Speedtest: Alle Mobilfunknutzer surfen viel langsamer als beworben

Mobilfunk, Lte, Antenne, Sendemast, Funkmast, Handymast Bildquelle: O2 in Deutschland / Flickr
Mobilfunkanbieter bewerben gerne ausführlich die Maximalgeschwindigkeit, mit der Nutzer von mobilen Geräten im Netz unterwegs sein sollen. Ein großer Geschwindigkeitstest zeigt jetzt aber: Mobile Datenübertragung ist eigentlich nie so schnell wie versprochen.

Von wegen Highspeed

Um festzustellen, welche Geschwindigkeiten beim mobilen Surfen in Deutschland wirklich erreicht werden können, hat die Süddeutsche Zeitung zusammen mit dem NDR jetzt einen umfassenden Geschwindigkeitstest mit über 65.000 Messungen durchgeführt. Dabei wurden zusammen mit dem auf Netztests spezialisierten Unternehmen Zafaco Zehntausende iOS- und Android-Mobilfunkgeräte mithilfe einer App über mehrere Monate überwacht. Die Macher betonen, dass diese Studie nicht als repräsentativ angesehen werden kann - eine Tendenz ist aber deutlich zu erkennen. Das durchaus ernüchternde Ergebnis des umfassenden Speed-Tests : Die von Mobilfunkanbietern beworbene Geschwindigkeit wird Nutzern eigentlich nie zur Verfügung gestellt. Eher im krassen Gegenteil: Von den überwachten Geräten war die Hälfte mit gerade einmal 38 Prozent der beworbenen Geschwindigkeit im Netz unterwegs.

Telekom vor Vodafone, iOS vor Android

Im Kampf um den Spitzen-Platz in Sachen "schnellste Durchschnittsgeschwindigkeit" kann sich laut diesem aktuellen Test die Telekom durchsetzen. Hier sind die Hälfte der Kunden im Durchschnitt mit 7,8 Mbit/s mobil im Netz unterwegs. Die Telekom-Tochter Congstar kann sich mit 6,8 Mbit/s den zweiten Platz sichern. Danach folgt Vodafone mit einem Durchschnittswert von 5,05 Mbit/s. Die Anbieter O2, E-Plus und Simyo liegen auf ähnlichem Niveau. Absolutes Schlusslicht in Sachen Geschwindigkeit ist Medion Mobile.
Breitbandstudie Initiative NetzqualitätBreitbandstudie Initiative Netzqualität
Der umfassende Geschwindigkeitstest zeigt aber auch, dass es zwischen iOS- und Android-Geräten deutliche Unterschiede bei der Surfgeschwindigkeit gibt. iPhone-Besitzer surfen im Durchschnitt mit 6,3 Mbit/s. Android-User müssen sich dagegen mit knapp 4 Mbit/s im Mittel begnügen. Eine technische Begründung ist hier aber nicht angebracht. Vielmehr liegt die Vermutung nahe, dass überdurchschnittlich viele iPhone-Besitzer mehr für schnelle Mobilfunktarife bezahlen.

Grund: schlechte Netzabdeckung

Der Grund für die erschreckend schlechten Werte, die sich alle deutschen Mobilfunkanbieter mehr oder weniger bescheinigen lassen müssen, ist schnell ausgemacht: Die Netzabdeckung. Im Nutzertest von NDR und Süddeutsche konnten gerade einmal 21 Prozent der Geräte Verbindung zu einem LTE-Netz aufbauen. Die meisten Nutzer sind eigentlich immer im 3G-Netz unterwegs. Auf dem Land konnten sich 30 Prozent der überwachten Geräte sogar nur mit 2G-Technik verbinden, die maximal 0,2 Mbit/s ermöglicht. Besonders interessant: Jeder Zwölfte erreicht sogar mitten in der Großstadt keine höhere Übertragungsrate.

Solange Mobilfunkgeschwindigkeiten mit dem kleinen aber wichtigen Zusatz "bis zu" beworben werden, können Kunden kaum überblicken, was ihnen vom Anbieter wirklich geboten wird. Die Angabe eines Mindestwerts ist aber schon technisch schwierig. Für Kunden heißt das: Beworbene Maximalgeschwindigkeiten sollte man immer mit Vorsicht genießen. Mobilfunk, Lte, Antenne, Sendemast, Funkmast, Handymast Mobilfunk, Lte, Antenne, Sendemast, Funkmast, Handymast O2 in Deutschland / Flickr
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