Windows raus: China will nach positiven Tests auf Linux umstellen

Linux, Neokylin, China Linux Bildquelle: C2SC
Die chinesische Regierung will nach erfolgreichen ersten Tests bis zum Jahr 2020 dafür sorgen, dass die meisten staatlichen und behördlichen Einrichtungen nicht mehr mit Windows und anderen aus dem Westen eingeführten Technologien arbeiten. Stattdessen soll nun unter anderem eine vor Ort entwickelte Linux-Variante Einzug halten.
Wie der US-Wirtschaftsdienst Bloomberg unter Berufung auf mit den Plänen der Regierung vertraute Quellen berichtet, sollen bis zum Jahr 2020 die meisten Technologie-Produkte westlicher Herkunft ersetzt werden. Banken, das Militär, staatliche Betriebe und die meisten Behörden sollen dann mit Technologie arbeiten, die in China selbst entwickelt wurde.

NeoKylin Desktop 6.0 Linux aus ChinaNeoKylin Desktop 6.0 Linux aus ChinaNeoKylin Desktop 6.0 Linux aus ChinaNeoKylin Desktop 6.0 Linux aus China
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Das Vorhaben wird nach ersten Versuchen in der im Nordosten des Landes gelegenen Stadt Siping ausgeweitet. Dort hatte man im Rahmen einer Testphase die meisten von den Behörden und anderen staatlichen Einrichtungen verwendeten Computer auf das in China entwickelte Betriebssystem NeoKylin umgestellt und das zuvor verwendete Windows-Betriebssystem von Microsoft damit ersetzt. Auch die zuvor von ausländischen Anbietern bezogenen Server wurden durch Geräte des chinesischen Herstellers Inspur ersetzt. Microsoft selbst investierte übrigens schon im Jahr 2005 in dieses Unternehmen.

Siehe auch: China verbietet Windows auf neuen Regierungs-Computern

Nachdem die ersten Tests in Siping als erfolgreich eingestuft wurden, sollen nun in der Provinz Jilin, in der Siping liegt, auch in anderen Städten entsprechende Tests durchgeführt werden, um zu prüfen, ob das Linux-basierte Betriebssystem an die Stelle von Windows treten kann. Außerdem will man herausfinden, ob die in Jilin verwendeten Server aus der Produktion von IBM bald durch Geräte von Inspur abgelöst werden können. Auch mit dem Hersteller von NeoKylin gibt es schon seit 2011 eine Kooperation seitens Microsoft.

Angst vor ausländischer Spionage

Zwar wurden vereinzelt bereits westliche Software-Lösungen durch Eigenentwicklungen ersetzt, doch noch ist dies relativ schwierig, weil die in China entwickelte Software oft nicht die gewünschten Qualitätsstandards erfüllt. Erste Fortschritte gibt es aber, denn der größte Energieversorger des Landes gab zum Beispiel erst Ende November bekannt, dass man Microsofts Outlook und Exchange durch die chinesische Alternative eYou ersetzt hat.

Bei den Plänen für den weitgehenden Abschied von Windows spielen vor allem Sicherheitsgründe eine Rolle. So wird häufig damit argumentiert, dass die Nutzung der Produkte amerikanischer oder europäischer Hersteller in sicherheitsrelevanten Bereichen ein Risiko darstellen könnte. Ganz ähnlich ging es zum Beispiel dem chinesischen Netzwerkausrüster Huawei vor nicht allzulanger Zeit in den USA, wo sich sogar der Kongress damit beschäftigte, ob die Produkte des Unternehmens nicht zu Spionagezwecken verwendet werden könnten. Heute wird Huawei bei Ausschreibungen der US-Regierung deshalb häufig ganz ausgeschlossen.

Dass die Chinesen es ernst meinen mit dem Abschied von westlichen IT-Produkten, allen voran auch Windows, in wichtigen Bereichen ihrer Wirtschaft, zeigt sich auch am Beispiel der Finanzwelt. Die Bankenaufsicht verkündete im September 2014 neue Regelungen, laut denen alle Banken und Finanzagenturen bis zum Jahr 2019 mindestens 75 Prozent ihrer Systeme auf "sichere Technologien" umstellen müssen, also auf Produkte, die in China selbst entwickelt wurden. Linux, Neokylin, China Linux Linux, Neokylin, China Linux C2SC
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