Kunstprojekt: Rechner kauft Drogen und ruft die Polizei auf den Plan

Notebook, Hacker, Linux Bildquelle: David Masters / Flickr
Die Schweizer Polizei hatte sich in den letzten Monaten mit der Frage auseinanderzusetzen, inwieweit ein Rechner oder seine Programmierer für Zufallskäufe im Rahmen einer Kunstaktion verantwortlich gemacht werden können. Letztlich entschied man sich dafür, das Treiben eher gelassen hinzunehmen.

Random Darknet ShopperEinkäufe des Random Darknet Shoppers
Im Mittelpunkt der Ermittlungen stand eine Aktion der Künstler von der "Mediengruppe Bitnik". Diese hatten im vergangenen Oktober ein Programm namens "Random Darknet Shopper" gestartet, das in jeder Woche automatisiert zufällig ausgewählte Produkte auf Agora, einem Marktplatz im so genannten Dark Web kaufte. Der Computer bekam dafür in jeder Woche Bitcoins im Wert von 100 Dollar zur Verfügung gestellt, berichtete der US-Sender CNBC.

Auf dem Marktplatz sind verschiedenste Waren zu haben, darunter auch solche, deren Verkauf oder Besitz illegal sind. Zuerst beobachteten Ermittler das Treiben des Systems, nachdem sie darauf aufmerksam wurden. Als der Computer dann aber Ecstasy-Pillen bestellte, griffen sie ein. Sowohl der Rechner als auch die bereits erworbenen Produkte wurden beschlagnahmt.

Neben den Drogen hatte sich bereits so Einiges angesammelt - darunter ein ungarischer Reisepass, gefälschte Marken-Jeans, eine Getränke-Dose, die zu einer Sparbüchse umfunktioniert war, Nike-Turnschuhe, ein Basecap mit einer integrierten, versteckten Kamera, Zigaretten sowie eine E-Book-Kollektion vom "Herrn der Ringe". Mit der Aktion wollten die Künstler erfahrbar machen, was es auf den illegalen Marktplätzen in den dunklen Ecken des Internet alles zu haben gibt. Geliefert wurden die bestellten Waren jeweils öffentlich an die Kunsthalle St. Gallen, in der sie später ausgestellt werden sollten.

Die Beschlagnahmung des Rechners erfolgte bereits im Januar dieses Jahres. Nach einer eingehenden Prüfung des Sachverhalts kamen die Ermittler dann aber zu dem Schluss, dass die Aktion im Wesentlichen aufgrund der Kunstfreiheit kaum zu beanstanden ist. Dabei spielte auch eine Rolle, dass die Beteiligten kein Interesse zeigten, die zufällig erworbenen Waren für sich selbst zu nutzen. Jetzt wurden die beschlagnahmten Dinge an die Künstlergruppe zurückgegeben - nur das Ecstasy hat man dann doch vorsichtshalber der Vernichtung zugeführt. Notebook, Hacker, Linux Notebook, Hacker, Linux David Masters / Flickr
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