The Machine: HP setzt alles auf eine neue Computer-Architektur

Prozessor, Chip, Wafer Bildquelle: cesweb.org
In den Forschungslaboren des Computer-Konzerns Hewlett-Packard (HP) arbeitet man auf Hochtouren an einer völlig neuartigen Rechner-Architektur, die nicht nur die Computing-Welt verändern, sondern auch das Unternehmen wieder zu altem Glanz führen soll.
Intern läuft die Entwicklung unter einem schlichten, aber auch vielsagenden Namen: The Machine - Die Maschine. Das berichtete die BusinessWeek Zwei Komponenten, von denen in der IT-Forschung schon länger die Rede ist, die bisher aber noch nicht wirklich in der Praxis angekommen sind, machen dabei die Essenz des Projektes aus: Eine neuartige Speicherform - die Memristor-Technologie - sowie eine optische Verbindung der Komponenten im Rechner.

In der seit Jahrzehnten eingesetzten Computer-Architektur liegen Daten und Programme auf einem vergleichsweise langsamen Massenspeicher und werden nur bei Bedarf in den schnellen Arbeitsspeicher geladen. Auch wenn sich in den letzten Jahren, insbesondere auch durch den Trend hin zu SSDs, hier einiges an der Performance tat, findet sich hier doch häufig noch der Flaschenhals für die immer schneller wachsenden und zu verarbeitenden Datenmengen.

Massen- und Arbeitsspeicher werden Eins

Bei der Memristor-Technologie fällt die Unterscheidung zwischen Massen- und Arbeitsspeicher weg. Die Chips funktionieren in Sachen Geschwindigkeit ebenso wie RAM, können Daten aber dauerhaft speichern. Wenn also ein Programm-Code gestartet und Daten verarbeitet werden sollen, müssen diese nicht erst kopiert werden. Der Prozessor stößt statt dessen direkt die Prozesse in den jeweiligen Speicherbereichen an, in denen die Informationen bereits vorliegen.

Die Performance-Steigerung ist dabei so groß, dass nun die normalen Kupfer-Leitungen zwischen den einzelnen System-Komponenten im Rechner zu Engpässen werden würden. Diese sollen daher durch optische Verbindungen ersetzt werden. Ebenso wie bei den Memristoren arbeiten verschiedene Unternehmen und Universitäten seit Jahren an entsprechenden Technologien. Bei HP setzt man alles daran, den großen Durchbruch in die Praxis nun endlich zu schaffen.

Bei dem Konzern ist man inzwischen zuversichtlich, dass die neue Architektur in wenigen Jahren marktreif sein kann. Frühestens 2017 könnte es, spätestens zum Ende dieser Dekade soll es soweit sein. HPs Technikchef Martin Fink, die treibende Kraft hinter der Entwicklung, hat dafür volle Rückendeckung seitens der noch relativ neuen Konzernchefin Meg Whitman. Letztlich gab diese grünes Licht, noch mehr Geld als ohnehin auf das Projekt zu werfen. Drei Viertel der Beschäftigten in den HP Labs arbeiten inzwischen an The Machine.

Denn die neue Architektur wird bei dem Unternehmen als einzigartige Chance angesehen. Früher gehörte HP zu den großen Systemintegratoren. Mit eigenen Plattformen sorgte man damals dafür, dass große Firmenkunden möglichst leistungsfähige Datenzentren erhielten. Dann allerdings sorgten große Internet-Unternehmen wie Google und Facebook dafür, dass sich hier standardisierte Hardware durchsetzte. Dies trug zum Niedergang von Firmen wie Sun Microsystems bei und machte auch HP zu einem von vielen beliebigen Hardware-Lieferanten, die im Wesentlichen auf die gleichen Kernkomponenten setzen. Mit der Maschine könnte sich dies wieder ein Stück weit ändern. Prozessor, Chip, Wafer Prozessor, Chip, Wafer cesweb.org
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