von Lenovo zu finden ist.

Beim Test mit CrystalDiskMark erzielt die SSD in unserem Testgerät eine maximale Lesegeschwindigkeit von knapp 150 Megabyte in der Sekunde, während mit maximal 48 Megabyte pro Sekunde geschrieben wird. Zum Vergleich: beim Surface Pro 3 sind beim Lesen bis zu 500 MB/s und beim Schreiben bis zu 340 MB/s möglich. Dementsprechend dauern Aktivitäten wie das Verschieben von Dateien beim Surface 3 erheblich länger und unsere Testdatei von 3,55 Gigabyte Größe (Windows 10 Insider Preview Build 10074) benötigte für den Kopiervorgang hier ganze zwei Minuten. Beim mit einer M.2-SSD ausgerüsteten Lenovo Yoga 2 Pro vergehen hierfür hingegen schmale 20 Sekunden.
Surface 3eMMC-SSD von Samsung im Surface 3... Surface 3...vs. M.2-SSD von Samsung im Dell XPS 13

CPU-Leistung auf Atom-Niveau, aber mehr Grafik-Power

Wer sich das Surface 3 zulegen will, muss sich darüber im Klaren sein, dass es sich nicht um ein High-End-Gerät handelt wie beim Surface Pro 3. Statt der dank Intel Core i U-Series gebotenen Ultrabook-ähnlichen Leistung gibt es hier deutlich sparsamere Tablet-Kost. Beim Surface 3 wird der neue Intel Atom x7-Z8700 verbaut, bei dem es sich um einen Quadcore-SoC mit vier 1,66 Gigahertz schnellen x86-Kernen handelt, die per TurboBoost bei Bedarf auf bis zu 2,4 Gigahertz hochschalten, um mehr Leistung zur Verfügung zu stellen. Auf dem Papier mag die Gigahertz-Zahl zunächst beeindrucken, doch in der Realität hat die reine CPU-Leistung des auf der neuen Intel "Cherry Trail"-Architektur basierenden Chip eher enttäuscht.

Die Verwendung des noch immer am unteren Ende der Leistungsskala angesiedelten Atom-SoC hat Vor- und Nachteile, denn das Surface 3 kann so zwar lüfterlos laufen, bietet aber gleichzeitig auch nicht die gleiche hohe Leistung wie das Surface Pro 3. Im Alltag ist das Gerät zumindest in der uns vorliegenden Variante mit vier Gigabyte Arbeitsspeicher ohne Probleme für die Erledigung der meisten Aufgaben geeignet. Apps öffnen einigermaßen zügig und auch das Surfen im Web mit einer recht hohen Zahl von Tabs geht gut - vorausgesetzt man stellt keine zu hohen Erwartungen.

Webvideos mit Full-HD-Auflösung, sei es als Flash-Datei oder im HTML5-Player laufen auf dem Surface 3 auch bei mehreren gleichzeitig geöffneten Anwendungen auf dem Desktop flüssig. Das war bisher bei den Atom-SoCs keine Selbstverständlichkeit, doch Intels Verbesserungen in Sachen Grafikleistung zeigen anscheinend entsprechende Resultate.

Bei Spielen hat das Surface 3 natürlich seine Probleme, schließlich ist die im Atom x7-Z8700 enthaltene interne Grafikeinheit schlichtweg nicht leistungsstark genug, um zu zocken. Casual-Games sind natürlich ohne weiteres möglich, sobald ein Titel jedoch eine etwas aufwändigere 3D-Engine nutzt, muss man mit einigen wenigen Frames auskommen - ernsthaftes Gaming ist mit dem neuen, kleineren Microsoft-Tablet also im Grunde nicht möglich.

Office-Aufgaben, OneNote-Notizen und Web-Arbeit lassen sich mit dem Surface 3 gut erledigen, sobald es an anspruchsvollere Aufgaben geht, kann es jedoch etwas knapp werden. Die Bildbearbeitung geht mit älteren Versionen von Photoshop auch auf dem "kleinen" Microsoft-Tablet eigentlich ganz gut von der Hand, vor allem wenn es darum geht, Web-Grafiken zu erstellen oder zu verändern. Mit großen Fotos sollte man hier natürlich nicht hantieren. Sogar Videos lassen sich mit dem Surface 3 recht gut bearbeiten, vorausgesetzt, man bringt etwas Geduld mit und nutzt eine Software, die Intels QuickSync Rendering-Technologie unterstützt. Surface 3Rückseite des Microsoft Surface 3: Lüfterauslässe sucht man vergeblich Im Test mit CyberLink PowerDirector 12 konnten wir ein 1:15 Stunden langes HD-Video in MPEG4 auf dem Surface 3 innerhalb von 18:10 Minuten rendern - unter Verwendung von QuickSync. Zum Vergleich: auf einem aktuelle Dell XPS 13 mit Intel Core i5-5200U "Broadwell"-SoC vergingen dabei lediglich 10:54 Minuten, so dass hier der Performance-Unterschied noch einmal sehr deutlich wird. Ähnlich sieht es auch beim Surface Pro 3 aus, das mit seinem Intel Core i5-4300U das gleiche Video in knapp 12 Minuten renderte, wobei wie im Fall des Dell-Ultrabooks und des Surface 3 ebenfalls QuickSync zur Verwendung kam.

In Benchmarks gibt es ein ähnliches Bild, denn beim Test mit PCMark 8 kam das Surface 3 auf 1489 Punkte, während wir mit dem Surface Pro 3 immerhin 2218 Punkte - im Office-Benchmark kommt das Surface 3 somit nur auf rund zwei Drittel der Leistung des Surface Pro 3. Wer zum Surface 3 greifen will, sollte sich also im Klaren darüber sein, dass es sich nicht um ein High-Performance-Gerät handelt, sondern eher um ein edel verpacktes Atom-Tablet. Office und Web sind das natürliche Revier des Geräts, beim Spielen oder anspruchsvolleren Aufgaben ist das neue Microsoft-Tablet schnell überfordert - aber für genau diese Tätigkeiten gibt es ohnehin "richtige" Notebooks und Desktop-PCs.

Was die Lautsprecher, die Kameras und der Akku des Surface 3 leisten können, erfahrt ihr auf der nächsten Seite! Und natürlich unser Fazit.
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