Leistungsschutzrecht bis einer heult: Springer brechen Nutzer weg

Google, Logo, Suchmaschine Bildquelle: Google
Das vom Axel Springer-Verlag auf den Weg gebrachte Leistungsschutzrecht für Presseverlage hat sich - wie erwartet - zu einem Bumerang entwickelt. Jetzt will das Unternehmen Mitleid für Besucherverluste und schiebt die Schuld für das eigene Versagen Google zu.
Der eigentliche Sinn des Leistungsschutzrechtes bestand darin, dem Suchmaschinenkonzern einen Teil seiner Erträge abzunehmen und den Verlagen zuzuschieben. Der Springer-Lobbyist Christoph Keese nutzte seine Kontakte und die Kampagnenfähigkeit seines Konzerns, um ein entsprechendes Gesetz gegen alle Widerstände letztlich durch den Bundestag zu bringen.

Nun ist dem Verlag das eigene Treiben auf die Füße gefallen. Google weigerte sich schlicht, für die Listung von Springer-Inhalten in seinen Ergebnislisten Lizenzgebühren zu zahlen und setzte das neue Gesetz quasi wortgetreu um. Das Ergebnis bestand darin, dass von verschiedenen Springer-Publikationen nur noch die Überschriften, aber keine Anreißer-Texte und Teaser-Bilder mehr bei Google auftauchten.

Wie der Verlag nun im Zuge der Veröffentlichung seiner aktuellen Geschäftszahlen einräumte, war das Ergebnis verheerend für die Angebote, bei denen viel Arbeit investiert wird, um sie in den Suchmaschinen möglichst oft ganz oben erscheinen zu lassen. "Die verschlechterte Darstellung führte bei der Suche zu einem Traffic-Minus von fast 40 Prozent. Auf der Google Oberfläche 'Google News' brach der Traffic um fast 80 Prozent ein", teilte das Unternehmen mit.

Die Folge dessen wäre letztlich, dass Springer-Publikationen wie Welt und ComputerBild in den Rankings hinter verschiedene Konkurrenten zurückfallen würden. Das würde unweigerlich zu einer schlechteren Position bei der Aushandlung von Werbeverträgen führen. Bei Springer hat man errechnet, dass so ein finanzieller Schaden im siebenstelligen Bereich pro Marke bezogen auf das Gesamtjahr entstünde.

Deshalb will der Konzern nun auch für die betroffenen Publikationen ein Lizenzabkommen unterzeichnen, wonach Google keine Gebühren für die Verwendung von Text-Snippets und kleinen Bildern in den Suchergebnissen bezahlen muss. Man betonte jedoch, dass dies nicht freiwillig erfolge. Konzern-Chef Mathias Döpfner ließ sich sogar zu der Aussage hinreißen, dass Axel Springer - immerhin einer der mächtigsten Konzerne des Landes - von Google Diskriminierung erfahre.

Vorerst endet die Auseinandersetzung um das Leistungsschutzrecht somit mit einer klaren Niederlage Springers. Wie groß der Flurschaden ist, den das Unternehmen mit seinem Leistungsschutzrecht verursachte, lässt sich hingegen nur schwer absehen. Denn den eigentlichen Schaden tragen kleinere Suchmaschinen-Betreiber und Startups, die ein Geschäftsmodell als Aggregator aufbauen wollten, davon. Google, Logo, Suchmaschine Google, Logo, Suchmaschine
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