Geschickter Phishing-Angriff kostet US-Firma über 17 Mio. Dollar

Internet, Spam, Betrug, Phishing, Abzocke Bildquelle: betacontinua / Flickr
Ein Manager des US-Unternehmens Scoular dürfte wohl als einer der Menschen in die Geschichte eingehen, die auf einen der spektakulärsten Phishing-Fälle hereingefallen sind. Satte 17,2 Millionen Dollar hat er den Tätern vom Konto des Agrar-Dienstleisters überwiesen.
Die Angreifer - das muss dem Manager zugestanden werden - agierten recht geschickt. Sie gaben sich als Berater aus, die im Auftrag seiner Firma Übernahmeverhandlungen in China führen. Parallel betrieben sie außerdem einen E-Mail-Account, hinter dem scheinbar Scoular-Chef Chuck Elsea stand. Als sie den Manager kontaktierten erteilten sie die Dienstanweisung, über die Sache Stillschweigen zu bewahren, um die Übernahme nicht zu gefährden - das ist durchaus üblich.

Das Opfer schöpfte aber auch daher keinen Verdacht, da sein Chef kurz zuvor auch in der Firma von Expansionsplänen nach China gesprochen hatte, berichtete der Omaha World Herald (via Spiegel). In den Schreiben wurde ihm deutlich gemacht, dass die US-Börsenaufsicht SEC bereits in die Planungen zum Zukauf eingeweiht sei und deren Regeln ebenfalls vorsehen, bis zum Abschluss der Transaktion nicht öffentlich darüber zu sprechen - denn dies hat in der Regel Auswirkungen auf den Aktienkurs.

Um die Sache noch sicherer erscheinen zu lassen, wurde der Manager auch aufgefordert, sich telefonisch mit einem Kontakt bei den Beratern in Verbindung zu setzen. Nach und nach gelang es so, ausreichend Vertrauen aufzubauen und das Opfer dazu zu bringen, die Überweisungen zu tätigen. Auch hier setzten die Täter nicht alles auf eine Karte - was vielleicht doch noch aufgefallen wäre - sondern gingen stufenweise vor. In einer ersten Charge ging es um 780.000 Dollar, es folgten zwei weitere Summen von 7 Millionen und 9,4 Millionen Dollar.

In der Firma schlugen trotz der zeitlichen Staffelung der Transaktionen offenbar keine Alarmsysteme an. Unklar ist derweil, warum der Manager sich nicht zumindest noch einmal persönlich bei seinem obersten Chef rückversicherte. Scoular hat nun nach dem Bekanntwerden des Falls die US-Bundespolizei FBI eingeschaltet, die versucht, das Geld von der Bank in Shanghai zurückzuholen. Der fragliche Manager ist nicht mehr für die Firma tätig. Laut Elsea sei auch nicht zu erwarten, dass die Sache dem Unternehmen schwereren Schaden zufügen wird - den Betrag kann die Firma mit ihren 6,2 Milliarden Dollar Jahresumsatz notfalls wohl verkraften. Internet, Spam, Betrug, Phishing, Abzocke Internet, Spam, Betrug, Phishing, Abzocke betacontinua / Flickr
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