Office-Verbot in China? Microsoft dementiert Gerüchte

Microsoft, Office 2013, Office 15, Office Store Bildquelle: Microsoft
Microsoft hat Berichte dementiert, laut denen die chinesische Regierung nach Windows 8 nun auch für sein Büropaket Office ein Verbot gegen die Verwendung in staatlichen Behörden ausgesprochen hat. Zuvor hatte ein chinesischer Wirtschaftsdienst von entsprechenden Vorgaben der Regierung berichtet.
Wie China Daily unter Berufung auf einen anonymen Mitarbeiter von Microsoft China berichtet, bezeichnete das Unternehmen die Angaben als "vollkommen unwahr". Man habe Kontakt zum chinesischen Finanzministerium aufgenommen, da dieses für die Beschaffung der von den staatlichen Stellen genutzten Computer und Software verantwortlich ist. Dort habe man ebenfalls noch nie etwas von einer solchen Entscheidung gehört.

Microsoft arbeitet nun angeblich mit der Regierung zusammen, um die Hintergründe zu klären und natürlich auch, um sein Geschäft mit den Behörden zu schützen. Aktuell ist Microsoft Office weiterhin auf den Webseiten des Zentralen Beschaffungszentrums der Regierung verfügbar, so dass Behörden die Software erwerben können.

Dennoch geraten die Anbieter von ausländischen Software-Produkten in China offenbar immer stärker unter Druck, berichten zumindest Quellen aus der Industrie. Langfristig wollen chinesische Firmen zunehmend Marktanteile gewinnen und in der Regierung gibt es nach Angaben von Analysten diverse Bedenken wegen der Informationssicherheit. Weil es eine steigende Zahl von Terroranschlägen gebe, würden die Behörden lieber auf chinesische Produkte setzen, weil sie die ausländischen Produkte für weniger sicher halten.

Verbote als politisches Mittel?

Ein weiterer Faktor dürfte die Lobbyarbeit chinesischer Hersteller sein. So hatte der in Peking ansässige Software-Anbieter Kingsoft bereits im letzten Jahr fast zwei Drittel seiner Umsätze aus dem Vertrieb von Office-Lösungen mit Aufträgen der Regierung und anderer Behörden erzielt. In diesem Jahr soll der Anteil auf mehr als 70 Prozent steigen.

Es gibt darüber hinaus wohl auch politische Gründe, die eigentlich nichts mit Microsoft selbst zu tun haben. So hatten die US-Behörden im Mai fünf chinesische Militärangehörige der Cyber-Spionage beschuldigt, was China vehement bestritt. Nur wenige Tage später wurde dann den Behörden der Wechsel auf Windows 8 untersagt. Diese beiden Ereignisse werden von Beobachtern in Zusammenhang gebracht, weil sie darin einen Versuch sehen, Druck auf die USA auszuüben. Microsoft, Office 2013, Office 15, Office Store Microsoft, Office 2013, Office 15, Office Store Microsoft
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