Nokia X Test: Android, aber nicht für Deutschland

Kamera

Die Kamera des Nokia X bietet zwar diverse Einstellungen, wie man es von anderen Geräten des Herstellers kennt, doch die Hardware kann keineswegs überzeugen. Wo andere Hersteller in diesem Preisbereich mindestens fünf Megapixel, Autofokus und oft auch einen Blitz bieten, liefert Nokia hier nur eine simpelste 3-Megapixel-Kamera. Diese muss ohne Autofokus und Blitz auskommen und liefert dementsprechend enttäuschende Ergebnisse. Videos und Panoramaaufnahmen kann man wegen der geringen Auflösung im Grunde ganz vergessen, zumal Videos mit einer kaum zu gebrauchenden Framerate aufgezeichnet werden. Die Kamera ist nichts weiter als eine Knipse für Gelegenheitsbilder, an denen man kaum Freude haben wird.

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Besser ein reines Android?

Würde das Nokia X mit einem "reinen" Android besser laufen? Ja. Weil das Gerät in Indien und anderen aufstrebenden Märkten durchaus auf Interesse stößt, aber viele Nutzer lieber auf die Nokia-eigene Software-Plattform verzichten würden, gibt es bereits einige Bemühungen, ein "normales" Android auf das Smartphone zu bringen. Man kann es also recht einfach probieren und wird schnell feststellen, dass das Telefon mit einigen Abstrichen besser arbeitet. Nokia X TestNokia X mit Stock-Android und Onscreen-Buttons Mit einer "Nokia-freien" AOSP-Build läuft das X deutlich flüssiger und man kann die diversen Google-Dienste problemlos nutzen. Auch der Google Now Launcher lässt sich installieren. Zwar muss man auf die sinnvollen Features der Nokia-UI verzichten (Fastlane, Double-Tap to Wakeup, HERE-Kartendienste, Glance Screen), doch man ist eben auch deutlich flexibler, was die App-Auswahl angeht und muss weniger Ruckler ertragen.

Noch steckt die Entwicklung alternativer Android-Builds für das Nokia X aber in den Kinderschuhen. So funktioniert das Telefonieren erst nach einem etwas kuriosen Trick (Kopfhörer anschließen, FM-Radio starten, Lautsprecher aktivieren) und es gibt noch Probleme mit den Software-Tasten von Android und der Nutzung des Chrome Browsers, weil teilweise Grafikfehler auftreten. Abgesehen von diversen weiteren kleineren Bugs funktioniert aber eigentlich alles, so dass man hoffen kann, dass die freien Entwickler bald weitgehend alltagstaugliche Android-Builds liefern können.

Nokia X für deutsche Kunden?

Sollte man nun die Angebote deutscher Händler nutzen und sich das Nokia X zulegen? Für Einsteiger kann das Nokia X tatsächlich auch in Deutschland eine Alternative zu anderen, teilweise überladen wirkenden Android-Geräten sein. Man muss aber mit den genannten Einschränkungen leben können. Hardware und Qualität wissen in dieser Preisklasse durchaus zu überzeugen, die Software ist hingegen gewöhnungsbedürftig.

Das Nokia X ist letztlich nicht für Westeuropa konzipiert, was man nach einigen Tagen der Nutzung auch nachvollziehen kann. Stattdessen soll es wirklich nur dazu dienen, Kunden in aufstrebenden Märkten ein attarktives Paket zu bieten, das sicherlich auch vom Versprechen lebt, dass man eben ein Nokia-Produkt mit Android erhält. Gerade in diesen Ländern dürfte das Nokia X gut ankommen. Nokia X TestNokia X und seine Mitbewerber Hierzulande sollte man sich gut überlegen, ob man sich auf das Abenteuer Nokia X einlassen will. Wer gerne mit Mods herumspielt, kann das Gerät allerdings gerne kaufen, weil es bald eben auch diverse Android-Varianten ohne den "Nokia-Faktor" geben dürfte. Man erhält dann ein solides, günstiges Smartphone mit ausreichender Ausstattung, einer miesen Kamera und der typischen Nokia-Qualität.

Leider hat Nokia eben doch dafür gesorgt, dass das X den eigenen Windows Phones keine Konkurrenz machen kann. Deutsche Kunden, die erstmals ein Smartphone kaufen wollen, sind mit dem günstigeren und letztlich sogar besser ausgestatteten Nokia Lumia 520 mit Windows Phone 8.1 sogar noch besser beraten, denke ich. Wer unbedingt ein Android-Gerät sucht, sollte hingegen nach Alternativen schauen, auch wenn der Markt im Bereich um 120 Euro nur wenig Auswahl bietet.

Natürlich muss in diesem Zusammenhang das Motorola Moto G erwähnt werden, das für Einsteiger noch immer das beste Android-Smartphone sein dürfte. Doch die bessere Ausstattung und Leistung hat eben auch ihren Preis, so dass man erst einmal gewillt sein muss, die um fast die Hälfte höheren Kosten aufzubringen.

Will man wirklich nicht mehr als 120-130 Euro für ein Smartphone ausgeben, bleiben praktisch nur noch Windows Phone und einige wenige Android-Geräte wie etwa das Sony Xperia E1, Modelle wie das Huawei Ascend Y330 und die diversen Low-End-Smartphones von Samsung.


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