RadioShack-Pleite: Der lange qualvolle Tod einer Nerd-Institution

Amazon, Pleite, Radioshack Bildquelle: Wikimedia
Die US-Elektronik-Kette RadioShack ist pleite. Das ist zwar alles andere als eine Überraschung, da das Unternehmen schon seit Jahren am Abgrund steht. Nun ist man einen Schritt weiter und hat "Chapter 11"-Insolvonz beantragt. Auch wenn der Name RadioShack nicht allen Lesern etwas sagen wird: Der Elektronikhändler war der Grundstein für Generationen von Nerds und Hackern.
Wer jemals auf einer US-Reise eine RadioShack-Filiale besucht hat, der wird wissen, dass diese mit den modernen Einkaufstempeln der heutigen Zeit nicht viel gemein hatte, sondern eher den Charme eines ramschigen 1-Euro-Ladens hatte. Doch man kann sicherlich behaupten, dass die heutige IT- und Elektronikwelt ohne RadioShack nicht die gleiche wäre.

Denn in RadioShack-Filialen holten sich Generationen von Elektronikbastlern Werkzeuge und Komponenten ab, das Unternehmen bot seinerzeit auch den ersten Heimcomputer, den Tandy TRS 80 Model 1, an. Vor einem Jahr schrieb das bekannte Magazin Wired etwa: "Nerds haben bis in die 1990er nicht den Respekt bekommen, den sie verdienst haben. Aber sie hatten immer einen Freund bei RadioShack."

Ohne RadioShack gäbe es kein Silicon Valley

Auch aktuell würdigt Wired die Handelskette in einem Nachruf mit dem Titel "Wie RadioShack mitgeholfen hat, das Silicon Valley aufzubauen", im Beitrag fallen Namen wie Steve Wozniak und Michael Dell sowie Hacker-Legenden wie Kevin Mitnick und John "Captain Crunch" Draper.

Heute ist die 94-jährige RadioShack-Geschichte wohl zu Ende, die Kette, die eine Zeit lang auch in Deutschland aktiv war, hat "Chapter 11"-Insolvenz angemeldet. Laut Ars Technica belaufen sich die Schulden auf rund 1,4 Milliarden Dollar, die Vermögenswerte werden laut Insolvenz mit 1,2 Milliarden angegeben.

Einen Gewinn hat das Unternehmen seit 2011 nicht mehr geschrieben, die wirtschaftlichen Schwierigkeiten haben aber bereits lange zuvor begonnen. Nun sollen 2400 der insgesamt rund 4000 Filialen an einen Hedgefonds gehen, der Mobilfunkprovider Sprint wird in bis zu 1750 Geschäften "Shops im Shop" aufmachen. Ganz tot ist RadioShack aber nicht und könnte in stark reduzierter Form weitermachen. Amazon, Pleite, Radioshack Amazon, Pleite, Radioshack Wikimedia
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