29 Jahre Windows: Vom Interface-Manager zum Tausendsassa

Windows Vista

Wegen des großen Erfolgs von Windows XP wollte Microsoft mit der nächsten Version seines Betriebssystems eine große Anzahl von Neuerungen liefern. Während der Entwicklung kam es jedoch zu massiven Verzögerungen. Selbst ranghohe Manager geben heute zu, dass Microsoft sich zunächst zu hohe Ziele gesteckt hatte, weshalb die Entwickler zwischenzeitlich die Notbremse zogen und die Arbeit am Nachfolger von Windows XP von neuem begann. 2005 erschien die erste Vorabversion von Windows Vista, es dauerte aber noch bis 2007 bis das neue Betriebssystem endlich in den Handel kam. Technisch bot Vista tatsächlich viele Neuerungen.

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Unter anderem wurde die neue Benutzeroberfläche "Aero" integriert, deren Darstellung teilweise Hardware-beschleunigt erfolgen kann. Aero sorgte für Animationen beim Umgang mit den Programmfenstern und erlaubt den Entwicklern die Nutzung diverser Effekte. Mit der Windows Sidebar wurden zudem die sogenannten Widgets auf den Desktop gebracht. Dabei handelt es sich um Minianwendungen, die zum Beispiel zur Anzeige von Informationen aus dem Internet genutzt werden können, ohne dass dafür ein Browser gestartet werden muss.

Während Microsoft Windows Vista durchaus als Erfolg betrachtet, gilt das Betriebssystem in der öffentlichen Meinung als weitgehend gescheitert. Trotz zahlreicher Neuerungen wurde Vista von den Kunden nur schleppend angenommen. Innerhalb des ersten Jahres der Verfügbarkeit wurden immerhin 100 Millionen Lizenzen für Vista verkauft. Zahlreiche Unternehmen und Privatanwender verzichteten jedoch auf ein Upgrade auf Windows Vista, da sie der Meinung waren, die Neuerungen würden den Migrationsaufwand nicht rechtfertigen. Zudem war Vista vor der Bereitstellung des ersten Service Packs in vielen Bereichen noch unfertig, was neben der enttäuschenden Perfomance und beschränkter Treiberverfügbarkeit ebenfalls für Frustration unter den Kunden sorgte.

Windows 7

Windows 7 erhielt seinen offiziellen Namen im Jahr 2008 als im September eine erste Vorabversion an die Teilnehmer von Microsofts Entwicklerkonferenz PDC herausgegeben wurde. Ab Februar 2009 verteilte Microsoft dann die erste breit verfügbare Beta, die mehrere Millionen Mal von interessierten Testern heruntergeladen wurde. Die Nachfrage war sogar so groß, dass Microsoft den Download zwischenzeitlich wegen einer Überlastung seiner Server vom Netz nehmen musste. Die Entwicklung von Windows 7 wurde im Juli 2009 abgeschlossen, es dauerte aber noch bis Ende Oktober bis das neue Betriebssystem im Einzelhandel für jedermann zu haben war.

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Die wohl wichtigste Neuerung in Windows 7 ist die grundlegend überarbeitete Taskleiste, bei der alle Fenster eines Programms über das jeweilige Programmsymbol erreichbar sind. Das Interface wurde für eine effektivere Nutzung aufbereitet, so dass der Zugriff auf häufig genutzte Dokumente und Anwendungen schneller möglich ist. Außerdem kann Windows 7 dank einer gewissen Touch-Optimierung auch auf Multitouch-Systemen eingesetzt werden. Neu waren auch die so genannten Bibliotheken, in denen Dateien verschiedener Art unabhängig von ihrem jeweiligen Speicherort zusammengefasst werden können.

Windows 7 wurde vom Markt nach Angaben von Microsoft so gut angenommen wie kein Betriebssystem zuvor. Innerhalb des ersten Jahres der Verfügbarkeit wurden bereits 240 Millionen Lizenzen abgesetzt, was Windows 7 schon im ersten Jahr einen Marktanteil von rund 24 Prozent bescherte. Aufgrund von Auflagen der Wettbewerbshüter der Europäischen Union wurde im März 2010 ein Menü zur Browserwahl integriert. Weil Windows 7 noch immer so beliebt ist, hat Microsoft zwischenzeitlich den Support-Zeitraum bis zum Jahr 2020 verlängert. Mit über 53 Prozent Marktanteil ist Windows 7 heute das meistgenutzte Betriebssystem der Welt.

Windows 8

Mit Windows 8 wagte Microsoft im Jahr 2012 den Sprung ins kalte Wasser als Reaktion auf den Trend zu Tablets und anderen Touch-Geräten, indem das Team um den damaligen Windows-Chef eine vollkommen neue Benutzeroberfläche einführte. Diese war zunächst unter dem Namen "Metro" bekanntgeworden, später war dann aus Markenrechtsgründen nur noch von der sogenannten "Modern UI" die Rede.

Sie zeichnet sich durch die bildschirmfüllende Darstellung der "Live Tiles" aus, also unterschiedlich große kachelartige Flächen, die nicht nur den direkten Zugriff auf eine App ermöglichen, sondern auch Informationen der jeweiligen Anwendungen darstellen können. Gleichzeitig wurde mit der Windows RunTime auch eine neue Laufzeitumgebung für Windows-Programme geschaffen, die zur einheitlichen Basis für Anwendungen auf mobilen Geräten mit dem Smartphone-Betriebssystem Windows Phone und "normalen" Windows-PCs werden soll.

Windows 8 Consumer PreviewWindows 8 Consumer PreviewWindows 8 Consumer PreviewWindows 8 Consumer Preview

Die neue Oberfläche erlaubt zwar eine deutlich einfachere Bedienung entsprechender Apps auf den Touchscreens von 2-in-1-Geräten, Tablets und Notebooks, kam aber gerade deshalb bei der immer noch bei weitem überwiegenden Zahl der Desktop-Anwender nicht gut an. Windows 8 wurde im Mai 2012 in Form der sogenannten Release Preview als fast fertige Vorabversion veröffentlicht, bevor dann am 1. August die Fertigstellung und der Beginn der Auslieferung folgten.

Seit Ende Oktober 2012 waren dann die ersten neuen PCs im Handel mit Windows 8 erhältlich. Erstmals gab es mit Windows RT auch wieder eine Variante für ARM-Plattformen, wobei Microsoft mit der Einführung eines eigenen Tablets der neuen Surface-Serie vorzumachen versuchte, wie man sich die neuen stromsparend arbeitenden Tablets mit Windows vorstellte.

Windows 8.1

Weil Windows 8 mit seiner Live-Tile-basierten "Modern UI" und dem neuen Startscreen oft kritisiert wurde, schob Microsoft nur knapp ein Jahr später bereits den aktuellen "Nachfolger" Windows 8.1 nach, bei dem man eine Reihe von Zugeständnissen gegenüber der immer noch sehr Desktop-lastigen Nutzerbasis machte. Unter anderem wurden neue Möglichkeiten für die Verwendung weiterer Live-Tile-Größen geschaffen und der Start-Button kehrte in die Taskleiste auf dem Desktop zurück.

Windows 8.1 ReviewWindows 8.1 ReviewWindows 8.1 ReviewWindows 8.1 Review

Windows 8.1 erschien bereits am 17. Oktober 2013 und wurde seitdem mit dem knapp ein halbes Jahr später erschienenen ersten größeren Update, das auch als Update 1 bezeichnet wird, auf neuen PC-Systemen vorinstalliert. Während sich die optischen Neuerungen in Version 8.1 in Grenzen hielten, hat Microsoft damit den endgültigen Abschied von regelmäßig erscheinenden "großen" Windows-Versionen eingeläutet - wie das zügig nach Windows 8.1 erschienene Update bereits andeutet.

Mit dem Update wurden die Hardware-Anforderungen reduziert, so dass Windows inzwischen auf einer breiten Vielfalt von sehr einfach ausgestatteten Tablets eingesetzt werden kann. Weil sich die ARM-basierten Systeme nicht verkauften, ist das zwischenzeitlich erschienene Surface 2 mit Windows RT inzwischen wieder vom Markt verschwunden. Stattdessen gibt es eine wachsende Zahl von sehr günstigen Windows-8.1-Tablets, die auf den günstigen und vor allem x86-kompatiblen Intel Atom-SoCs laufen.

Windows 10

Mit dem ursprünglich unter dem Codenamen "Threshold" gehandelten und später als Windows 10 offiziell angekündigten nächsten großen Windows-Release will Microsoft endgültig auf eine sogenannte "Rapid-Release"-Strategie umstellen. Dabei werden in sehr kurzen Abständen - teilweise sogar monatlich - neue Funktionen in das Betriebssystem integriert, so dass eine konstante Veränderung die Folge sein wird.

Windows 10 Preview (Build 9860)Windows 10 Preview (Build 9860)Windows 10 Preview (Build 9860)Windows 10 Preview (Build 9860)

Aktuell liegt Windows 10 noch als sogenannte Technical Preview vor, mit der eigentlich die App-Entwickler die Möglichkeit erhalten sollen, sich auf die künftig verwendete gemeinsame Entwicklerplattform des Nachfolgers von Windows 8.1 einzustellen. Über alle Gerätegrößen hinweg, also vom absoluten Kleinstrechner für das "Internet der Dinge", über Smartphones, Tablets und Notebooks, bis hin zu normalen und High-End-PCs sowie riesigen Präsentationssystemen soll die gleiche Betriebssystem-Basis verwendet werden, wobei sich die Apps optisch und funktionell zusammen mit der Oberfläche von Windows der jeweiligen Produktkategorie anpassen.

Dazu will der Redmonder Softwarekonzern vermutlich verschiedene Oberflächen anbieten, die genau auf die Bedürfnisse der jeweiligen Nutzergruppen bestimmter Gerätearten zugeschnitten sind. Während das Startmenü in erweiterter Form auf den Desktop zurückkehrt und weitere umfangreiche Neuerungen für Anwender bekannt wurden, die hauptsächlich mit Maus und Tastatur arbeiten, ist bisher kaum etwas darüber bekannt, wie Windows 10 auf Tablets und möglicherweise auch Smartphones aussehen wird. Zwar hält Microsoft vermutlich an seinem Konzept der Live-Tiles fest, ob die kleine Tablets aber zum Beispiel weiter einen Desktop haben sollen, ist noch offen.

Die erste wirklich offizielle Präsentation von Windows 10 erfolgte erst Ende September 2014 und mit der Veröffentlichung des vielleicht "letzten großen" Windows wird gegen Ende des Jahres 2015 gerechnet - vermutlich wieder rechtzeitig vor der Weihnachtssaison, die für die Gerätehersteller von essentieller Bedeutung ist.
Download
Windows 10 Technical Preview Build 9879 als ISO
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