IT-Sicherheit: Autobauer stolpern planlos in ihr Computer-Zeitalter

Auto, Autobahn, fahrt Bildquelle: nachhaltigmobil.de
Das Auto ist schon längst keine einfache mechanische Maschine mehr. Seit Jahren werden immer mehr Funktionen mit Unterstützung von Elektronik und Computern umgesetzt. Die Sicherheit solcher Systeme gegen Angriffe wird dabei keineswegs durch mangelndes Know-How in der Branche gefährdet, sondern schlicht durch blanke Unkenntnis und Ignoranz.
Das ist das Fazit einer Untersuchung, die der US-Senator Edward Markey vorangetrieben hat. Nachdem verschiedene Meldungen auftauchten, laut denen es gelungen war, mit drahtlosen Signalen in Autos einzubrechen, hatten dieser und seine Mitarbeiter einen entsprechenden Fragenkatalog an die verschiedenen Autohersteller verschickt. Die Auswertung der Antworten brachte dabei Erschreckendes zu Tage.

"Viele in der Autoindustrie verstehen schlicht nicht, welche Folgen es hat, mit dem Auto in das computerbasierte Zeitalter zu wechseln", erlärte Markey gegenüber dem US-Fernsehsender CBS. Im Kern stellt sich die Sache demnach so dar, dass die Autokonzerne ihre neuen Modelle gern mit neuen Features ausstatten, die dem Kunden noch mehr Bequemlichkeit und auch verschiedene andere Vorzüge bieten. Die Sicherheit gegen IT-basierte Angriffe, mit denen entweder sensible Daten entwendet oder Kontrolle über Teile des Fahrzeugs übernommen werden können, bleibt dabei fast vollständig außen vor.

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Betrachtet man sich die Entwicklung der letzten Jahre in dem Segment, kann das schwerwiegende Folgen haben. Denn ein normales Auto ist heute bereits mit mehr als 50 elektronischen Einheiten ausgestattet: Von Sensoren für den Reifendruck über den Spurassistenten, der quasi einen Zwischenschritt zum selbstfahrenden Auto darstellt, die Türöffnung und Startautomatik, das Navigationssystem bis hin zu integrierten Internet-Zugängen. Und um der Bequemlichkeit Willen werden viele dieser Systeme auch drahtlos zugänglich gemacht. Laut dem Bericht gibt es beispielsweise in den USA überhaupt nur noch drei Anbieter, bei denen man ein Auto kaufen kann, dessen Türen sich nicht per Funk öffnen lassen - und auch diese Baureihen werden bald kaum noch eine Rolle spielen.

Die Daten fließen einfach

"Die Amerikaner fahren im Grunde in Computern herum", fasst Markey den Stand der Entwicklung zusammen. Diese sorgen nicht nur in der direkten Interaktion für zusätzliche Features, sondern sammeln auch immer mehr Daten. In ihren Antworten an den Senator erklärte die Hälfte der Autohersteller auch, dass sie Informationen über die Fahrten des Nutzers drahtlos an verschiedene Stellen übertragen - was oft über Drittfirmen läuft. Besondere Vorkehrungen hinsichtlich des Datenschutzes gibt es dabei schlicht nicht.

Bei den Herstellern werden die gesammelten Informationen auch ausgewertet - genaueres, als den Zweck "Verbesserung des Kundenerlebnisses" konnte hier allerdings kaum ein Unternehmen angeben. Informiert werden die Fahrzeughalter über die Datenübertragungen nur unzureichend und wenn überhaupt die Möglichkeit besteht, diesen zu widersprechen, ist dies nur möglich, wenn man auf Funktionen wie ein Navigationssystem komplett verzichtet.

Zumindest - so lässt sich sagen - gibt es zarte Ansätze in der Industrie, sich des Problems anzunehmen. Laut dem Branchenverband Alliance of Automobile Manufacturers gibt es inzwischen konzernübergreifende Gespräche, wie die Probleme in dem Bereich angegangen werden können. Die einzelnen Hersteller würden auch von sich aus bereits intensiv an Maßnahmen zur Verbesserung der Situation arbeiten. In der Praxis ist davon aktuell allerdings noch nicht viel zu sehen.

Zum Thema: 2,2 Mio. Autos betroffen: Sicherheitslücke bei BMW ConnectedDrive Auto, Autobahn, fahrt Auto, Autobahn, fahrt nachhaltigmobil.de
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