HTC One (M8): Benchmark-Schummelei aufgeflogen

HTC One, HTC One 2, The All New HTC One, HTC One 2014 Bildquelle: eBay Frankreich Auktion
Das zweite HTC One wurde vergangene Woche enthüllt und in ersten Tests kam das aktuelle Topmodell des taiwanesischen Herstellers auch gut weg. Benchmarks sollten aber mit Vorsicht genossen werden, da hier nachgeholfen wird.

Benchmark-Software-Erkennung

Als Benchmarks werden genormte Messungen der in einem technischen Gerät verbauten Hardware bezeichnet. Diese sind auch bei Mobilgeräten längst gang und gäbe, doch die Hersteller greifen immer wieder zu diversen Tricks. Fast alle Android-OEMs setzen auf solche "Optimierungen": Meist wird dabei eine Benchmarking-Software auf eine Whitelist gesetzt.

Sobald diese entdeckt wird, schaltet das Gerät in einen speziellen Modus. Das bedeutet u. a., dass alle CPU-Kerne aktiviert und auf maximale Taktfrequenz geschaltet werden. Dritte Maßnahme ist die Anhebung von Überhitzungslimits, auch damit wird erreicht, dass Benchmark-Anwendungen bessere Ergebnisse liefern als in der Praxis.


Bei AnandTech, wo (objektive) Benchmarks das Kernthema sind, kämpft man gegen diese Schummeleien, nach eigenen Angaben auch mit Erfolg bzw. angepasster Sotware. Dort schreibt man aktuell, dass die meisten Hersteller mittlerweile darauf wieder verzichten "unglücklicherweise ist HTC hier noch nicht angekommen", so AnandTech.

"Subtile" Schummelei

Die Android-4.4.2-Version des neuen HTC One habe demnach eine "subtile Form der Benchmark-Optimierung", heißt es. Denn Benchmarks werden über den APK-Identifier wie bei der Konkurrenz entdeckt, die anfangs erwähnten Maßnahmen aber nicht sofort initiiert. So läuft das HTC One (M8) zunächst mit nur einem Kern und einem nicht auffälligen Takt.

Mit einer normalen aus dem Play Store bezogenen Version von 3DMark läuft die CPU aber im Schnitt und in Summe um 15 Prozent schneller als mit einer "getarnten" 3DMark-Anwendung. Laut AnandTech wird nicht von Beginn an pauschal hochgetaktet, stattdessen reagiert das HTC One "aggressiver" auf Performance-Bedürfnisse, eine Erhöhung der Thermallimits scheint es dagegen nicht zu geben.

Trick oder Feature?

Ob das eine "Schummelei" ist oder ein "Feature" ist wohl Interpretationssache: Denn dieses Verhalten kann von Nutzern auch dauerhaft aktiviert werden, allerdings ist diese Möglichkeit sehr gut in den Entwickler-Optionen (Fünfmaliger Tap auf die Build-Nummer in den Einstellungen -> About -> Software Information -> More) versteckt. AnandTech merkt außerdem an, dass man das zwar für den Alltag aktivieren kann, gleichzeitig aber nicht für Benchmark-Zwecke abschalten kann.
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