Stratfor-Hack: Journalist & Anonymous-Kontakt zu 5 Jahren verurteilt

überwachung, Wikileaks, Spionage, stratfor Bildquelle: Wikileaks
Der Journalist und Aktivist Barrett Brown ist in den USA zu einer empfindlichen Haftstrafe verurteilt worden. Auch wenn die strittigsten Klagepunkte letztlich sogar fallen gelassen wurden, könnte das Urteil zu einem echten Problem für die investigative Berichterstattung im Netz werden.
Brown hatte vor einigen Jahren gute Kontakte in den aktiven Kreis des Kollektivs Anonymous und auch zu Mitgliedern der LulzSec-Gruppe. Zu dieser Zeit drangen diese in die Systeme des privaten Nachrichtendienstes Stratfor ein, der ähnlich wie ein staatlicher Geheimdienst Dossiers über strategisch wichtige Entwicklungen in aller Welt erstellt und an zahlende Abonnenten verteilt. Die bei dem Hack entwendeten Daten - darunter Kundeninformationen und interne E-Mails - wurden unter anderem durch Wikileaks offen ins Netz gestellt.
Anonymous hackt StratforAnonymous hackt Stratfor
Brown nahm sich diese natürlich zur Auswertung vor. Zum Verhängnis wurde es ihm, als Ermittler ihn daraufhin mit dem Hack in Zusammenhang brachten. Die folgende Anklage beruhte im Grunde nur darauf, dass der Journalist den Link zu den veröffentlichten Daten in einem IRC-Channel gepostet hatte. Daraus konstruierte die Staatsanwaltschaft unter anderem Identitäts-Diebstahl und den Beihilfe zum Missbrauch der ebenfalls enthaltenen Kreditkarten-Daten.

Die Anwälte Browns setzten es sich zum Ziel, einen vollständigen Freispruch zu erwirken. Sie beriefen sich darauf, dass das alleinige Posten eines Links durch einen Journalisten auf jeden Fall durch die Redefreiheit geschützt sein müsse. Verschiedene prominente Bürgerrechtler und Akademiker schalteten sich ebenfalls ein und unterstützten Brown. Im Frühjahr ließ die Staatsanwaltschaft letztlich alle Anklagepunkte fallen, die auf dem fraglichen Link-Posting beruhten.

Plötzlich neue Klagepunkte

Das hätte es gewesen sein können, doch die Ankläger kamen plötzlich mit weiteren Vorwürfen hinter dem Ofen hervor. Diese genügten nun tatsächlich, um das Gericht zu einer Verurteilung zu bringen. Einer der Punkte drehte sich um Drohungen, die Brown gegenüber dem FBI-Agenten tätigte, der gegen ihn ermittelte. In einem launischen YouTube-Clip, der - da gehen die Meinungen auseinander - entweder unter Einfluss von Drogen oder deren Entzugs entstand, erklärte Brown, diesen vernichten zu wollen.

Problematisch sind zwei weitere Anklagepunkte, die in der Verurteilung eine Rolle spielten. Als die Polizei Browns Wohnung durchsuchte, soll er mit Hilfe seiner Mutter ein Notebook vor den Beamten versteckt haben. Die Staatsanwaltschaft sah darin eine Behinderung der Ermittlungen. Und als er seine Kontakte zu allen Seiten des Stratfor-Hacks nutzte, um Ermittler auf eine falsche Fährte und von einem der Angreifer wegzulocken, habe er sich der Verschleierung schuldig gemacht. Brown begründete beide Punkte damit, dass er als Journalist seine Quellen habe schützen wollen.

Das zuständige Gericht in Texas verhängte nun eine Haftstrafe von 63 Monaten gegen Brown. Unter Berücksichtigung seiner gut zwei Jahre andauernden Untersuchungshaft muss er nun wohl noch gut drei weitere Jahre hinter Gittern zubringen. überwachung, Wikileaks, Spionage, stratfor überwachung, Wikileaks, Spionage, stratfor Wikileaks
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